Erfahre alles über: Papier

Für Papierprodukte sollte kein Regenwald abgeholzt werden

Jeden Tag benutzen und verbrauchen wir Papier – von Büchern und Zeitungen bis zu Klopapier, Taschentüchern und Küchenkrepp. Die Menschen in Deutschland verbrauchen besonders viel Papier im weltweiten Vergleich. Im Durchschnitt hat 2010 jeder Deutsche 3 Bäume für Papier, Pappe und Karton verbraucht, das sind 235 Kilogramm (laut Umweltbundesamt).
Hier erfährst du alles über Papier und wie du deinen Papierverbrauch Regenwald-gerecht gestalten kannst:

Woraus besteht Papier?

Papier besteht zunächst aus Holz, und um Holz zu gewinnen, müssen Bäume gefällt werden. Der weltweite Bedarf ist schon so hoch, dass jeder dritte gefällte Baum zu Papier verarbeitet wird. Jährlich verschwinden dadurch etwa 15 Millionen Hektar Wald. Das sind alle zwei Sekunden ein Fußballfeld! Im Regenwald werden manchmal 700 Jahre alte Bäume für Papierprodukte gefällt, die bei uns irgendwann wieder im Papierkorb landen.

Woher kommt das Holz für Papier?

Für Klopapier sollte kein Regenwald abgeholzt werden Für Klopapier sollte kein Regenwald abgeholzt werden!

Etwa die Hälfte des Materials für Papier, das bei uns benutzt wird, kommt aus Skandinavien (hauptsächlich Finnland). In den Wäldern dort leben zum Beispiel Braunbären und Luchse, die mit den Wäldern auch ihre Heimat verlieren. Ein weiterer großer Teil des Materials (Zellstoff) kommt aus Kanada, wo sogar in Schutzgebieten für Grizzly-Bären abgeholzt wird. Neben Südamerika fallen auch auf der indonesischen Insel Sumatra viele Baumriesen für billiges Papier. Dadurch schwindet der Lebensraum der Orang-Utans, Gewässer werden verschmutzt und Menschen aus ihrem Wald vertrieben.

Recyclingpapier ist nicht öde, sondern toll!

Recyclingpapier ist heute gar nicht mehr spröde oder rau, sondern viel cooler als Papier aus Abholzung. Denn Recyclingpapier wird (fast) vollständig aus bereits benutztem Papier hergestellt. Das spart vor allem Holz und schont den Wald, da nicht mehr so viele Bäume gefällt werden müssen. Außerdem spart man bei der Herstellung etwa 60 % Wasser und Energie.

1 kg Rohstoff Abwasserbelastung Wasserverbrauch Energieverbrauch
Neupapier 2,2 kg Holz 65g chemischer Sauerstoff 10 bis 1000 Liter
erhebliche Verschmutzung
4 kWh
Recyclingpapier 1,15 kg Altpapier 3,5g chemischer Sauerstoff 5 bis 10 Liter
kaum Verschmutzung
1,5 kWh

Laut Greenpeace hält sich hartnäckig „das Gerücht, auf Recyclingpapier könne man nicht richtig mit Füller schreiben, weshalb solche Hefte insbesondere in der Grundschule zu vermeiden seien”. Diese Gerüchte wurden aber von der Stiftung Warentest widerlegt.

Woran erkenne ich Recycling- oder Umweltpapier?

Es gibt mittlerweile in vielen Papier-Läden auch Recyclingpapier. Wenn das Papier zu 100% recycelt wurde, steht das auch auf der Verpackung.

Eine Übersicht zu verschiedenen Siegeln beim Kauf von Papier findest du auf der Seite Siegel und FSC.

  • Kaufe auf keinen Fall Papier, das mit Chlor gebleicht oder überhaupt gebleicht wurde. Dieses Papier trägt nämlich nicht nur zur Zerstörung der Regenwälder bei, sondern es werden auch noch giftige Chemikalien benutzt, um es weißer zu machen. Das schadet der Umwelt noch mehr.
  • Produkte aus Recyclingpapier erkennst du zum Beispiel an dem blauen Umweltengel. Der Engel zeigt, dass das Produkt besonders umweltschonend hergestellt wurde.
  • Wenn du Papier kaufst, dann lass dich nicht davon täuschen, dass auf der Verpackung „holzfrei” steht. Das zeigt nur an, mit welchem Verfahren das Papier hergestellt wurde. Es stammt aber aus 100% Holz. Warum es trotzdem so heißt, erfährst du unter dem Link: Was ist holzfreies Papier.
  • Papier, das du nur auf der einen Seite beschrieben hast, musst du nicht wegwerfen, du kannst die andere Seite noch als Schmierzettel benutzen. So sparst du viel Papier!
  • Ein Großteil des Regenwaldholzes wird auch für Toilettenpapier oder Taschentücher verwendet. Vielleicht probierst du mal welches aus Recyclingpspapier aus? Die Mehrlagigen Rollen sind heute eigentlich genauso weich wie der weiße Regenwaldfeind.
  • Falls du dein Schulbrot in Butterbrotpapier einwickelst oder in eine Plastiktüte tust, benutze doch lieber eine Butterbrotdose. Das ist auf Dauer auch billiger, und dein Brot kann nicht zerdrückt werden.