Isst du wirklich nur ein Stück Fleisch?

Viele Menschen essen gern Fleisch und kaufen es meistens im Supermarkt, weil es dort billiger ist. Was sie vielleicht nicht wissen oder nicht bedenken: Billigfleisch kommt aus Massentierhaltung. Und für den Anbau von Soja für Tierfutter und für die Rinderweiden werden in Südamerika die Regenwälder gerodet.

Wenn du mit der Maus über die einzelnen Bild-Bereiche fährst, kannst du lesen, wie Soja-Anbau, Tiermast und Regenwaldrodung im einzelnen zusammenhängen.

Copyright der Grafik: Swantje Roersch und Julia Ahrens
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Abholzung des Regenwaldes

Regenwald wird gerodet, um Weiden für die Rinderzucht anzulegen und Ackerland für den Anbau von Soja zu gewinnen.

Wenn die Rodungen im besonders artenreichen Amazonasgebiet stattfinden, sterben viele Tiere und Pflanzen zum Teil für immer aus, die Menschen verlieren ihren Lebensraum und das Klima wird weiter angeheizt, weil mit den großen zusammenhängenden Regenwäldern auch die „grüne Lunge“ der Erde verschwindet.

Anbau von Sojapflanzen

Brasilien ist das größte Soja-Anbauland der Welt. Dort wird nicht nur der Amazonas-Regenwald für die riesigen Plantagen zerstört, sondern auch die artenreichste Savanne der Erde, der Cerrado.
Auch die Bevölkerung, die Böden und Gewässer rund um die Soja-Plantagen sind betroffen. Weil auf den Feldern Spritzmittel gegen unerwünschtes „Beikraut“ und Insekten versprüht werden. Diese Chemikalien vergiften Flüsse und Fische, die Menschen verlieren damit auch ihre Nahrung, und viele Anwohner werden krank.

Futtermittel aus Sojapflanzen

Da weltweit immer mehr Fleisch gegessen wird, müssen immer mehr Tiere gefüttert werden. Soja gilt als Kraftfutter zum Mästen von Schweinen, Rindern und Geflügel. Es eignet sich gut für die Massentierhaltung, da es sehr viel Eiweiß und Energie enthält.
So wird es in großen Mengen in die EU exportiert – vor allem aus Brasilien, den USA und Argentinien. In Deutschland landen 3,5 Millionen Tonnen Soja pro Jahr (2019).

Viehzucht und ihre Futtermittel

In Deutschland werden so viele Kühe, Schweine, Hühner und Puten gehalten, dass wir hier gar nicht genug Ackerland haben, um das für die schnelle Tiermast benötigte Kraftfutter anzubauen.

Unglaublich: Für jedes Kilo Schweinefleisch werden 560 Gramm Soja-Schrot verfüttert. Insgesamt brauchen die rund 55 Millionen Mastschweine in Deutschland pro Jahr 2,75 Millionen Tonnen Sojaschrot. Dafür ist eine Anbaufläche von 15.000 km² nötig, das ist etwa so groß wie Schleswig-Holstein.

Fleischproduktion und unser Konsum

Die Erzeugung von Fleisch ist eine der Hauptursachen für die Abholzung des Regenwaldes in Südamerika und für den Klimawandel.

Allein in Deutschland verzehrt im Durchschnitt jede*r Bürger*in 60 Kilo Fleisch im Jahr. Wenn es im Supermarkt gekauft wird, kommt es vor allem aus der Massentierhaltung in Deutschland und Südamerika.

Wie du dem Klima und Regenwald hilfst

Kaufe Fleisch- und Milchprodukte und Eier aus ökologischer Haltung. Und aus deiner Region. Biobauern verfüttern an ihre Tiere vor allem Nahrung vom eigenen Feld und aus der Umgebung. Damit schützt du nicht nur den Regenwald – es müssen auch weniger Tiere in den Massenställen leiden.

Wenn du Fleisch im Supermarkt kaufst, achte auf die Herkunft. Für Rindfleisch aus Brasilien und Argentinien werden Regenwälder und Savannen zerstört. Heimisches Fleisch mit Bio-Siegel (z.B. Neuland und Demeter) gibt es auch im Supermarkt.

Iss möglichst wenig Fleisch – vielleicht nur einmal in der Woche. Und probiere mal einen Brotaufstrich aus Tomaten, Kürbis oder Zucchini statt Salami, Leberwurst oder Schinken…