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  • Ölpalmplantagen sind kein Wald! (01.03.10)

Online-ProtestaktionenProtestkationen gegen Abholzung

Ölpalmplantagen sind kein Wald!

An der Protestaktion haben sich seit dem 01.03.10 32 Menschen beteiligt.

So stellt sich die EU einen Wald vor So stellt sich die EU einen Wald vor

Quizfrage für EU-Kommissare: Gibt es einen Unterschied zwischen einem Wald und einer Palmölplantage? Jeder normale Mensch würde antworten: Natürlich! Und dafür muss er kein Experte sein. In der EU aber sagen die Fachleute: Nein! Eine Palmöl-Plantage kann man als Wald bezeichnen. Sie ist schließlich eine Fläche voller Bäume. Hintergrund dieser absurden Definition: Der Import von Palmöl für Autotanks und Kraftwerke wird auf diese Weise ganz und gar biologisch einwandfrei und natur-verträglich. Bitte unterstütze unseren Protest gegen die Volksverdummung durch EU-Kommissare.

Tropische Regenwälder aber sind die Krone der Schöpfung – eine Lebensgemeinschaft, die einmalig ist auf der Welt. Tropenwälder geben der Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten der Erde Heimat und Nahrung – nicht zuletzt auch den Menschen, die den Urwald bewohnen. Sie haben ihn Jahrtausende genutzt, ohne ihn zu zerstören. Und die Urvölker wussten immer, dass die Wälder nicht nur Lebensraum und Speisekammer sind, sondern auch Klima- und Staubfilteranlagen, Sauerstofffabriken und Regenmacher. Wir alle sind daher auf die Regenwälder angewiesen.

Seit Jahren gibt es massive Proteste gegen die ABholzung der Regenwälder für Palmölplantagen aus aller Welt. Viel Zeit verstrich, bis die EU ihre Schuld daran erkannte und beschloss, zukünftig Agrosprit aus Regenwaldrodung für den europäischen Markt zu verbieten. Doch das wollen sich die Hersteller des Agrosprits, besonders die Palmölindustrie in Indonesien und Malaysia, nicht bieten lassen. Noch bevor die EU ihr Plantage-gleich-Wald-Papier verabschiedet hat, macht die indonesische Regierung bereits Nägel mit Köpfen. Der Forstminister hat ein Dekret vorgelegt, das Palmölplantagen zu Wäldern erklärt. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Regierung Pläne zur Expansion der Ölpalmplantagen von aktuell 8 Millionen Hektar auf 18 Millionen Hektar bis 2020 verkündet. Auch Malaysia arbeitet bereits mit diesem Trick. Nicht zufällig sind Indonesien und Malaysia die größten Palmöl-Exporteure der Welt. 85 % des Weltverbrauchs werden in diesen südostasiatischen Staaten produziert. Auch in puncto Korruption rangieren sie ganz oben.

Im März will die EU-Kommission ihre Vorschläge dem EU-Ministerrat und -Parlament unterbreiten. Bitte schreib an die zuständigen EU-Kommissare und fordere, sofort diese absurden Strategien und die gescheiterte EU-Agrospritpolitk zu beenden. Hilf mit, den Agrospritwahn zu stoppen.

Günther Oettinger, EU-Energiekommissar, guenther.oettinger@ec.europa.eu
Janez Potocnik, EU-Umweltkommissar, janez.potocnik@ec.europa.eu
Siim Kallas, EU-Verkehrskommisar, siim.kallas@ec.europa.eu

Sehr geehrter Herr Oettinger, sehr geehrter Herr Potocnik, sehr geehrter Herr Kallas,

mit völligem Unverständnis habe ich erfahren, dass die EU-Kommission plant, Ölpalmplantagen mit Urwäldern gleichzusetzen.

Genau das sieht nämlich der interne Dokumententwurf „Mitteilung der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament über die praktische Umsetzung des EU-Biokraftstoff- und flüssige Biobrennstoff-Nachhaltigkeitskonzepts und Anrechnungsvorschriften für Biokraftstoffe“* vor.

Das Dokument besagt, dass die Umwandlung von „Wald“ zu „Plantage“ nicht per se einen Verstoß gegen die Kriterien der EU-Erneuerbare Energien-Richtlinie darstellt, da Palmöl-Plantagen als „kontinuierlich bewaldetes Areal“ definiert werden können.

Ich frage Sie: Wie kann eine industrielle Monokultur mit Millionen identischer Ölpalmen mit einem Regenwald auch nur verglichen werden? Tropische Regenwälder sind die Krone der Schöpfung – eine Lebensgemeinschaft, die einmalig ist auf der Welt. Tropenwälder geben der Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten der Erde Heimat und Nahrung – nicht zuletzt auch den Menschen, die den Urwald bewohnen.

Ölpalmplantagen sind der Feind der Regenwälder. Für sie werden die tropischen Urwälder in Indonesien, Malaysia, Papua Neuguinea, Kolumbien und anderen Teilen der Welt abgeholzt. Diese und andere Länder erhöhen schnellstmöglich ihre Palmöl-Produktion, um die steigende Nachfrage der EU nach Palmöl zu erfüllen.

Dabei regulieren die tropischen Regenwälder den Wasserhaushalt, speichern enorme Mengen an Süßwasser, schützen die Böden vor Erosion, speichern riesige Mengen an Kohlenstoff und wirken der weltweiten Klimaerwärmung entgegen.

Palmölplantagen können diese Funktionen nicht erfüllen, im Gegenteil: Das Regenwasser fließt rasch von den Plantagen ab und führt zu Bodenerosion. Mineralische Dünge- und chemische Spritzmittel verseuchen Wasser, Böden und Menschen. Und im Gegensatz zu den von der EU angestrebten Zielen ist Palmöl für massive Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Trotz dieser seit Jahren bekannten Probleme wird Palmöl in immer größeren Mengen als sogenannter „Biokraftstoff“ in die EU importiert. In deutschen Blockheizkraftwerken wurde in den letzten drei Jahren im Durchschnitt die Hälfte des importierten Palmöls verbrannt, und hydriertes Palmöl soll zukünftig massenhaft dem Diesel für Millionen Autos und Lastwagen beigemischt werden.

Ich fordere Sie daher auf:

1. Ölpalmplantagen sind keine Wälder: Streichen Sie jede Initiative oder Formulierung, die Ölpalmplantagen in irgendeiner Form mit Wäldern gleichsetzt.

2. Schaffen Sie die verbindlichen Beimischungsquoten, steuerlichen Vergünstigungen und Förderungen für Agrosprit ab.

3. Beenden Sie alle Agrosprit-Importe aus Übersee in die EU.

Mit freundlichem Gruß

* „Communication from the Commission to the Council and the European Parliament on the practical implementation of the EU biofuels and bioliquids sustainability scheme and on counting rules for biofuels“

Hausnr

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