Warum wird der Regenwald weniger?
Hauptsächlich, weil die Menschen ihn abholzen, um damit Geld zu verdienen!
Es werden täglich ca. 550.000.000 m2 (550 Millionen Quadratmeter) Regenwald abgeholzt oder einfach abgebrannt.
Das sind pro Jahr ungefähr 200.000 km2, kannst du dir das vorstellen?! Pro Minute macht das 35 große Fußballfelder!
Die jährlich abgeholzte Fläche Regenwald
ist fast so groß wie England
Auch wenn sich die Regenwälder auf den verschiedenen Kontinenten in ihrem Artenspektrum, in der Bodenbeschaffen- heit oder der
Besiedlungsdichte teilweise deutlich voneinander unterscheiden, sind die Hauptursachen ihrer Zerstörung weltweit sehr ähnlich:
Brandrodung zur Schaffung landwirtschaftlicher Fläche und von Rinderweiden, Umwandlung von Wäldern in Ölpalm-, Bananen- oder
Kaffeeplantagen, Ausbeutung von Boden- schätzen wie Eisenerz, Gold, Öl oder Gas, der Bau von Großstaudämmen zur Ener- giegewinnung
und Holzeinschlag sind die wichtigsten Zerstörungsursachen.
Das Tropenholz für unseren Konsum stammt aber tatsächlich nur aus wenigen Ländern, beispielsweise von der Insel Borneo.
Dort ist vor allem der Holzexport für die Waldvernichtung verantwortlich. In Asien werden beim Holzeinschlag bis zu
zwei
Drittel der gesamten Vegetation zerstört, nur um ein paar Baumarten aus dem Wald zu schlagen, mit denen besonders gut
Geld verdient werden kann. Das gilt auch für afrikanische Länder.
Die Jagd nach dem „grünen Gold” der Regenwälder, den edlen Tropenhölzern, war oder ist in fast allen Regenwaldländern
der Motor für die Vernichtung großer Waldflächen. Unter Tropenholz versteht man Hölzer, die aus den tropischen und
subtropischen Wäldern in Asien, Afrika und Lateinamerika stammen. Mahagoni, Teak oder Palisander werden zu edel wirkenden
Möbeln und anderen Produkten verarbeitet und erwecken den Eindruck von Luxus und Reichtum. Doch viele Regenwaldhölzer wie
Meranti, Gabun oder Ramin werden für ganz gewöhnliche Zwecke verwendet: als Sperrholz, Besenstiele, Fensterrahmen oder
Lärmschutzwand.
Abstransport von Baumstämmen
Ein großer Teil des Holzes, das die Menschen verbrauchen, stammt von sehr alten Bäumen, die in Regenwäldern wachsen.
Dort standen die Bäume Hunderte oder manchmal Tausende von Jahren, ohne dass je ein Mensch sie angetastet hat. Wenn in
solchen Wäldern Bäume gefällt werden, verlieren viele Arten ihren Lebensraum. Häufig werden sie sogar für immer ausgerottet
und verschwinden von der Erde. Auch viele unserer Lebensmittel stammen
abgeholzte Regenwaldbäume
ursprünglich aus den Regenwäldern: Bananen,
schwarzer Pfeffer, Nüsse, Schokolade, Cola, Reis, Kaffee und Orangen.
Manche Holzfirmen rühmen sich damit, sie würden genau so viele Bäume wieder anpflanzen, wie sie abholzen. Bäume
zu pflanzen ist immer eine gute Sache, aber es ist ein Unterschied, ob ich einfach nur Bäume in den Boden setze oder
sich ein Wald entwickelt, wie es in der Natur geschieht. Wer Bäume auf einer Fläche pflanzt, die er vorher kahl
geschlagen hat, hat trotzdem den Wald vernichtet. Denn ein Wald ist viel mehr als nur die Bäume, die in ihm stehen.
Keine Holzfirma ist in der Lage, die vielen Tier- und Pflanzenarten "aufzuforsten", die früher in dem Ökosystem gelebt haben.
Die abgeholzten Bäume werden fast immer dazu verwendet, um daraus Möbel, Fensterrahmen, Besenstiele und Fußböden zu
bauen oder Papier herzustellen. Deshalb ist es so wichtig, dass deine Eltern keine Möbel oder Holzfußböden aus Tropenholz
kaufen und ihr Recyclingpapier verwendet. Mehr dazu erfährst du auf der Seite Helfen.
Wenn Regenwald abgebrannt wurde, wird die Asche der verbrannten Bäume als Dünger liegen gelassen, denn ohne den
Regenwald wachsen hier nur sehr schlecht Pflanzen. Die gedüngten, freien Flächen werden dann mit Gras besät und
als Weidefläche für tausende von Kühen verwendet. Diese Kühe werden geschlachtet, um das Fleisch an die USA
oder nach Europa zu verkaufen.