Stell' uns deine Frage rund um den Regenwald!

Hier beantworten wir all deine Fragen, die du schon immer zum Thema Regenwald hattest. Jeden Monat wird eine Frage des Monats vorgestellt.
Du hast eine Frage? Her damit! Schreib uns an info@abenteuer-regenwald.de!


Frage des Monats November 2017

Warum leben im Regenwald nur sehr wenige große Tiere am Boden?

Die Bodenregion im Regenwald bietet nicht sehr viel Nahrung. Denn der Boden selbst hat sehr wenige Nährstoffe, weil sich keine nahrhafte Humusschicht aus Blättern oder faulen Früchten bilden kann: In der feucht-heißen Luft wird alles, was auf den Boden fällt, sofort von Pilzen zersetzt und von den Wurzeln der Pflanzen als Nahrung aufgenommen. Was liegen bleibt, wird auch häufig von den heftigen Regenschauern weggespült. Für die größeren Tiere bleibt also nicht viel übrig am Boden.

Deshalb gibt es dort nur wenige große Tiere. Viele von ihnen sind auch noch Vegetarier, fressen also nur Gras, Blätter, Zweige, Rinde, Früchte, Wurzeln oder Samen. Um davon satt zu werden, verbringen sie viele Stunden am Tag mit der Suche nach Nahrung und legen weite Wege zurück. Vegetarier unter den großen Tierarten, die am Boden leben, sind zum Beispiel Elefanten, Nashörner oder Tapire.

Raubtiere, die Fleisch fressen, wie Tiger, Jaguare oder Pumas, haben es da schon besser: Ihre Beute reicht oft für mehrere Tage.

Im Regenwald sind auch die „großen“ Tierarten kleiner als in der Savanne – weil die Nahrung dort knapper ist, wie oben beschrieben:

Asiatische und afrikanische Waldelefanten sind kleiner als Elefanten in der Steppe Afrikas. Sumatra-Nashörner sind kleiner als afrikanische Steppen-Nashörner, und auch Sumatra-Tiger sind kleiner als die Bengalischen Tiger in Indien. Viele Tierporträts findest du auf unserer Website unter www.abenteuer-regenwald.de/wissen/tiere/

Die großen Tiere im Regenwald sind übrigens meistens Einzelgänger – in Gruppen würden sie sich ja gegenseitig das Futter wegfressen. In der Savanne ist es anders: Dort leben große Tiere wie Elefanten, Büffel, Zebras, Giraffen, Antilopen usw. in großen Herden, weil genügend satt machende Nahrung vorhanden ist. Denn das Gras und die Kräuter von Savannen und Steppen sind nahrhafter als die Blätter im Regenwald.

Frage des Monats Oktober 2016

Welche Feinde außer dem Menschen haben Plumploris?

Zu den natürlichen Feinden der Plumploris gehören große Raubvögel und Schlangen – z.B. Haubenadler und Netzpython. Aber auch Orang-Utans, die ja eigentlich Pflanzenfresser sind, sollen schon mal einen Plumplori verspeisen. Das hat auch die Biologin Madeleine Hardus von der Universität Amsterdam auf der indonesischen Insel Sumatra beobachtet. Sie vermutet, dass Orang-Utans aber nur dann zu Fleischfressern werden, wenn sie nicht genügend Früchte und Blätter in ihrem Revier finden.

Ansonsten wissen sich Plumploris vor Fressfeinden gut zu schützen: Sie sind nachts aktiv und verschlafen den Tag im dichten Blattwerk der Bäume.

Und fest steht: Menschen sind der größte Feind der Plumploris - weil er ihren Lebensraum vernichtet und die niedlichen Affen als Haustier halten will.

Frage des Monats Juli 2016

Ist der Verzehr von Palmöl auch für Menschen bedenklich?

Schon seit mehreren Jahren ist bekannt, dass Palmöl und Palmfett gesundheitsschädlich sein können. Denn bei der industriellen Verarbeitung entstehen verschiedene gefährliche Schadstoffe (sogenannte Fettsäureester) – vor allem wenn die Pflanzenöle bei hoher Temperatur raffiniert werden.

Das bestätigten auch die Lebensmittelexperten des Bundesamtes für Risikobewertung im ZDF-Magazin WISO im November 2015: „Einige dieser Stoffe sind giftig für Nieren, Leber und Hoden.“ Andere seien krebserregend.

Auch die EFSA (European Food Safety Authority) hat Anfang Mai 2016 vor den gesundheitlichen Risiken durch Palmöl gewarnt (Quelle).

Frage des Monats März 2016

Woher weiß man, dass Orang Utans die Bäume des Regenwaldes als Medizin benutzen? Woher wissen sie, wann sie krank werden können?

Forscher beobachten die Tiere, um etwas über ihr Leben und ihr Verhalten herauszufinden. Das geschieht zum Beispiel in Zoos oder auch in den Nationalparks auf Sumatra und Borneo, wo viele der Orang-Utans leben. Die Zoologen sehen also, was die Tiere fressen, um satt zu werden - zum Beispiel Früchte wie Mangos oder Guaven und auch Blätter. Dabei wurde beobachtet, dass ein Tier aus einer Gruppe etwas frisst, was die anderen Tiere nicht interessiert, zum Beispiel die Blätter von einem bestimmten Baum. Die Forscher haben dann diese Blätter untersucht und festgestellt, dass sie einen Wirkstoff haben, der gegen Bauchschmerzen oder Durchfall hilft. Unsere Medizin wird ja auch aus den Pflanzen gewonnen, oft aus den Pflanzen des Regenwaldes.

Du weißt bestimmt, dass Orang-Utans sehr schlau sind - und uns Menschen sehr ähnlich. In ihrem Revier kennen sie jeden Baum und wissen, wie seine Blätter und Früchte schmecken und auch, wann die Früchte reif sind. Das können sie sich gut merken, denn Orang-Utans haben ein gutes Gedächtnis. Dieses Wissen geben die Mütter an ihre Jungen weiter. Und ob eine Pflanze als Medizin taugt, zum Beispiel gegen Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen, haben die Tiere wahrscheinlich irgendwann mal festgestellt - und es sich gemerkt und den Jungen dann beigebracht.

Und die Tiere wissen sicher nicht vorher, dass sie krank werden können. Sondern sie suchen erst die „Medizinbäume“ auf, wenn sie schon krank sind. Und je nachdem, was ihnen fehlt, suchen sie sich dann genau den richtigen Baum. So wie sie es seit Generationen von einander gelernt haben.

Frage des Monats Dezember 2015

„Was sollen all die Menschen, die in der Regenwaldabholzung tätig sind, machen wenn diese ihren Arbeitsplatz verlieren? Und wie viele Menschen arbeiten in diesem Bereich?“

Hallo Larissa,
das ist eine interessante Frage. Wie viele Menschen weltweit im Bereich der Regenwald-Rodungen arbeiten, können wir nicht beantworten.
Wahrscheinlich sind es gar nicht so viele. Denn die Holzfirmen arbeiten mit schweren Maschinen wie Bulldozer und Bagger – damit walzen sie die Vegetation einfach platt - manchmal viele hundert Hektar an einem Tag. Eine Maschine wird von einem Mann bedient.
Vorher werden die Urwaldriesen abgesägt, deren Holz teuer verkauft wird - und auch das geht maschinell sehr schnell.

Viel wichtiger erscheint uns aber die Frage: Wie viele Menschen verlieren Nahrungsquelle und Einkommen, wenn der Regenwald abgeholzt ist. Und das sind sehr, sehr viel mehr als in der Holzbranche arbeiten.
Regenwälder sind Heimat und Lebensquelle von 410 Mio. Menschen, darunter 60 Mio.Indigene (Quelle Welternährungsorganisation FAO). Das heißt, dass die Waldbewohner sich von Früchten, Kräutern, Pilzen, kleinen Wildtieren etc. ernähren und Holz, Bambus, Rattan für den Hausbau nutzen und zum Flechten von Körben und Matten. Das alles müssen sie also nicht kaufen.
Zusätzlich verdienen sie Geld mit dem Sammeln und Verkaufen von z.B. Honig, Früchten und auch Kautschuk. Denn schon seit Jahrhunderten werden auch Kautschuk-Bäume im Regenwald gepflanzt. Auch Fischfang bringt Nahrung und Einkommen. Und auch die Felder, die sie als Kleinbauern mit Gemüse oder Reis am Rande der Regenwälder bewirtschaften.

Wenn die Regenwälder abgeholzt sind, können sich die Waldbewohner weder ernähren noch Regenwald-Produkte verkaufen - sie müssen ihre Heimat verlassen und leben dann meist in den Slums der Städte. Und sind dann darauf angewiesen, dass sie arbeiten müssen. Zum Beispiel als Holzfäller oder Arbeiter auf Palmölplantagen. Und das sind meistens Gelegenheitsjobs für wenig Geld.
Die Holzfäller sind also möglicherweise die Menschen, die ihren Regenwald als Nahrungsquelle verloren haben und jetzt solche Jobs machen müssen.
Es ist also viel besser, die Regenwälder als Nahrungs- und Lebensquelle der Menschen zu erhalten.


Frage des Monats Juli 2015

Was ist im Amazonas die größte Bedrohung für Tiere und welche Tiere sind besonders bedroht?“"

Zu den größten Bedrohungen für den Amazonas-Regenwald gehört der Holzeinschlag – vor allem für den Export von Edelhölzern. Besonders Mahagoni ist so begehrt, dass es auch als „grünes Gold“ bezeichnet wird (verwendet wird es z.B. für Möbel, Musikinstrumente und Boote).

Mahagoni wird auf der Roten Liste der bedrohten Arten als „bedroht“ eingestuft.

Außerdem wird der Amazonas-Regenwald für Rinderweiden, Anbau von riesigen Soja-Plantagen und Palmöl-Plantagen, die Förderung von Erdöl, Straßenbau und den Bau von Staudämmen gerodet.

Der Lebensraumverlust ist also, wie du schreibst, der Hauptgrund für den Rückgang oder das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten im Amazonasgebiet
(zu dem neben Brasilien auch Regionen in Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien gehören).

Auch Wilderei wird den Tieren und Pflanzen zum Verhängnis. Auf unserer Website www.regenwald.org findest du viele Beispiele, welche Tiere für welchen Zweck zum Beispiel in Südamerika gewildert werden.
Pflanzen werden vor allem durch Pharmakonzerne ausgebeutet – als Substanzen für Chemie und Medizin.

Auch Gifte aus der industriellen Land- und Viehwirtschaft sind eine große Gefahr für die Tiere. Denn Monokulturen werden mit Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln behandelt - mit dem Regen gelangt der Chemie-Cocktail in die Gewässer.
Vor allem die Fluss-Bewohner wie der Amazonas-Delfin, Reptilien und Fische leiden darunter. Diese Tiere werden übrigens auch durch die Staudamm-Bauten auf ihren Wanderungen behindert und gewissermaßen in einer Region gefangen gehalten.

Auch der Einsatz von Quecksilber zur Goldgewinnung vergiftet die Gewässer.

Hier nun ein paar Beispiele zu den bedrohten Amazonas-Tierarten – viele kennst du vielleicht schon von der Abenteuer Regenwald-Website:

Amazonas-Flussdelfin
Amazonas-Manati (Seekuh)
Blau (Hyazinth)-Ara
Goldsittich
Flachland-Tapir
Jaguar
einige Tukane
Kugelgürteltier
Schuppentiere
Nördlicher Spinnenaffe
Brilliant-Kolibri
Goldener Pfeilgiftfrosch


Frage des Monats April 2015

Welcher Unterschied besteht zwischen Palmöl und Kokosöl? Wird durch den Anbau von Kokospalmen auch Regenwald zerstört?

Die Probleme in Folge des industriellen Anbaus und der Produktion von Kokos- und Palmöl sind prinzipiell sehr ähnlich: Beide Palmen benötigen zum Gedeihen ganzjährig hohe Temperaturen und hohe Niederschläge. Sie gedeihen daher nur in den inneren Tropen mit feuchtheißem Regenwaldklima. Beide Palmen werden für den Export in großen industriellen Monokulturen (Plantagen) angebaut. Die Hauptproduzenten von Palmöl sind Indonesien und Malaysia. Von Kokosprodukten Indonesien, die Philippinen und Indien.

Die Anbaufläche für Ölpalmen liegt derzeit bei etwa 16 Millionen Hektar, die von Kokospalmen bei 12 Mio. ha.:
Jährliche Produktion:
Palmöl: ca. 60 Millionen Tonnen
Kokosnüsse 62 Mio. t, davon Kokosöl ca. 3,5 Mio. t

Der Ertrag von Ölpalmen liegt bei 2 bis 6 Tonnen Palmöl pro Hektar (Durchschnitt bei industriellen Plantagen liegt bei ca. 3,5 t/ha), die Kokosnussproduktion bei 5,2 t/ha.
Kokosöl steht bisher nicht so in der Kritik wie Palmöl, weil sie natürlich in einem riesigen Gebiet in den Küstengebieten Süd- und Südostasiens vorkommen (Dank ihrer schwimmfähigen Kokosnüsse, die angespült an Küsten dort auskeimen können).

Die Nutzungen von Kokospalmen sind allerdings sehr viel vielfältiger. Neben dem Öl werden auch das Fruchtfleisch (Kopra) für Süßspeisen, Kokosmilch etc. und das Kokoswasser (Getränk) genutzt, sowie die Kokosfasern (Füll- und Dämmmaterial), die Kokosschalen (Küchenutensilien, Kunsthandwerk), Palmwedel (Dachdeckmaterial), sowie das Holz der Stämme (Baumaterial) genutzt.

Bei Ölpalmen konzentriert sich die Nutzung auf das Palmöl/Fett, wobei aus dem Fruchtfleisch Palmöl und aus den Kernen Palmkernöl gewonnen wird. Letzteres geht vor allem in die chemische Industrie zur Herstellung von Seifen, Reinigungsmitteln, Kerzen usw.
Beide Öle/Fette werden mengenmässig vor allem von der Lebensmittelindustrie (ca. 75%) verwendet (Speiseeis, Gebäck und Teigwaren, Süsswaren), und zu einem geringeren Anteil für technische Zwecke (15%) und Biodiesel (10% vor allem das aus den Palmkernen gewonnene Palmkernöl).

Die Einsatzmöglichkeiten der Öle/Fette werden im wesentlichen von der chemischen Zusammensetzung der Fettsäuren bestimmt. Palmöl enthält 46% gesättigte Fettsäuren (vor allem Palmitinsäure, Kokosöl etwa 50% (vor allem Laurinsäure). Da beide Öle/Fette einen relativ hohen Schmelzpunkt haben, sind sie bei Raumtemperatur fest, was für viele Fertigprodukte der Nahrungsmittelindustrie ein Vorteil ist. Erst im Mund (ein bei Speiseeis und vielen Süssspeisen erwünschter Effekt) oder beim Kochen schmelzen die Öle.

Im Gegensatz zum billigen Palmöl liegt Kokosöl im langjährigen Durchschnitt vom Preis her etwa gleichauf mit heimischen Pflanzenölen wie Raps und Sonnenblume.


Frage des Monats März 2015

Wieso ist das Abholzen des Regenwaldes so verheerend? Wieso ist das schlimmer, als zum Beispiel ein Stück Wald bei uns zu roden?

Weil durch die Abholzung die komplette Artenvielfalt vernichtet wird. Zwar können Rodungen wieder vom Regenwald zurück erobert werden, aber das dauert bei größeren Flächen viele Jahrhunderte.

Außerdem sind die meisten Böden in den tropischen Regenwaldgebieten sehr nährstoffarm. Die Nährstoffe befinden sich überwiegend in der lebenden Biomasse, also den Pflanzen und Tieren, während die Humusschicht am Boden meist sehr dünn ist.

Bei uns in Deutschland gibt es schon seit mehreren Hundert Jahren keine natürlichen Urwälder mehr. Ursprünglich war Deutschland fast durchgehend von Buchenmischwäldern bewachsen.
Die Urwälder wurden für den Bau der Städte, von Schiffen und für die Brennholzerzeugung sowie zur Schaffung landwirtschaftlicher Flächen komplett abgeholzt. Alle heutigen Wälder und Forste in Deutschland und den Nachbarländern sind weitgehend vom Menschen angepflanzt und seit Jahrhunderten genutzt.

Die Artenvielfalt bei uns ist von Natur aus sehr viel niedriger als in den Tropen und in den vom Menschen gepflanzten Wirtschaftswäldern und Forsten noch einmal viel niedriger als in einem natürlichen Buchenmischwald.


Frage des Monats Februar 2015

Schaden Sojaprodukte wie Sojamilch, Tofu etc. auch dem Regenwald?

Hallo,
wenn man es ganz genau nimmt, müssten wir auch auf Soja, Sojamilch, Tofu etc. verzichten, oder? Wir essen keine Tiere mehr, weil sie Futter essen, das Soja enthält (Anbau = schlecht), aber Tofu ist erlaubt? Ich habe hierzu noch nicht recherchiert, aber was sagt Ihr dazu? Ich habe kein gutes Gewissen mehr beim Kauf von Sojaprodukten. Denn auch der Mensch greift hier immer mehr darauf zurück.
Danke für Euer Feedback und viele Grüße,
Sonja

Hallo Sonja,
grundsätzlich wird viel Soja dort angebaut, wo vorher der Regenwald stand, ja.
Aber:
Der Großteil des angebauten Sojas wird für Futtermittel für unser Fleisch, also in der Massentierhaltung, eingesetzt. Mehr als 80 % des nach Deutschland importierten Soja stammen aus Südamerika. Nur ein ganz kleiner Teil (ca. 2 Prozent) des Soja wird für Sojamilch, Tofu und ähnliche Produkte genutzt – und der wächst meistens auf europäischen Äckern.
Wenn du also z.B. ein Bio-Produkt kaufst, in dem Soja enthalten ist, stammt das Soja mit sehr großer Wahrscheinlichkeit aus Europa. Denn südamerikanisches Soja ist meistens gentechnisch verändert und darf bei uns nicht als bio verkauft werden. Wenn du also darauf achtest, nur Bio-Produkte mit Soja zu kaufen, bist du auf der sicheren Seite.


Frage des Monats Januar 2015

Gibt es viele verschiedene Arten im tropischen Regenwald in Borneo?

Im tropischen Regenwald auf Borneo gibt es sehr viele verschiedene Arten. Die bekanntesten sind z.B. Orang-Utan oder der Borneo-Waldelefant. Bislang wissen wir von 221 Säugetierarten, 400 Reptilien- und Amphibienarten, 622 Vogelarten und unglaublichen 15.000 Arten an höheren Pflanzen – rund fünfmal mehr als in Deutschland. Viele der Arten sind noch gar nicht umfassend erforscht, und außerdem kommen jedes Jahr weitere Arten dazu, die ein Forscher entdeckt.


2014


Frage des Monats Dezember 2014

Welche Spende ist am effektivsten?

Hallo,

Ich habe durch eine Werbung im Fernsehen erfahren, dass sich andere Organisationen ebenfalls für den Erhalt des Regenwalds einsetzen.
Welches Projekt ist am besten, um so viel Regenwald wie möglich durch den selben Beitrag zu schützen?
Mit freundlichen Grüßen

Tom

Hallo Tom,
wir freuen uns über dein Interesse, wie man die Regenwälder am besten schützt. Doch diesen Schutz in Euro-Beträgen auszurechnen, ist meistens schwierig und oft gar nicht machbar.
Hier ein paar Kosten-Beispiele aus unserer Arbeit:
Im Intag-Bergregenwald in Ecuador haben wir den Kauf von Regenwaldgebieten unterstützt, damit sie vor der Abholzung durch Bergbaufirmen sicher sind. Der Preis für einen Hektar lag bei rund 470 Euro – darin sind Vermessung, Notar-Honorar, Behördengänge etc. enthalten.
Doch der Kauf von Regenwald ist in den meisten Ländern, mit denen wir zusammenarbeiten, nicht möglich.

Philippinen: Am Golf von Davao und auf der Insel Samal Island unterstützen wir seit vielen Jahren die Aufforstung des zerstörten Mangrovengürtels. 640.000 Mangroven konnten bereits gezogen und ausgepflanzt werden – ein Mangroven-Samen kostet rund 10 Eurocent.

Auch auf der Insel Borneo tragen wir dazu bei, dass Naturschützer den Wald und die Wildtier-Korridore wieder aufforsten können. Auf einem Hektar finden je nach Baumart zwischen 150 und 300 Bäume Platz – die Neubepflanzung eines Hektars kostet rund 1.500 Euro. In dem Preis sind bereits Pflegekosten für fünf Jahre enthalten. Die Bäume werden später ein neues Kronendach bilden und somit das ursprüngliche Ökosystem wieder herstellen.

In Indonesien unterstützen wir unsere lokalen Partner dabei, das Land und den Wald der Gemeinden zu vermessen, Karten anzufertigen und Besitzurkunden auszustellen. Mit den beglaubigten Papieren fällt es den Bewohnern wesentlich leichter, ihr Land gegen Palmölfirmen zu verteidigen und Landraub zu verhindern.
Honorar und Spesen eines Kartografen kosten zum Beispiel 70 Euro pro Woche, ein GPS-Gerät etwa 100 Euro.

Du siehst also, dass man nicht ein Projekt als beste Lösung für den Regenwaldschutz nennen kann, sondern dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt.
Wenn du Mitglied in unserem Verein bist, weißt du sicher, dass die Aufklärung der Bevölkerung über ihre Rechte und über das Vorgehen der Plantagenfirmen der beste Weg ist, die Natur vor der Zerstörung zu bewahren. Das machen sie durch Workshops, Broschüren, Videos, über Facebook und Twitter. Darin unterstützen wir unsere Partner in den Regenwaldländern durch unsere Spenden.

Schöne Grüße


Frage des Monats November 2014

Warum machen die Politiker denn so wenig für den Regenwald und den Schutz der armen Tiere?

Die Regenwälder der Erde sind sehr wichtig für den Artenschutz und das Klima. Für den Artenschutz deshalb, weil mehr als 70 Prozent der weltweiten Tierarten in den Regenwäldern zu Hause sind. Der Regenwald ist auch für das Klima (Wetter) auf der Erde sehr wichtig, denn durch seine ganz besondere Beschaffenheit entziehen die Regenwaldbäume der Luft das gefährliche Kohlenstoffdioxid (CO2) und wandeln es in das lebenswichtige Sauerstoff (O2) um. Außerdem produzieren die Regenwälder auch Regenwolken, die dann Regen, also Wasser, in andere Gegenden bringen. Du siehst also, dass die Regenwälder superwichtig sind.

Das Politiker so wenig tun, um die Regenwälder und ihre Tiere zu schützen, liegt daran, dass verschiedene Produkte des Regenwaldes sehr beliebt sind bei großen Firmen. So z.B. das seltene und teure Tropenholz, aus dem z.B. Möbel gemacht werden. Im Boden des Regenwaldes befinden sich leider auch Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas und solche Sachen wie Gold und Kupfer.

Und viele Leute wollen das Holz oder solche Rohstoffe unbedingt aus dem Boden holen, weil zur Zeit so viel Geld dafür bezahlt wird. Die Menschen die solche Rohstoffe aus dem Boden holen, haben sehr viel Einfluss auf Politiker. Da Geld leider oft wichtiger ist, als eine gesunde und saubere Umwelt machen Politiker nicht so viel, um den Regenwald zu schützen, wie sie es eigentlich könnten.


Frage des Monats Oktober 2014

Welche abiotischen Umweltfaktoren gibt es im tropischen Regenwald?

Hallo Florian,
eine interessante Frage – darunter fallen u.a. Sonnenlicht, Temperatur, Feuchtigkeit und Böden. Diese Faktoren spielen natürlich in jedem Ökosystem eine Rolle, aber im tropischen Regenwald unterscheiden sich diese von den Verhältnissen bei uns in den gemäßigten Breiten.
Am Äquator herrscht das ganze Jahr über feuchtwarmes Klima. Die Temperaturen liegen konstant zwischen 20 und 28 Grad Celsius. Denn über dem Äquator steht die Sonne zwölf Stunden am Tag senkrecht. Die Niederschläge fallen das ganze Jahr über ohne ausgeprägte Trockenzeit und die Regenmenge beträgt mindestens 1,5 Meter (1.500 Millimeter) und kann bis zu 10 Meter (10.000 Millimeter) pro Jahr betragen.
Zu den Wendekreisen (also nach Norden und Süden hin) wird das Klima immer trockener mit immer stärker ausgeprägter Trocken- und Regenzeit (abhängig vom Sonnenstand) wie die Sahelzone in Afrika. Und um die Wendekreise herum befinden sich die großen Wüsten der Erde wie die Sahara.
Die Böden in den Regenwaldgebieten sind meist tiefgründig verwittert, sehr nährstoffarm und meist mit Metalloxiden (Bauxit, Eisenerz, Nickel, usw.) stark angereichert. Unter der meist wenige Zentimeter dicken Humusschicht kommen oft schon die roten Lateritböden zum Vorschein (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Laterit)
Siehe auch unter Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Abiotischer_Umweltfaktor