Palmöl:
Was macht der Orang-Utan im Einkaufswagen?

Natürlich sitzt im Einkaufswagen kein echter Orang-Utan. Aber trotzdem haben die Dinge, die wir alle im Supermarkt einkaufen, viel mit dem beliebten Menschenaffen zu tun. 

Aber was genau?

Überall Palmöl?!

Pizza, Müsli - in vielen leckeren Sachen steckt Palmöl. Bild: Abenteuer Regenwald - mit KI generiert

Du isst gerne Schokolade oder Pizza? Du wäschst deine Haare mit Shampoo und cremst dein Gesicht ein? - Wahrscheinlich denkst du jetzt: „Na klar, das ist doch normal!" 

Das ist es ja auch. 

Aber bestimmt wusstest du noch nicht, dass in diesen und vielen anderen Sachen aus dem Supermarkt Palmöl steckt. Und genau das ist ein großes Problem für den Regenwald. Denn für Palmöl werden viele Bäume gefällt und dabei verlieren Tiere wie der Orang-Utan ihr Zuhause.

Hier erfährst du, warum Palmöl so gefährlich für den Regenwald und seine Bewohner ist – und was du dagegen tun kannst!

Was ist Palmöl überhaupt?

Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gepresst. Diese Palmen wachsen in heißen Ländern rund um den Äquator.
 

Palmöl steckt in ganz vielen Lebensmitteln und Alltagsdingen. Es ist billig und sehr beliebt – aber leider schadet es der Natur, den Menschen und den Tieren.

Wo steckt Palmöl drin?

Palmöl ist fast überall drin:

  • in Shampoo, Cremes, Kerzen, Waschmittel
  • sogar in Autotreibstoff (z.B in Biodiesel) und in Tierfutter
  • in Schokocreme, Keksen, Eis, Pizza, Müsli, Suppen

Das heißt: Fast jeder von uns isst oder benutzt jeden Tag Palmöl – oft ohne es zu wissen.

Warum ist Palmöl so beliebt?

Die Ölpalme ist eine Superpflanze. Sie wächst schnell und trägt das ganze Jahr über Früchte. Schon auf einem kleinen Stück Land kann man deshalb sehr viel Öl gewinnen – viel mehr als aus Raps oder Sonnenblumen. 

Infografik Flächenverbrauch für Speiseöle, von Palmöl über Rapsöl, Kokosöl, Sonnenblumenöl bis Sojaöl

Außerdem ist Palmöl lange haltbar, es hat keinen eigenen Geschmack und bleibt schön cremig. Deshalb steckt es in so vielen Produkten.

eigenschaften-palmoel-vielfaeltig

Wo wird Palmöl angebaut?

Die Ölpalme wächst bis zu 30 Meter hoch und kommt ursprünglich aus dem Westen Afrikas. Dort nutzen die Menschen ihre Früchte seit tausenden von Jahren. 

Die Ölpalme liebt feuchtes und warmes Klima und wird heute in Regenwaldgebieten rund um den Äquator angebaut. Am meisten Palmöl wird in Indonesien und Malaysia hergestellt. 

Weltkarte, in der die Länder eingezeichnet sind, in denen Palmöl angebaut wird
In diesen Ländern wird das meiste Palmöl angebaut.

Warum ist Palmöl so schlecht für den Regenwald?

Ölpalmen brauchen Wärme und viel Feuchtigkeit. Deshalb wachsen sie nur in Regenwaldgebieten. Um sie anzupflanzen, werden im Regenwald viele Bäume gefällt oder abgebrannt. Dabei sterben unzählige Tiere und Pflanzenarten, die es nur dort gibt. 

Vor allem in Indonesien und Malaysia (Asien) verlieren Orang-Utans, Tiger und Nashörner ihr Zuhause.

Orang-Utans kommen nur auf den zwei Inseln Borneo und Sumatra vor. Hier sterben jedes Jahr über 3000 Orang-Utans, weil sie keinen Lebensraum mehr finden.

abgeholzter Regenwald, Baumstämme, triste Landschaft, im Hintergruznd grüner, intakter Regenwald
Hier wurden gerade viele Bäume gefällt, um Ölpalmen zu pflanzen. Dieses Stück Regenwald ist damit endgültig zerstört. Bild: RAN (CC BY-NC 2.0)
Luftaufnahme von bildfüllenden Plantagen aus Ölpalmen, durch die sich in der Mitte eine rote Straße zieht
Kein Regenwald, sondern Palmöl-Plantagen bis zum Horizont. Unzählige Tiere und Pflanzen haben ihr Zuhause verloren. Bild: Pusaka

Leider tun die Politiker viel zu wenig, um ihre Regenwälder zu schützen. Und in Ländern wie Deutschland wird viel zu viel Palmöl genutzt.

Das ist auch für die Menschen in Europa ein großes Problem: Wenn der Regenwald verschwindet, wird es auf der Erde auch wärmer. Das hat mit dem Klimawandel zu tun. Denn der Regenwald ist wie eine natürliche Klimaanlage für unsere Erde.

Wo liegt das Problem mit Palmöl?

Finde heraus:

Was passiert, wenn so viel Palmöl angebaut wird? Lies hier!
Downloads Info-Poster Palmöl (A4) PDF (640KB)

Ist Palmöl gesund?

Frisches Palmöl ist kein Problem für deine Gesundheit. Aber wenn es stark erhitzt wird, um Lebensmittel herzustellen, dann entstehen ungesunde Stoffe, die sogar Krebs verursachen können.
Deshalb sollte man nicht zu viele Lebensmittel mit Palmöl essen – das ist vor allem für Kinder ungesund!

Gibt es auch gute Nachrichten?

Ja! In Deutschland benutzen viele Menschen weniger Palmöl, weil sie wissen, wie schlecht es für den Regenwald ist. Auf vielen Verpackungen steht jetzt drauf, ob Palmöl drin ist. Immer mehr Menschen wollen keine Sachen kaufen, die Palmöl enthalten.

Es lohnt sich also, zu protestieren und den eigenen Einkauf zu verändern.

Wie erkenne ich Palmöl im Supermarkt?

Auf Lebensmitteln steht bei den Inhaltsstoffen oft das Wort Palmöl oder Palmfett.

Bei Shampoos, Cremes und Waschmitteln ist es schwieriger – dort heißen die Inhaltsstoffe oft kompliziert, z. B. Sodium Lauryl Sulfoacetate.
Wenn du dir unsicher bist, kannst du mit einem Erwachsenen die App Codecheck  nutzen und so erfahren, ob ein Produkt Palmöl enthält.

Augen auf beim Einkauf – aufpassen lohnt sich!

Diese Lebensmittel und Alltagsdinge enthalten besonders oft Palmöl:

Infografik Produkte die Palmöl enthalten
Lebensmittel wie Schokolade und Schokocreme, Margarine, Müsli, Fertigpizza, Fertigsuppen und Fertigsoßen, Kekse, Babynahrung. Palmöl findest du auch in Rasierschaum, Waschmittel, Shampoo, Haarkur, Duschgel, Mascara und Lippenstift.

Gibt es gutes Palmöl

Das beste Palmöl ist gar kein Palmöl!
Bei uns wachsen andere Pflanzen, aus denen man Öl machen kann – zum Beispiel Sonnenblumen, Raps oder Oliven.
Wenn wir diese Öle verwenden, müssen keine Regenwälder zerstört werden.

Auch Bio-Palmöl wird häufig dort angebaut, wo früher Regenwald stand und ist deshalb auch nicht gut für den Regenwald.

Was kann ich tun?

Infografik palmoel-was-kannst-du-tun-mitmachen

Diese einfachen Tipps machen Spaß und helfen, weniger Palmöl zu verbrauchen. Damit schützt du die Artenvielfalt, den Regenwald, die Menschen und das Klima.

  1. Erzähle anderen, 

    was du über Palmöl weißt – z. B. deiner Familie oder in der Schule.

  2. Achte beim Einkaufen auf die Inhaltsstoffe

    und suche Lebensmittel und Alltagsdinge ohne Palmöl aus. Dabei kann dir die App Codecheck helfen. Bitte einen Erwachsenen, dass er sie auf sein  Handy herunterlädt.

  3. Koche selbst

    mit frischem Gemüse vom Markt. Schau auf unsere Rezepte-Seiten.

  4. Iss weniger Fleisch,

    denn auch im Tierfutter steckt Palmöl.

  5. Verschenke 

    dein selbstgemachtes Lieblings-Müsli, leckere Schokocreme oder Kekse. Darüber freuen sich auch deine Eltern, Omas, Opas oder Tanten!

  6. Verwende Öle 

    aus deiner Gegend - wie Raps- oder Sonnenblumenöl.

  7. Mach eine Pizzaparty 

    mit selbstgemachtem Teig!

  8. Schreibe den Firmen, 

    dass du ihre Lebensmittel mit Palmöl nicht mehr kaufst. 

  9. Hole eine palmölfreie Frühstücksbox für deine Klasse.

    Bereitet euch ein leckeres und palmölfreies Frühstück zu! 

    Bei Tante Enso oder bei uns kann dein Lehrer*in die Frühstücksbox bestellen.

    Leckere Rezepte für ein palmölfreies Frühstück mit deiner Klasse findest du hier.

Weiterlesen

Letzte Aktualisierung: 30. März 2026
0 Kommentare

Diesen Artikel kommentieren

Wenn Du Fragen zu dieser Seite hast, schreib uns an info@abenteuer-regenwald.de.

Formular wird geladen

Hilf dem Regenwald

Unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende.
Jeder Beitrag macht einen Unterschied!

Jetzt spenden

Unser Newsletter

Jetzt kostenlos anmelden: Unser Newsletter informiert Dich monatlich über neue Schulaktionen und spannende Mitmach-Angebote für Unterricht und Zuhause.