Der Regenwald wird zerstört

Lastwagen mit abgehozlten Regenwald-Baumstämmen Zuerst werden die wertvollen Stämme gefällt. Dann schaffen Bulldozer und Feuer Platz für Plantagen. Foto: Rhett Butler (Bild: Rhett Butler)

Täglich werden ca. 550 Millionen m2 Regenwald abgeholzt – für Tropenholz, Papier, Umwandlung in Ölpalm- oder Sojaplantagen, Rinderweiden oder zur Ausbeutung von Bodenschätzen wie Eisenerz, Gold, Öl oder Gas oder zum Bau von Großstaudämmen.

Immer wieder hören wir von erschreckenden Nachrichten aus den Tropen, dass der Wald zerstört wurde. An jedem Tag werden weltweit rund 432,9 Quadratkilometer Wald abgeholzt oder abgebrannt – gut die Hälfte davon in den Tropenländern: allen voran in Brasilien, in der Demokratischen Republik Kongo und Indonesien (Quelle: Global Forest Watch, 2017).

Das sind pro Jahr 158.000 Quadratkilometer – also etwas weniger als die Hälfte von Deutschland (D. ist 356.000 km2 groß). Könnt ihr euch das vorstellen? Pro Minute macht das 42 Fußballfelder! Der tropische Regenwald schrumpft, weil große staatliche oder private Firmen einerseits mit wertvollen Hölzern Geld verdienen wollen. Und auch, um zum Beispiel Platz für riesige Plantagen zu gewinnen (siehe Ursachen weiter unten). Und die finanzieren sie vor allem mit dem Geld aus dem Verkauf der Tropenhölzer.

Niedergebrannter Regenwald

 

Oft stammt das Holz aus diesem Raubbau von sehr alten Bäumen, die in Regenwäldern wachsen. Dort standen die Bäume viele Hundert Jahre, ohne dass je ein Mensch sie angetastet hat. Wenn in solchen Wäldern Bäume gefällt werden, verlieren viele Arten ihren Lebensraum. Häufig werden sie sogar für immer ausgerottet und verschwinden von der Erde.
Die Regenwälder der Erde unterscheiden sich zum Teil sehr deutlich voneinenander – je nachdem, ob sie in Südamerika, Afrika, Asien oder Australien wachsen. Das betrifft die Tier- und Pflanzenarten genauso wie die Lebensgewohnheiten und die Kultur der Bevölkerung. Doch die Gründe, warum die tropischen Regenwälder zerstört werden, sind weltweit die gleichen.

Die wichtigsten Zerstörungsursachen sind:

  • Brandrodung, um Äcker für die Landwirtschaft und Rinderweiden zu schaffen
  • Umwandlung von Wäldern in Ölpalm-, Soja-, Bananen- oder Kaffeeplantagen
  • Ausbeutung von Bodenschätzen wie Eisenerz, Gold, Öl oder Gas
  • Bau von Großstaudämmen zur Energiegewinnung
  • Holzeinschlag für Tropenholzmöbel oder Papier.

Wird der Regenwald abgebrannt, lässt man die Asche der Bäume als Dünger liegen, denn ohne den Regenwald wachsen hier nur sehr schlecht Pflanzen. Die gedüngten, freien Flächen werden dann zum Beispiel mit Gras besät und als Weidefläche für Tausende von Rindern verwendet. Die Tiere werden geschlachtet, um das Fleisch an die USA oder nach Europa zu verkaufen. Lies mehr dazu auf der Seite Fleisch.

Jetzt kennst du die Gründe für die Abholzung unserer grünen Lunge. Doch was passiert nach der Abholzung? Lies weiter auf der Seite Folgen

Karte der geografischen Verbreitung der tropischen Regenwälder früher und heute, Stand 2013 (Download oben).
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