Was passiert, wenn der Regenwald abgeholzt wird?

Eine Orang-utan-Schützerin steht mit einem Äffchen im Arm vor einem abgebrannten Regenwald Rettung in höchster Not: Das Äffchen hat nicht nur seinen Lebensraum verloren, sondern auch seine Mutter

Die Folgen der Abholzung sind dramatisch für die Menschen und Tiere in den Regenwaldländern – aber auch für uns, denn sie beeinträchtigen drastisch das Klima der Erde. Am deutlichsten sehen wir die Folgen daran, dass wir mit den Regenwäldern auch die dort beheimateten Pflanzen und Tiere verlieren – jeden Tag sterben mehr als 100 Arten für immer aus. Doch es gibt noch andere ernste Auswirkungen:

  • Die Bäume und Torfmoore speichern viel CO2, das durch die Abholzung in die Atmosphäre entweicht. Daher trägt der Raubbau an den Regenwäldern zur Klimaveränderung bei.
  • Der Regenwald hat einen fast perfekten Wasserkreislauf (siehe Grafik unten auf dieser Seite). Wird er gestört, können sich die Wüsten weiter ausbreiten.
  • Tausende von Jahren haben die Ureinwohner im und vom Wald gelebt, ohne ihn zu zerstören. Für Plantagen werden sie nun vertrieben und verlieren mit dem Regenwald ihre Heimat und ihre Nahrungsgrundlage.
  • Der Boden, auf dem vorher der Regenwald stand, wird unfruchtbar.

Hinzu kommt, dass in den Regenwäldern Millionen von Tier- und Pflanzenarten leben, die bis heute nicht erforscht wurden. Wer die Wälder zerstört, vernichtet damit beispielsweise auch die Pflanzen, deren Wirkstoffe vielleicht gegen Krebs, Rheuma und andere Krankheiten helfen könnten.

Lies hier die Folgen im Detail:

Auswirkungen auf das Klima

Regenwälder stabilisieren das Klima der Welt, indem sie der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid (CO2) entziehen und stattdessen Sauerstoff abgeben. Allein der Amazonas-Regenwald schluckt etwa zwei Milliarden Tonnen CO2 im Jahr. (Quelle: mongabay)

Grafik, die die jährliche CO2Speicherung der Wälder und die CO2-Freisetzung durch Waldzerstörung visualisiert Die Abholzung von Wäldern macht ungefähr 15 % des weltweiten Ausstoßes von CO2 aus. Denn Regenwälder und Torfmoore speichern besonders viel CO2.

Wird Regenwald abgeholzt, steigen große Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre auf, die vorher in den Wäldern gebunden waren. Die Schicht aus Kohlendioxid in der Atmosphäre wirkt wie das Glasdach eines Treibhauses. Deshalb nennt man CO2 auch Treibhausgas, weil es zur globalen Erwärmung beiträgt.

Das hört sich zwar toll an, ist es aber nicht: Wenn es weltweit nur wenige Grade wärmer wird, steigen bereits die Meeresspiegel, weil die Eisberge an den Polen der Erde schmelzen. Auch gibt es dadurch immer mehr extremes Wetter wie Überschwemmungen und Dürren. Viele Forscher schätzen, dass sich der Anteil an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre um ein Viertel erhöhen würde, wenn alle tropischen Regenwälder der Erde vernichtet wären (Quelle: Helles Köpfchen).

Beeinträchtigung des Wasserkreislaufs

Drei Viertel des Wassers im Regenwald zirkuliert ständig und wird vom Wald recycelt. Wenn man sich vorstellt, dass ein einzelner Baum bis zu 1.000 Liter Wasser am Tag in die Atmosphäre abgeben kann, wird klar, dass etwas fehlt, wenn die Bäume verschwinden. Wie du auf der Grafik unten siehst, fließt das Regenwasser durch die Abholzung einfach ab oder versickert im Boden – anstatt in einem Kreislauf wiederverwertet (recycelt) zu werden. Dann können sich keine neuen Wolken mehr Bilden, um Regen zu bringen, es verdunstet weniger Feuchtigkeit in die Atmosphäre. Dadurch drohen Dürren, Flüsse trocknen aus, und an den Wendekreisen können sich sogar Wüsten bilden.

Grafi, die den unterschiedlichen Wasserkreislauf in den Tropen darstellt wenn der Regenwald intakt oder abgeholzt ist Wasserkreislauf im Regenwald

Folgen für die Menschen vor Ort

Wird ein Wald zerstört, werden auch die Menschen vertrieben, deren Vorfahren Tausende von Jahren im und vom Wald gelebt und ihn immer bewahrt haben. Heute ist das Überleben der Ureinwohner akut bedroht. Zu ihnen gehören zum Beispiel die Awá-Indianer in Brasilien, Pygmäen in Afrika, Penan in Malaysia und viele andere Völker. Denn wenn die Bulldozer der Holzfirmen die Pflanzen und Tiere vernichten, wird auch die „Vorratskammer” der Waldmenschen geplündert. Zusätzlich leiden Millionen von Bauern unter der Regenwaldvernichtung, denn sie brauchen intakte Wälder als Wasserspeicher, der Regen- und Trockenzeiten ausgleicht.

Verschlechterung des Bodens

Wird der Regenwald abgeholzt, verliert der Boden dort sehr schnell seine Fruchtbarkeit. Das heißt: Durch den vielen Regen in den Tropen wird die dort nur sehr dünne nährstoffreiche Erdschicht weggeschwemmt. Daher ist es schwer bis unmöglich, größere kahle Flächen wieder mit Regenwald zu bepflanzen.