31. März 2016

Woher weiß man, dass Orang Utans die Bäume des Regenwaldes als Medizin benutzen? Woher wissen sie, wann sie krank werden können?

Forscher beobachten die Tiere, um etwas über ihr Leben und ihr Verhalten herauszufinden. Das geschieht zum Beispiel in Zoos oder auch in den Nationalparks auf Sumatra und Borneo, wo viele der Orang-Utans leben. Die Zoologen sehen also, was die Tiere fressen, um satt zu werden - zum Beispiel Früchte wie Mangos oder Guaven und auch Blätter. Dabei wurde beobachtet, dass ein Tier aus einer Gruppe etwas frisst, was die anderen Tiere nicht interessiert, zum Beispiel die Blätter von einem bestimmten Baum. Die Forscher haben dann diese Blätter untersucht und festgestellt, dass sie einen Wirkstoff haben, der gegen Bauchschmerzen oder Durchfall hilft. Unsere Medizin wird ja auch aus den Pflanzen gewonnen, oft aus den Pflanzen des Regenwaldes.

Du weißt bestimmt, dass Orang-Utans sehr schlau sind - und uns Menschen sehr ähnlich. In ihrem Revier kennen sie jeden Baum und wissen, wie seine Blätter und Früchte schmecken und auch, wann die Früchte reif sind. Das können sie sich gut merken, denn Orang-Utans haben ein gutes Gedächtnis. Dieses Wissen geben die Mütter an ihre Jungen weiter. Und ob eine Pflanze als Medizin taugt, zum Beispiel gegen Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen, haben die Tiere wahrscheinlich irgendwann mal festgestellt - und es sich gemerkt und den Jungen dann beigebracht.

Und die Tiere wissen sicher nicht vorher, dass sie krank werden können. Sondern sie suchen erst die „Medizinbäume“ auf, wenn sie schon krank sind. Und je nachdem, was ihnen fehlt, suchen sie sich dann genau den richtigen Baum. So wie sie es seit Generationen von einander gelernt haben.

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