30. April 2015

Welcher Unterschied besteht zwischen Palmöl und Kokosöl? Wird durch den Anbau von Kokospalmen auch Regenwald zerstört?

Die Probleme in Folge des industriellen Anbaus und der Produktion von Kokos- und Palmöl sind prinzipiell sehr ähnlich: Beide Palmen benötigen zum Gedeihen ganzjährig hohe Temperaturen und hohe Niederschläge. Sie gedeihen daher nur in den inneren Tropen mit feuchtheißem Regenwaldklima. Beide Palmen werden für den Export in großen industriellen Monokulturen (Plantagen) angebaut. Die Hauptproduzenten von Palmöl sind Indonesien und Malaysia. Von Kokosprodukten Indonesien, die Philippinen und Indien.

Die Anbaufläche für Ölpalmen liegt derzeit bei etwa 16 Millionen Hektar, die von Kokospalmen bei 12 Mio. ha.:
Jährliche Produktion:
Palmöl: ca. 60 Millionen Tonnen
Kokosnüsse 62 Mio. t, davon Kokosöl ca. 3,5 Mio. t

Der Ertrag von Ölpalmen liegt bei 2 bis 6 Tonnen Palmöl pro Hektar (Durchschnitt bei industriellen Plantagen liegt bei ca. 3,5 t/ha), die Kokosnussproduktion bei 5,2 t/ha.
Kokosöl steht bisher nicht so in der Kritik wie Palmöl, weil sie natürlich in einem riesigen Gebiet in den Küstengebieten Süd- und Südostasiens vorkommen (Dank ihrer schwimmfähigen Kokosnüsse, die angespült an Küsten dort auskeimen können).

Die Nutzungen von Kokospalmen sind allerdings sehr viel vielfältiger. Neben dem Öl werden auch das Fruchtfleisch (Kopra) für Süßspeisen, Kokosmilch etc. und das Kokoswasser (Getränk) genutzt, sowie die Kokosfasern (Füll- und Dämmmaterial), die Kokosschalen (Küchenutensilien, Kunsthandwerk), Palmwedel (Dachdeckmaterial), sowie das Holz der Stämme (Baumaterial) genutzt.

Bei Ölpalmen konzentriert sich die Nutzung auf das Palmöl/Fett, wobei aus dem Fruchtfleisch Palmöl und aus den Kernen Palmkernöl gewonnen wird. Letzteres geht vor allem in die chemische Industrie zur Herstellung von Seifen, Reinigungsmitteln, Kerzen usw.
Beide Öle/Fette werden mengenmässig vor allem von der Lebensmittelindustrie (ca. 75%) verwendet (Speiseeis, Gebäck und Teigwaren, Süsswaren), und zu einem geringeren Anteil für technische Zwecke (15%) und Biodiesel (10% vor allem das aus den Palmkernen gewonnene Palmkernöl).

Die Einsatzmöglichkeiten der Öle/Fette werden im wesentlichen von der chemischen Zusammensetzung der Fettsäuren bestimmt. Palmöl enthält 46% gesättigte Fettsäuren (vor allem Palmitinsäure, Kokosöl etwa 50% (vor allem Laurinsäure). Da beide Öle/Fette einen relativ hohen Schmelzpunkt haben, sind sie bei Raumtemperatur fest, was für viele Fertigprodukte der Nahrungsmittelindustrie ein Vorteil ist. Erst im Mund (ein bei Speiseeis und vielen Süssspeisen erwünschter Effekt) oder beim Kochen schmelzen die Öle.

Im Gegensatz zum billigen Palmöl liegt Kokosöl im langjährigen Durchschnitt vom Preis her etwa gleichauf mit heimischen Pflanzenölen wie Raps und Sonnenblume.

1 Bewertungen

Diesen Artikel kommentieren

Wenn Du Fragen zu diesem Artikel hast, schreib uns an info@abenteuer-regenwald.de.