Grün-schillernde Biene fliegt eine rote Blüte an Prachtbienen (oder auch Orchideenbienen) leben vor allem in Mittel- und Südamerika (Bild: Eframgoldberg/CC BY-SA 3.0)
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Leben Bienen auch in den Regenwäldern?

Ja. Allerdings kommen in den Tropenwäldern nicht so viele Bienenarten vor, wie man denken könnte. Von den weltweit etwa 20.300 Arten leben die meisten eher in den trockenen Regionen der gemäßigen Breiten. 
Das berichtete ein Forscher-Team im Fachmagazin Science.

„Große Hotspots der Bienenvielfalt sind im Südwesten der USA zu beobachten, im Mittelmeerraum und dem Nahen Osten, sowie in Australien und Südafrika. In den Tropen dagegen ist die Artenzahl der Bienen allgemein weit geringer“, so das Forscher-Team.

Großer Artenreichtum

Bienen gehören zu den artenreichsten Tiergruppen der Erde – sie sind zahlreicher als alle Vögel und Säugetiere zusammen. Zur Bienen-Verwandtschaft gehören Hummeln und Honigbienen genauso wie viele unbekannte, auch stachellose Bienen aus den großen Familien-Clans der Hautflügler. 

Trotz ihrer großen Anzahl ist die Verbreitung der Bienenarten bisher wenig erforscht, sagen die Biologinnen und Biologen. Das sei erstaunlich, denn Bienen gehören zu den wichtigsten Bestäubern von Pflanzen überhaupt. 
Das Team hat weltweit Daten zu den Lebensräumen gesammelt und 2020 die erste Weltkarte der Bienen-Artenvielfalt veröffentlicht (siehe unten auf der Seite).

 

Die meisten mögen's heiß und trocken

Doch woher kommt die Vorliebe der Bienen für trockene Regionen wie Steppen oder sogar Wüsten? Müssten sie sich in Wäldern nicht viel wohler fühlen? 
Die Erklärung der Forscherinnen und Forscher: Wenn es in der Wüste regnet, breitet sich dort ein großes Blütenmeer aus. Das passiert in verschiedenen Regionen zu unterschiedlichen Zeiten. Und so finden die verschiedenen Bienenarten in den blühenden Kräuterteppichen jeweils genug Nahrung. 

In dichten Wäldern oder Regenwäldern wachsen nur wenige krautige Blütenpflanzen am Boden. Und die Bäume selbst bieten nicht so viel Nahrung. 

 

Weltkarte der Bienen

Karte mit allen Kontinenten mit farblich markierten Flächen von hellgelb bis schwarzrot. Sie zeigt das unterschiedliche BienenaufkommenJe dunkler die Regionen auf den Erdteilen gefärbt sind, desto mehr Bienenarten leben dort. Oben: Nord- und Südamerika. Unten: Afrika, Europa, Asien, Australien (Bild: Orr et al./Current Biology)
Quelle: Fachmagazin Science/Current Biology, 2020

Letzte Aktualisierung: 1. Juli 2022
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