Was hat meine Bratwurst mit dem Regenwald zu tun?

Viele Menschen wollen sparen und kaufen Fleisch möglichst billig im Supermarkt. Doch den Preis dafür zahlen die Tiere und die Natur: Die Produktion von Fleisch ist eine der Hauptursachen für die Abholzung des Regenwaldes in Südamerika und für den Klimawandel.

Was wissen wir eigentlich von dem Stück Fleisch auf unserem Teller?

Wo kommt es her?

Was hat es hinter sich und was steckt alles drin?

Das alles erfährst du hier.

Weil viele Menschen sparen wollen oder müssen, kaufen sie Fleisch möglichst billig im Supermarkt. Doch dafür zahlen die Tiere einen hohen Preis. Tausende Hühner, Schweine und Rinder werden in riesigen Ställen oft qualvoll gemästet und drängen sich dort auf engstem Raum. Damit die Tiere möglichst schnell Fleisch ansetzen, brauchen sie eiweißreiches Turbo-Futter. Und das besteht aus Sojaschrot.

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Wo das Soja-Futter herkommt? Vor allem aus Südamerika. Brasilien ist der größte Soja-Produzent der Welt, vor den USA und Argentinien. In Südamerika wächst Soja für unsere Masttiere auf einer Fläche, die so groß ist wie ganz Hessen.

Für immer mehr Soja-Felder werden in Brasilien die Amazonas-Regenwälder gerodet oder abgebrannt. Und auch der Cerrado , die artenreichste Savanne der Erde, wird für riesige Soja-Plantagen zerstört. Laut einer Studie des Wissenschaftsmagazins Science von 2020 stammt ein Fünftel des Sojas, das Brasilien in die EU liefert, aus illegaler Abholzung im Amazonas und im Cerrado.

Doch nicht nur das Futter für unsere heimischen Masttiere, die uns mit Fleisch, Milch, Käse und Eiern versorgen, kommt zum größten Teil aus Brasilien. Das Land liefert uns auch massenhaft fertiges Fleisch. Und so grast in Brasilien die größte Rinderherde der Erde: mehr als 230 Millionen Tiere. Ein einziges Rind braucht fast einen ganzen Hektar Weideland – das sind 100 mal 100 Meter. Die Rinderzucht ist der Hauptgrund für die Naturzerstörung in Brasilien.

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Die Folgen sind katastrophal:

Für die Menschen,

die von ihrem Land vertrieben werden – oft sind es Ureinwohner, die seit jeher das Land ihrer Ahnen bewohnten. Und die Menschen, die am Rande der Soja-Plantagen leben, werden oft krank. Denn die riesigen Monokulturen werden aus der Luft mit Pflanzengiften besprüht, um das störende Unkraut zu beseitigen. Doch sie vergiften auch die Böden und Gewässer. Kein Land versprüht mehr Gifte gegen Unkraut, Insekten oder Pilze als Brasilien.

Für die Artenvielfalt,

die nirgends auf der Erde größer ist als im Amazonas-Regenwald und in der Cerrado-Savanne.

Für das Klima der Erde:

Fast 15 Prozent aller vom Menschen verursachten Treibhausgase gehen auf das Konto der Fleischindustrie. Dazu gehört Kohlendioxid (CO₂), das in den Bäumen und Blättern und in großen Mengen vor allem im Boden gespeichert ist. Wird der Regenwald gerodet oder abgebrannt, entweicht das CO₂, gleichzeitig gehen mit dem Wald der wertvolle CO₂-Speicher verloren. Besonders klimaschädlich ist Methan, das Rinder ausstoßen. Und Lachgas, das dem Chemiedünger entströmt.

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Was kannst du tun?

Zum Wohl der Tiere

Kaufe Eier, Fleisch- und Milch­produkte aus ökologischer Haltung. Und aus deiner Region. Biobauern verfüttern vor allem Tierfutter vom eigenen Feld und aus der Umgebung. Damit schützt du nicht nur den Regenwald – es müssen auch weniger Tiere leiden.

Zurück zum Sonntagsbraten

Früher gab es einmal in der Woche Fleisch. Vielleicht probiert ihr es in der Familie einfach mal aus. Und esst zum Beispiel Brotaufstriche aus Gemüse statt Salami oder Schinken.

Vegetarisch essen ist cool

Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ernähren sich hierzulande doppelt so viele junge Menschen vegetarisch oder vegan. Das ergab eine Befragung bei 15- bis 29-Jährigen für den Fleischatlas 2021. Für viele jüngere Menschen ist der Verzicht auf Fleisch eine politische Haltung – mehr als zwei Drittel der Befragten lehnen die heutige Fleischindustrie ab.

Kauft bewusst ein

Pro Jahr sterben 10,5 Millionen Tiere unnötig, weil ihr Fleisch verdorben oder sogar unverdorben im Hausmüll landet. Kauft also nur das ein, was ihr esst. Das gilt für alle Lebensmittel.

Schreibe an die Politiker

und fordere sie auf, Klein- und Biobauern zu fördern und nicht mehr die Großmastbetriebe. Und mit Gesetzen dafür zu sorgen, dass Tiere artgerecht gehalten werden.

Kläre andere auf

Durch ein Schul-Referat, beim Essen mit Familie und Freunden – damit Jede*r vom Zusammenhang zwischen Bratwurst und Naturzerstörung erfährt.

Die gute Nachricht zum Schluss

Du und deine Familie könnt dazu beitragen, dass die Regenwälder und der Cerrado in Südamerika erhalten bleiben. Denn ihre Zukunft entscheidet sich auch auf unseren Tellern.

Gefördert aus Mitteln des
#moinzukunft Hamburger Klimafonds

Ein Projekt der Hamburger
Klimaschutzstiftung und der Behörde
für Umwelt und Energie (BUE)

Quellen: Broschüre „Iss was“, Fleischatlas 2021 (Heinrich-Böll-Stiftung, BUND)
UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), Statista, Fachzeitschrift Science

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