6. Mai 2015

Kermit lebt!

 Knallgrüner Glasfrosch auf einem Ast Der neu entdeckte knallgrüne Glasfrosch. Seinen Namen verdankt er seinem durchsichtigen Bauch

Seit 17 Jahren erkundet der US-amerikanische Biologe Brian Kubicki die Regenwälder von Costa Rica nach Amphibien. Die Frösche, sagt er, sind dort eigentlich gut erforscht. Und so war Kubicki sehr überrascht, als er im Dickicht eine ihm bisher unbekannte Art erblickte – beziehungsweise erst mal hörte.

Brian Kubicki ist 1998 von Kalifornien in das mittelamerikanische Land Costa Rica gezogen, um dort ein Forschungszentrum für Amphibien zu gründen.
Ende April 2015 durchstreifte der Biologe mit seinem Team wieder einmal die Regenwälder im Nordosten des Landes. Ein seltsames Geräusch ließ die Wissenschaftler aufhorchen, es klang wie ein Insekt. Neugierig folgten sie dem Ton – und erblickten mitten im Blattgewirr einen knallgrünen Frosch mit riesigen Augen. „Sein Ruf, ein Weibchen anzulocken, ist schon ziemlich einzigartig“, sagt Kubicki erstaunt.

Als er das Foto veröffentlichte, waren sich die Medien-Leute weltweit einig: Hier handelt es sich womöglich um einen engen Verwandten von Kermit, dem geschwätzigen Frosch aus der Muppet-Show und Sesamstraße. Dasselbe Grün, dieselben Augen!

Allerdings: Der gerade entdeckte Frosch ist nur 2,5 Zentimeter klein, und seine Haut ist fast durchsichtig. Auf der Unterseite sieht man sogar seine Organe und wie sein Herz schlägt. Er gehört zur Familie der Glasfrösche, und mit ihm kennt man in Costa Rica nun insgesamt 14 Glasfroscharten. Das letzte Mal haben Forscher 1973 einen neuen Glasfrosch entdeckt.

„Glasfrösche sind sehr empfindsam“, erzählt Brian Kubicki. „Sie können nur in intakter, sauberer Natur überleben. Dass wir hier eine neue Art gefunden haben, ist auch ein gutes Zeichen für die Natur.“ Costa Rica gehört zu den wenigen Ländern Lateinamerikas, die viel für den Schutz der tropischen Regenwälder tun.

Und wie hat Brian Kubicki seine Neuentdeckung getauft? Nein, nicht nach dem weltberühmten Puppen-Zwilling – nach seiner Mutter Diane. Wissenschaftlich korrekt: Hyalinobatrachium „dianae“.

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