Weltwunder Amazonien – Amazonas-Regenwald

Luftaufnahme des sich schlängelnden Amazonas durch den Regenwald Der Amazonas wirkt manchmal wie ein See, in der Regenzeit wird er breiter als 10 Kilometer. In der Mitte ist er 50 Meter tief

Der Lebensraum des Amazonas ist ein einziger Superlativ: Im größten Flussgebiet der Erde wachsen mehr als die Hälfte aller tropischen Regenwälder. Mit einer Fülle von Tier- und Pflanzenarten, wie es sie nirgendwo sonst auf unserem Planeten gibt. Deshalb wurde der Amazonas zum „Weltwunder der Natur“ gewählt. Bitte staunen!

Wichtigste Fakten
  • In welchen Ländern ist der Amazonas Regenwald?
  • Wie lang ist der Amazonas?
  • Warum ist der AMazonas-Regenwald so wichtig für das Weltklima?
  • Was kann ich tun?

Regenwald –  und noch viel mehr

In Amazonas-Becken wachsen nicht nur tropische Regenwälder – insgesamt gibt es dort 23 unterschiedliche Landschaften. Dazu gehören Savannen, Überschwemmungswälder, Flussauen und Mangrovensümpfe. Diese Vielfalt an Lebensräumen ist auch der Grund, warum in Amazonien so viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind: schätzungsweise ein Viertel aller Arten der Erde, niemand kennt die genaue Zahl.

Der Amazonas-Flusslauf von obenDer Amazonas-Flusslauf mit seinen vielen Verzweigugnen (Bild: flickr / CIFOR (CC BY NY ND 2.0))

Die Bäume – ein Milliarden-Schatz

Im Amazonasgebiet wachsen ungefähr 16.000 verschiedene Baumarten: vom kleinen frisch gekeimten Bäumchen in der Krautschicht am Boden über Bäume in den verschiedenen Stockwerken des Regenwaldes bis zu den 70 Meter hohen Urwaldriesen, die das Kronendach überragen. Wie zum Beispiel der Kapokbaum. In dem feuchtheißen Klima wachsen viele Baumarten sechsmal schneller als in Mitteleuropa.
Insgesamt gibt es rund 390 Milliarden größere Bäume. Zu dieser Schätzung kam eine Gruppe internationaler Forscher.

Regenwald mit überragendem KapokbaumDer Kapokbaum gehört zu den Urwaldriesen am Amazonas (Bild: flickr / vsmithuk (CC BY 2.0))

Gigantische Klimaanlage – und fliegende Flüsse

Für das Weltklima ist der Amazonasregenwald nicht nur wegen der gewaltigen Mengen von Kohlenstoff, die in der Vegetation gespeichert sind, von besonderer Bedeutung. Amazonien wirkt zudem wie eine riesige Wärme- und Wasserpumpe. Es saugt feuchte Luftmassen vom Atlantik an, die sich über dem Regenwald abregnen.
Wie ein Riesen-Schwamm hält der Urwald die Feuchtigkeit zurück. Ein einziger großer Baum kann bis zu 1.000 Liter Wasser täglich verdunsten und trägt damit zur Bildung neuer Gewitterwolken bei. Die Bergkette der Anden leitet die feuchten Luftströmungen aus Amazonien Richtung Süden ab. Als „fliegende Flüsse“ versorgen sie den Süden Brasiliens mit Regen, sonst würden sich dort Wüsten ausbreiten.

Nebel im Amazonas-RegenwaldNebelschleier steigen in die Atmosphäre (Bild: swisoot/istock) (Bild: swisoot/istock)

Der Tapir: Amazoniens Superförster

Das größte Säugetier in Südamerika ist der Flachlandtapir. Er ist ein Pflanzenkenner: Mindestens 270 verschiedene Pflanzenarten und Früchte stehen auf seinem Speiseplan. Die Samen der verspeisten Kost scheidet der Tapir nach dem Fressen weitgehend unbeschadet wieder aus und verbreitet sie auf seinen Wanderungen über viele Kilometr. Damit gehören Tapire zu den emsigsten Förstern des Regenwaldes.
Am Ende der Nahrungskette im Amazonien-Dschungel stehen ein Säugetier und ein Vogel: Der Jaguar, der auch hervorragend klettern und schwimmen kann. Und der Riesengreifvogel Harpyie, der in den Kronen der Baumriesen vor allem Säugetiere wie Faultiere und Affen jagt. So helfen sie dabei, das biologische Gleichgewicht zu wahren.
Wollt ihr noch mehr erstaunliche Tiere im Amazonas-Regenwald kennenlernen? Dann besucht unsere Seite über die erstaunlichen Bewohner des Amazonas.

Die Hüter des Waldes

Amazonien ist Heimat von vielen verschiedenen indigenen Völkern – früher nannte man sie Ureinwohner. Sie waren die ersten Bewohner des tropischen Regenwaldes – es gibt Hinweise darauf, dass sie hier schon vor mehr als 12.000 Jahren lebten.
Die Indigenen haben ein uraltes Wissen über den Wald und seine Ressourcen; ihr traditioneller Umgang mit der Natur ist nicht zerstörerisch.

eine Indianerin steht mit ausgebreiteten Armen schützend vor einem Regenwald-RiesenbaumSenovia Rios Figueroa aus Peru beschützt den Wald ihres Volkes gegen illegale Holzfäller

Man schätzt, dass heute etwa 7 Millionen Menschen als Waldvölker in Gemeinschaften leben, so wie ihre Vorfahren. Die Mehrzahl ihrer Bewohner sind Paranuss-Sammler, Kautschukzapfer, Kleinfischer und Früchtesammler. Sie leben vom Fischfang und der Jagd, bauen Maniok an und sammeln Waldprodukte wie Lianen, Heilkräuter, Früchte, Rinden, Fasern, Harze und Klebstoffe. Sie kennen die Natur genau und nutzen sie, ohne sie zu zerstören, denn ihr Überleben hängt von ihr ab. Deshalb vertedigen die Indigenen ihre Regenwaldgebiete gegen Eindringliche so gut sie können – ihre Lebensräume gehören zu den am besten geschützten und erhaltenen Regenwaldgebieten Amazoniens.

Die Zerstörer des Waldes

Der Amazonas-Regenwald verschwindet – ein Fünftel wurde bereits abgeholzt oder verbrannt. Brasilien ist vor Bolivien und Peru der schlimmste Regenwald-Zerstörer – schon im Jahr bevor Jair Bolsonaro am 1. Januar 2019 Präsdident wurde. Seitdem lässt er die Abholzungen vorantreiben – und macht sogar vor den Stammesgebieten der Indigenen nicht Halt. Warum? Für wirtschaftliches Wachstum:
Die Urwaldriesen werden abgeholzt, um Platz zu schaffen für große Plantagen aus Ölpalmen und Soja, für Rinderweiden und Mega-Staudämme, für Bergwerke, in denen Gold, Kupfer und andere Metalle gefördert werden. Auch in Möbeln, Fußböden und Papier endet das wertvolle Tropenholz. Mehr Infos dazu auf dieser Website unter „Bedrohungen“.
Im August 2019 erschütterten die verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald die ganze Welt.

verkohlte Baumstämme vor Regenwald-RestenBrandrodung am Amazonas (Bild: Rainforest Action Network)

Das können wir tun

Mit den Regenwäldern verlieren nicht nur die Menschen ihren Lebensraum, viele Tiere und Pflanzen sind inzwischen vom Aussterben bedroht.
Deshalb müssen die Regierungen der betroffenen Länder ihre Gesetze zum Schutz der Wälder und Arten massiv verbessern. Aber auch jeder von uns kann etwas tun. Was, erfahrt ihr unter den Links „Fleisch und Soja“ und „Regenwald retten“.

Lesetipp: memo Wissen entdecken: Amazonas. 9,95 Euro. Absolut spannend und bunt. Wir haben es auch als Quelle für diese Seite genommen.
Weitere Quellen: https://conservation-development.net/

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Steckbrief

Länge
und 6.500 km (= Entfernung Berlin–New York), zweitlängster Strom nach dem Nil.
Zu- und Nebenflüsse
etwa 10.000, sie machen das Amazonas-Becken zum weltweit größten Flussgebiet und transportieren ein Fünftel des gesamten Süßwassers der Erde.
Größe Amazonasbecken
gut 7 Millionen Quadratkilometer, 20 mal so groß wie Deutschland!
Quelle
in den 5.000 m hohen, schneebedeckten Gipfeln der peruanischen Anden. Das 325 km breite Mündungsdelta erstreckt sich am Atlantik in Brasilien.
Länder
9 Staaten teilen sich das Amazonas-Becken, 60 % liegen in Brasilien, 13 % in Peru, 10 % in Kolumbien. Die anderen 6 sind Bolivien, Ecuador, Venezuela, Suriname, Guyana, Franz. Guyana.
Menschen
seit mindestens 12.000 Jahren. Heute leben in der Amazonas-Region ca. 7 Millionen Einwohner. Unter ihnen noch etwa 320 Ureinwohner-Stämme, die in und von den Regenwäldern leben.
Tiere und Pflanzen
schätzungsweise ein Viertel aller Arten der Erde, niemand kennt die genaue Zahl. 10 % von ihnen leben nur dort und sonst nirgendwo auf der Welt.