Passionsblumen: Bunt, heilsam, wehrhaft und süßsauer

Nicht in jeder großen Pflanzenfamilie gibt es so viele verschiedene farbenfrohe Mitglieder wie bei den Passionsblumen. Kein Wunder: Die Verwandtschaft gedeiht auf fast allen Kontinenten – in den warmen Regionen von Süd- und Mittelamerika, der Karibik, Afrika, Indien, Südostasien und Australien. Beliebt sind Passionsblumen auch bei uns: als exotisch-schöne Zimmerpflanzen und weil der Saft ihrer Früchte echt toll schmeckt!

Farbexplosionen auf langen Stängeln

 

Sie sind grün, gelb, weiß, rosa, pink, rot, lila, tief- und himmelblau und sogar schwarz: Die Farben der Blüten sind so unterschiedlich wie ihre Formen und Größen. Die leuchtenden Blütenblätter umgeben die Blüten und Staubgefäße in der Mitte wie ein Strahlenkranz. Passionsblumen sind Kletterpflanzen, die sich bis zu 15 Meter emporranken.
Es gibt mehr als 400 Arten in der Familie – die meisten wachsen in Südamerika.
 

Passion bedeutet auch Leiden – warum heißt die Blume so?

 

Der Name stammt vermutlich von katholischen Missionaren in Südamerika. Sie sahen in der Blume Zeichen für das Leiden von Jesus am Kreuz – der Blütenkranz zum Beispiel erinnerte sie an die Dornenkrone.
 

Die Früchte: essbar und trinkbar

 

Die Früchte der Passionsblumen sind meistens eiförmig und gelblich-grün bis bräunlich-rot. Doch nicht alle kann man essen, manche schmecken einfach nicht, einige sind sogar giftig. Nur etwa 20 Arten sind wirklich genießbar.
Die bekannteste heißt Maracuja – die Flaschen mit ihrem gelben Saft habt ihr vielleicht schon gesehen - und probiert. Schneidet man die Frucht in er Mitte auf, sieht man dunkle Kerne im gelben Fruchtfleisch. Nicht alle mögen allerdings ihren süßsauren Geschmack.
 

Rückenschmerzen, Schlafprobleme, Magenbeschwerden?

 

Dagegen sollen Blätter und Stängel der Passionsblume helfen. Und noch gegen ein halbes Dutzend andere Beschwerden. Frisch oder getrocknet kann man sie als Tee aufbrühen. Die Heilkräfte dieser Pflanzen nutzten übrigens schon die amerikanischen Ureinwohner.
 
Blüte der Passionsblume Passiflora Edulis, deren Früchte die Maracuja bzw. Passionsfrucht sind Blüte der Passionsblume Passiflora Edulis, deren Früchte die Maracuja bzw. Passionsfrucht sind

Toller Trick gegen gefräßige Raupen

Der Passionsblumenfalter hat die Angewohnheit, seine Eier einzeln auf den Ranken der Passionsblume abzulegen. Dort schlüpfen dann die Raupen. Ist die Pflanze schon mit Eiern eines Artgenossen besetzt, sucht sich der Falter eine andere Passionsblume. Denn die fremden Raupen könnten nach dem Schlüpfen seine Eier fressen.

Die Passionsblume will natürlich auch nicht, dass ihre Blätter von Raupen zerfressen werden. Deshalb bildet sie dort kleine gelbe Punkte, die so aussehen wie die Eier des Schmetterlings. Der fällt auf den Trick herein und fliegt weiter.
Ein zweiter Trick: Mit Nektar lockt die Passionsblume Ameisen und Wespen an, die die Eier und Raupen des Falters fressen sollen.
2 Bewertungen

Diesen Artikel kommentieren

Wenn Du Fragen zu diesem Artikel hast, schreib uns an info@abenteuer-regenwald.de.