Erfahre alles über: Tropenholz

Holzfäller schlagen breiten Schneisen in den Regenwald, um an die wertvollen Bäume zu kommen Holzfäller schlagen breite Schneisen in den Regenwald, um an die wertvollen Bäume zu kommen. Foto: R. Tegtmeyer

Das Holz aus tropischen Regenwäldern ist oft besonders haltbar und auch billig. Zum Beispiel, weil Löhne dort niedriger sind und die Bäume nicht wie bei uns extra gepflanzt, sondern nur abgeholzt werden. Und das auch meistens illegal. Deshalb ist es so wichtig, dass deine Eltern keine Möbel, Türen, Fensterrahmen oder Fußböden aus Tropenholz kaufen. Denn für all diese Produkte, die es bei uns im Handel gibt, werden die Regenwälder zerstört.
Lies hier alles über die Probleme – und auch, was man statt Tropenholz nehmen kann.

Was genau ist Tropenholz?

Unter Tropenholz versteht man Hölzer, die aus den tropischen und subtropischen Wäldern in Asien, Afrika und Lateinamerika stammen. Die Holzsorten, die zum Beispiel Mahagoni, Teak oder Palisander heißen, werden zu edel wirkenden Möbeln und anderen Produkten verarbeitet und erwecken den Eindruck von Luxus und Reichtum. Aber auch billige Fensterrahmen, Bretter für Terrassenböden und sogar Besenstiele werden aus Tropenholz hergestellt.

gefällte Regenwald-Baumstämme in Afrika Reinhard Behrend, Vorsitzender von Rettet den Regenwald,
begutachtet gefällte Regenwald-Baumstämme in Afrika.

Ein großer Teil des Holzes, das wir Menschen verbrauchen, stammt von sehr alten Bäumen, die in Urwäldern wachsen. Dort standen die Bäume oft viele Hundert Jahre, ohne dass je ein Mensch sie angetastet hat. Wenn in den Regenwäldern Bäume gefällt werden, verlieren viele Tier- und Pflanzenarten, die von und mit diesen Bäumen existiert haben, ihren Lebensraum. Um an das Holz der Urwaldbäume zu kommen, müssen Straßen, Holzlager und Sägewerke in den Regenwaldgebieten gebaut werden. Um die Stämme aus dem Wald zu ziehen, wälzen Bulldozer und Forstschlepper unzählige andere Bäume platt. Insgesamt rodet die Tropenholzindustrie so viele Bäume, dass immer mehr Arten für immer von der Erde verschwinden.

Wir verbrauchen zum Beispiel Holz aus Indonesien, Zentral-Afrika oder Brasilien. Auf der Insel Borneo, die zu Indonesien und Malaysia gehört, ist in den letzten 50 Jahren fast die Hälfte der Regenwälder verschwunden. Hauptsächlich, um das Holz zu exportieren. In Asien zerstören Holzfäller bis zu zwei Drittel der gesamten Vegetation, nur um ein paar Baumarten aus dem Wald zu schlagen, mit denen besonders viel Geld verdient werden kann. Das gilt auch für afrikanische Länder.

Kann man gegen verbotenen Tropenholz-Handel etwas tun?

Jeden Tag werden vor allem in den Tropenländern Bäume gefällt, ohne dass die Firmen eine Genehmigung dafür haben. Dieser verbotene Holzeinschlag ist also ein großes Problem. Die Europäische Union (EU) hat herausgefunden, dass rund ein Fünftel des Holzes, das in die EU-Länder eingeführt wird, aus unerlaubten Rodungen stammt. Längst gehört der illegale Holzeinschlag und -handel zu den weltweit organisierten Verbrechen, denn mit dem wertvollen Holz lässt sich viel Geld verdienen. Man spricht inzwischen auch von der Tropenholz-Mafia.

Illegal gefälltes Tropenholz in Brasilien Illegal gefällte Baumstämme in Brasilien.
Foto: Wilson Dias / Agênca Brasil | Wikimedia | CC BY 2.5

Die EU will dagegen etwas unternehmen und hat die sogenannte Holzhandelsverordnung beschlossen: Seit März 2013 werden Einfuhr und Handel mit illegalen Hölzern in der EU unter Strafe gestellt.
Wie erkennt man illegales Holz? Wissenschaftler haben einen Test entwickelt, mit dem sie feststellen können, in welchem Land und sogar in welchem Gebiet ein Baum gewachsen ist. Es handelt sich um den „genetischen Fingerabdruck“ des Baumes, der Auskunft über seine Herkunft gibt. Zurzeit legen Forscher ein Archiv mit Holzproben aus aller Welt an. Wollen Zöllner dann z.B. eine Holzladung aus einem Tropenland überprüfen, wird das Holz mit den Archiv-Mustern verglichen und ermittelt, wo genau der Baum gefällt wurde.
Der Aufwand ist allerdings sehr hoch. Deshalb gibt es keine generellen Kontrollen, sondern man macht nur Stichproben im Verdachtsfall. Außerdem wird es noch viele Jahre dauern, bis so ein Archiv mit allen wichtigen Holzarten aufgebaut ist. Und so ist es für Verbraucher weiterhin fast unmöglich herausfinden, aus welcher Quelle das Tropenholz im Laden stammt.

Kann man den tropischen Regenwald nachpflanzen?

Manche Holzfirmen rühmen sich damit, sie würden genau so viele Bäume wieder anpflanzen, wie sie abholzen. Bäume zu pflanzen ist immer eine gute Sache, aber es ist ein Unterschied, ob ich einfach nur Bäume in den Boden setze oder sich ein Wald entwickelt, wie es in der Natur geschieht. Wer Bäume auf einer Fläche pflanzt, die er vorher kahl geschlagen hat, hat trotzdem den Wald vernichtet. Denn ein Wald ist viel mehr als nur die Bäume, die in ihm stehen. Keine Holzfirma ist in der Lage, die vielen Tier- und Pflanzenarten „aufzuforsten”, die früher in dem Ökosystem gelebt haben.

Deshalb ist auch Holz von Plantagen keine gute Lösung. Auf den Plantagen wird meist nur eine einzige Baumart angebaut, oft ist es eine dort ursprünglich nicht heimische Art wie Teak, Eukalyptus oder Akazie. Die Bäume stehen in endlosen Reihen, werden gedüngt und mit Unkraut- und Insektenvernichtungsmitteln behandelt (Herbizide und Pestizide). Tiere und Pflanzen können dort nicht überleben. Deshalb nennt man diese industriellen Plantagen auch „grüne Wüsten“. Es sind riesige Landflächen, auf denen vorher oft Wald stand und die Bevölkerung lebte. Mit großen Erntemaschinen werden die Bäume gefällt, von Ästen befreit und gestapelt. Arbeitsplätze entstehen dadurch kaum.

Welche Holzarten sind genauso lange haltbar wie Tropenholz?

Möbel aus Tropenholz Möbel aus Tropenholz gehören nicht in den Garten.
Montage: Abenteuer Regenwald

Sonne, Regen, Pilze und Insekten und auch der Kontakt mit dem Erdboden setzen jedem Holz zu. Am besten dagegen gefeit sind Robinie (sehr dauerhaft) und Eiche (dauerhaft). Kiefer, Douglasie und Lärche gehören zu den mäßig haltbaren Hölzern.

Wie man dafür sorgt, dass einheimisches Holz alle Wetter übersteht, haben übrigens schon unsere Vorfahren vor Jahrhunderten erprobt. Und zwar so:

Alle Hölzer werden so verbaut, dass sie nach jedem Regen rasch ab- und austrocknen können. Alle Holzteile sind möglichst rundherum belüftet. Staunässe und jeder direkte Kontakt von Holz mit dem Erdboden wird vermieden. Auch mit Holzölen und sogenannten Lasuren (Aufstrichen) kann man verhindern, dass Feuchtigkeit ins Holz eindringt – so hält es länger.

Aber bitte keine fertigen Holzschutzmittel nehmen. Sie sind fast alle giftig.

Was kann ich tun, um Holz zu sparen?

Bitte deine Eltern, Möbel und Holzprodukte aus heimischen Arten und naturnaher Waldwirtschaft zu kaufen. Sie sollten dabei auf haltbare Produkte achten, die nach Jahren des Gebrauchs abgeschliffen, verleimt und neu lackiert oder geölt werden können. Gartenmöbel sollten nicht tagelang im Regen stehen, und während des Winters trocken aufbewahrt werden. Man könnte auf der Terrasse auch lieber Natursteine verlegen lassen anstatt Holzbretter.