Grillen: Bitte ohne Tropen-Grillkohle

In Grillkohle steckt überraschend oft Tropenholz – wir zeigen euch Alternativen, wie hier Grillbriketts aus Olivenkernen

Ob im Garten, im Park oder auf dem Balkon: Für viele ist Sommerzeit = Grillzeit. Doch nicht jede Grillkohle ist empfehlenswert, oft wird die Kohle auf Kosten von tropischen und subtropischen Wäldern produziert. Wir zeigen euch, wie ihr grillen und trotzdem die Natur schonen könnt – ohne Holz und ohne Fleisch.

Das Problem

  • Jahr für Jahr werden Tausende Tonnen Holzkohle aus der ganzen Welt nach Deutschland exportiert – 2015 waren es laut Statistischem Bundesamt rund 230.000 Tonnen. Die größte Menge kommt aus Polen (74.065 Tonnen), gefolgt von Paraguay (34.048 Tonnen) und Nigeria (31.816 Tonnen). Insgesamt kommt mehr als ein Viertel der Holzkohle-Importe aus Südamerika, Afrika und Asien. Und dafür werden die Wälder gerodet.
  • Auf den Verpackungen der Holzkohle fehlen oft genaue Angaben zu Art und Herkunft des Holzes. Dort findet man zum Beispiel „Aus bewirtschafteten Forstbeständen“, „Naturprodukt“ oder „Auf Buchenholz-Basis“. Manchmal wird angegeben „Kein Tropenholz“. Doch darauf kann man sich nicht verlassen, das haben Tests schon mehrfach bewiesen.
  • Auch für das Fleisch auf dem Grill werden Regenwälder gerodet – vor allem in Südamerika. Dort müssen die Wälder für riesige Rinderweiden und Soja-Felder weichen. Soja dient als Kraftfutter in unserer Massentierhaltung (Rinder, Schweine, Geflügel).

Die Lösung

  • Unterschreibt unsere Petition an Läden und Tankstellen, nur Grillkohle ohne Tropenholz zu verkaufen. Und nur solche, wo die Art und Herkunft des Holzes auf den Tüten genau angegeben ist.
  • Statt Holzkohle eignen sich Olivenkerne und Kokosnussschalen zum Grillen – und beide sind Abfallprodukte. Kokosnussschalen müssen allerdings auch aus tropischen Ländern auf langen Transportwegen importiert werden. Olivenkerne kommen aus Europa.
  • Alternativen zum Holzkohlegrill sind Elektro- und Gasgrill

Grillkohle-Alternativen


OlioBric Grillkohle

OlioBric Grill-Briketts

  • Grillbriketts aus Olivenkernen
  • Besonderheit: Diese ökologischen Grill-Briketts werden aus Abfällen der Olivenölproduktion hergestellt. So bestehen sie aus Olivenkernen und -schalen aus Europa. Auch die Verpackung ist aus Recycling-Pappe.
  • Grilleigenschaften: Brauchen etwa 25 Minuten, bis sie heiß sind und sind somit schneller als die meiste reguläre Grillkohle.
  • Bekommt man wo: In vielen Biomärkten, z. B. denns, dennree und viele weitere
  • Gesamtergebnis: Unser absoluter Testsieger im klassischen Grillkohle-Bereich! Da sieht konventionelle Grillkohle richtig alt aus und wird wirklich überflüssig.


Kokoko Grillkohle

KOKOKO Grillbriketts

  • Grillbriketts aus Kokosschalen
  • Besonderheit: Diese Grillkohle besteht zu 100% aus Abfällen der Kokosmilchproduktion.
  • Grilleigenschaften: Bleibt länger heiß als "normale" Grillkohle und entwickelt kaum Rauch, man kann damit also auch z.b. auf dem Balkon grillen. Außerdem bleibt nur sehr wenig Asche nach dem Grillen zurück.
  • Bekommt man wo: In Grillfachgeschäften und online
  • Gesamtergebnis: Unser zweiter Testsieger. Sehr empfehlenswert und tolle Alternative zu herkömmlicher Grillkohle.


Rebenglut Grillkohle

Rebenglut

  • Weinreben und -stöcke zum Grillen
  • Besonderheit: "Knorze" sind getrocknete Weinstöcke von Bio-Winzern, die ähnlich wie Holzkohle verwendet werden können.
  • Grilleigenschaften: Qualmen etwas beim Anzünden, geben ein Raucharoma
  • Bekommt man wo: Im Greenpeace-Shop und online
  • Gesamtergebnis: Guter ökologischer Holzkohleersatz.

Unser Tipp: Achte beim Einkaufen immer darauf, was auf der Verpackung steht. Wenn unter den Zutaten „Palmöl“ oder „Palmfett“ angegeben wird, kaufe es lieber nicht.