Wie sieht es im Regenwald aus?

Ein Mann steht mitten im nebligen Regenwald Im tropischen Regenwald wachsen die Pflanzen sehr unterschiedlich hoch

Auf den ersten Blick erscheint uns der Dschungel undurchdringlich und gleichmäßig grün. Erst bei näherem Hinsehen erkennen wir, wie viele unterschiedliche Pflanzenarten hier miteinander und auch voneinander leben: vom winzigen Pilz bis zum Baumriesen. Und natürlich auch unzählige Tiere.

Die Urwald-Bewohner sind auf verschiedenen Etagen zuhause, so wie Menschen in einem Wolkenkratzer. So werden manche Bäume 60 bis 80 Meter hoch. Habt Ihr schon mal im Schwimmbad auf einem 10-Meter-Turm gestanden? Dann könnt ihr Euch sicher vorstellen, wie groß so ein Urwaldriese sein muss. Diese Bäume, auch Überständer genannt, haben meist einen so dicken Stamm, dass drinnen sogar ein Auto Platz hätte.

Die Überständer bekommen sehr viel Licht ab. Weiter unten wird das Sonnenlicht jedoch knapper, und während die mittelhohe Kronenregion noch relativ viel Licht abbekommt, fangen die Pflanzen am Boden kaum noch Sonnenstrahlen auf. Selbst wenn es regnet, können ein paar Minuten vergehen, ehe die ersten Tropfen durch das dichte Blätterdach zu Boden fallen.

Stockwerkbau im Regenwald

Der tropische Regenwald ist von unten nach oben in vier Stockwerke aufgeteilt:

Illustration des Stockerkbaus im Regenwald Stockwerkbau des Regenwaldes

  • Parterre: Die Boden- und Wasserwelt mit Pilzen, Ameisen, Käfern und vielen anderen Insekten. Zu den Bewohnern von Flüssen und Seen gehören neben den Fischen auch Echsen, Krokodile oder Zwergflusspferde.
  • 1. Stock: Im sogenannten Unterwuchs mit Büschen, Sträuchern und Blüten leben Schlangen und kleine Nagetiere. Oft suchen auch Bewohner der oberen Etagen hier nach Nahrung: Jaguare, Affen, auch Kolibris auf der Suche nach Blütennektar.
  • 2. Stock: Im Blätterdach dieser sogenannten Kronenregion ist jede Menge los. In den Bäumen, die bis zu 35 Meter hoch wachsen, leben Affen, Schlangen und Baumfrösche, bunte Vögel wie Papageien und Tukane. Um die Äste ranken sich Lianen, Würgefeigen und schillernde Orchideen.
  • 3. Stock: In den Baumriesen, die wie Türme aus dem Blätterdach herausragen, sind vor allem Vögel und Fledermäuse zu Hause. Zu den „Überständern“ gehören zum Beispiel der Mahagoni- und der Paranussbaum.

Das besondere des Regenwaldes ist eben, dass hier gut die Hälfte aller auf der Welt lebenden Arten von Tieren und Pflanzen wohnen. Die genaue Zahl kennt allerdings niemand, denn Millionen von ihnen sind bis heute unentdeckt. Damit sie überleben können, sind Tiere und Pflanzen voneinander abhängig – manche „arbeiten“ sogar zusammen wie zum Beispiel das Aguti (ein Nager aus der Meerschweinchen-Familie), der Paranussbaum und die Prachtbiene am Amazonas. Wenn ein Baum gefällt wird, sterben mit ihm auch Tausende Lebewesen – wie zum Beispiel Insekten –, die auf ihm gelebt haben. Und dann verhungern auch die Vögel, die sonst die Insekten fressen. Lies mehr dazu auf der Seite Tiere.