Wird der Regenwald je vollständig nachwachsen, wenn wir weiterhin so viel Palmöl benutzen?

Luftaufnahme vom Projektgebiet am Tabin Fluss Palmölplantagen mitten im Urwald von Sabah auf Borneo (Bild: RFF)

Es gibt die Möglichkeit, Regenwald auf ehemaligen Palmölplantagen wieder aufzuforsten, sofern man es nicht erst nach 30 Jahren macht, wenn die Palme ausgedient hat. Denn der Boden ist nach 30 Jahren so ausgelaugt und durch Pestizide und Chemiedünger verseucht, dass dort kaum noch etwas wächst, schon gar kein Regenwald. Und wenn, ist es natürlich immer ein Sekundärwald.

Die Firmen haben jedoch gar kein Interesse, eine nicht mehr profitable Plantage wieder aufzuforsten, das kostet viel Geld. Lieber nehmen sie neue Flächen und holzen oder brennen bestehenden Wald ab. Mit den Urwaldriesen, die sie vor der (Brand-) Rodung fällen, finanzieren sie meistens auch eine neue Plantage.
Anlässlich der Feuer in Amazonien hat sich der Experte Nico Fischer vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig zu diesem Thema so geäußert:
Die Regeneration einer abgebrannten Waldfläche kann sehr lange dauern. Ein großer ausgewachsener Baum im Regenwald hat oft ein Alter von über 50 bis 100 Jahren. Damit sich ein ganzes Waldstück erholt, muss mit mehr als 100 Jahren gerechnet werden. Durch höhere Temperaturen und weniger Niederschlag als Folge des Klimawandels kann sich diese Regenerationsphase wesentlich verlängern. Selbst eine Aufforstung kann nur schwer die vollständige Funktionalität eines Regenwaldes mit seinen hunderten Baumarten wiederherstellen.“
(Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung).

 

30. Oktober 2019
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