30 Tage vegan – ein Selbstversuch

Januar 2016: Schaffen wir es, uns 30 Tage vegan zu ernähren?

Das Wort vegan ist in aller Munde. Mit vielen (Gegen-)argumenten, eingefleischten Meinungen und krassen Gegnern und Befürwortern. Zwischen Veganern und Fleischessern gibt es oft eine regelrechte Schlammschlacht, wer denn jetzt Recht hat. Wir haben uns da bisher immer rausgehalten – weil wir der Meinung sind, dass letztendlich jeder selbst entscheiden muss, wie er leben möchte, und wir lieber Argumente geben und in vielerlei Hinsicht mit gutem Beispiel vorangehen wollen.

Jetzt haben wir vom „Veganuary“, dem „veganen January“ (engl. für Januar), Wind bekommen – einer Bewegung, die jedes Jahr mehr Anhänger findet, zuletzt 13.000 Menschen: So viele Menschen haben letztes Jahr den gesamten Januar über vegan gelebt. Für dieses Jahr werden 50.000 Teilnehmer erwartet. Jetzt wagen wir auch den Selbstversuch: Wie gut gelingt uns der Umstieg von Bio-Tierprodukten auf Veganismus?

Viele prominente Veganer

Unbestritten ist, dass eine vegane Lebensweise der Erde – insbesondere dem Regenwald – und natürlich vielen Tieren gut tut. Prominente Veganer sind zum Beispiel Bill Clinton, Brad Pitt, Leona Lewis, Mike Tyson, Miley Cyrus und Pamela Anderson.
Doch bisher sind wir nur Teilzeit-Veganer/Vegetarier. Fehlt uns der Joghurt im Müsli? Was schmeckt im Kaffee, wenn nicht Milch? Was essen wir auf Brot, wenn alle Käsevarianten fehlen? Und wie zum Teufel naschen wir etwas Süßes, wenn fast alle Süßigkeiten aus dem Supermarkt wegfallen? Lest die nächsten Wochen, wie wir die Aufgabe meistern!

Schreibt uns eure Meinungen und Tipps an: tipps@abenteuer-regenwald.de

Datum: 05.01.2016

Woche 1: Wie schmeckt Frühstück ohne Milch und Joghurt?

Was frühstückt man als VeganerIn? Das erfahrt ihr hier

Die erste Woche unseres veganen Selbstversuchs ist um – und es war sehr spannend! Die erste Frage, die sich uns gestellt hat war: Wie kann man zum Frühstück Müsli mit Joghurt und Kafee mit (viiiiiel) Milch ersetzen?

Wir sind also los in den Bio-Markt um die Ecke und standen ratlos vor dem Regal: So viele Joghurt-Alternativen, welche sollen wir bloß nehmen? Es gibt Joghurt und vegane Milch wie Mandelmilch, (Reis-)Kokosmilch oder Sojamilch und dann noch verschiedene Geschmacksrichtungen. Wir haben einmal quer durch das (vegane) Joghurt- und Milchersatzregal eingekauft und die Woche über die verschiedenen Joghurt- und Milchalternativen durchprobiert – siehe unseren Einkaufskorb im Bild oben.

Die beste Joghurt-Alternative

Eigentlich haben uns überraschenderweise alle Joghurts gut geschmeckt. Der Mandelmilch-Joghurt schmeckt etwas süßlich-mandelig und passte gut zu unserem Müsli, weil dort auch Mandeln enthalten sind. Allerdings hat er einen recht starken Eigengeschmack, was z.B. nicht zu jedem Obst, das wir gerne im Müsli essen, passt.
Der Kokosmilch-Joghurt schmeckt auch gut, ist aber aus unserer Sicht vom Geschmack her schon recht anders als der gewohnte Joghurt aus Kuhmilch.
Am besten fanden wir das „Soja-Frühstück“ von ProVamel (im Bild oben rechts), es ist sehr cremig und schmeckt eigentlich kaum nach Soja).

Die beste Milch-Alternative

Wenn man Milch nur trinken will – entweder pur, im Kaffee oder Kakao – ist der Geschmack sehr entscheidend. Wir haben Mandelmilch, Reis-Kokos-Milch, Soja-Milch mit Apfelmark und Soja-Milch ohne Geschmack probiert. Am besten haben uns die beiden Soja-Milch-Varianten geschmeckt, weil sie am neutralsten waren. Mandelmilch als Drink ist schon fast ein eigenes Getränk.

Unser Frühstück: Buchweizen-Müsli mit Soja-Joghurt

Unser Rezept für Buchweizen-Müsli

Wir machen unser Müsli immer selber. Die Zubereitungszeit ist neben der Backzeit maximal 5 Minuten, und so können wir immer das reintun, was uns am besten schmeckt! Hier unser Rezept:

Zutaten:
2 Packungen roher Buchweizen (gibt es z.B. bei dm, Budnikowski, denns)
1 Packung rohe geschälte Mandeln
Nach Belieben: Leinsamen, gepoppter Amaranth, Rosinen oder getrocknete andere Beeren, Kürbis- oder Sonnenblumenkerne

  1. Verteile den Buchweizen und die Mandeln auf dem Backblech und röste beides für etwa 30 Minuten im Backofen bei 180 Grad.

  2. Mische den Buchweizen und die Mandeln mit allen anderen Zutaten nach Belieben. Fertig!

Habt ihr Erfahrungen oder Fragen? Schreibt uns! tipps@abenteuer-regenwald.de

Datum: 11.01.2016

Woche 2: Was essen Veganer eigentlich auf Brot?

Erstaunlich, wie viele vegane Produkte man mittlerweile „ganz normal“ im Supermarkt bekommt

Das haben wir uns ehrlich gesagt auch gefragt. Keine Wurst, kein Käse, kein Rührei, kein …gar nix? Das soll schmecken? Wir mussten uns etwas herantasten. Manchmal wurden wir positiv überrascht, und manchmal hatten wir das Gefühl, in einen Brühwürfel zu beißen…

Um uns nochmal in Erinnerung zu rufen, warum wir eigentlich auf Tierprodukte verzichten: Weltweit werden 75% der landwirtschaftlichen Nutzfläche für die Fleischproduktion gebraucht, und 1 Kilo Rindfleisch beispielsweise verbraucht in der Produktion 15.500 Liter Wasser. Man kann der Umwelt also extrem viel Gutes tun, wenn man seinen Fleisch- bzw. Milchkonsum einschränkt.

Superlecker: Brot mit Avocado

Und so haben wir jeden Tag etwas Neues auf dem Brot probiert. Angefangen haben wir mit Avocado. Avocado schmeckt unglaublich gut auf Brot – hast du es schon mal probiert?

Was nicht so lecker ist, sind viele Wurst-Ersatzsorten. Die sind einfach oft stark gewürzt und schmecken etwas nach Brühwürfel. Die „Wie Lyoner“ fanden wir aber ganz lecker (siehe Foto oben). Sehr gut probieren kann man auch die Brotaufstriche von "Lupi Love" (haben wir selber empfohlen bekommen!), Hummus auf Brot oder „Samt“ Brotaufstrich von Gutding (auf dem Foto oben neben der Kresse). Achtung, Suchtgefahr!

Kennt ihr richtig leckeren veganen Käse? Den suchen wir noch. Schickt uns eure Tipps an: tipps@abenteuer-regenwald.de

Datum: 21.01.2016

Woche 3: Wie kocht man ohne Fleisch – und dann auch noch lecker?

Lecker Pizza: Zum Beispiel mit Artischocken, roten Zwiebeln, Champignons…

Vegan zu kochen war viel viel einfacher, als wir gedacht haben. Selbst Essengehen ist ganz gut möglich. Die größte Hürde war bisher nicht das Essen selber, sondern: anderen Leuten zu erklären, warum man denn plötzlich vermeintlich kompliziert isst.

Doch immer wenn wir erklärt haben, dass wir probieren möchten wie es ist, vegan zu leben, wurde uns gespannt zugehört: Weil wir es nicht in Ordnung finden, dass massenhaft Regenwald für den Anbau von Soja als Futtermittel für Tiere abgeholzt wird. Weil die Menschen auf der Welt inzwischen viel mehr Fleisch essen als noch vor 30-40 Jahren: 1979 waren es durchschnittlich 29,5 Kilo pro Person – 2014 schon 43 Kilo! (Quelle). Und weil viel zu viele Tiere für unser Essen leiden.

Tierfrei kochen und essen

Im Restaurant gibt es viel mehr ganz "normale" Gerichte, die vegan sind, als uns bewusst war: Alle möglichen Salate und Suppen, Nudeln mit Gemüsesauce, Pizza ohne Käse oder zum Beispiel einfach Pommes. Und beim Kochen sind wir richtig kreativ geworden, was man alles mit Linsen, Nüssen, Couscous und so weiter machen kann. Seht selbst:

Was wir bisher so vegan gekocht haben:

Zitronengras-Linsen-Suppe mit Tomaten
Quinoa-Frikadellen mit Tomaten-Avocado-Salat
Seitan-Geschnetzeltes mit Sojasahne
Tagliatelle mit Spinat und Pinienkernen in Hafersahne
Couscous mit Tomaten, Aubergine und Rosinen (Tabouleh)
Ravioli mit Karotten-rote-Bete-Füllung

Was kocht ihr am liebsten? Schickt uns eure Tipps an: tipps@abenteuer-regenwald.de

Datum: 31.01.2016

30 Tage vegan: Das Ergebnis

Unsere vegane Testphase ist um. Was machen wir nun?

Unser „Veganuary”, der vegane Januar, ist nun beendet – den ganzen Januar haben wir uns vegan ernährt. Hat sich unser Leben durch diesen veganen Selbstversuch verändert?

30 Tage lang haben wir – von heute auf morgen – alles dafür getan, auf Fleisch, Eier, Sahne, Käse, Milch, Joghurt,… zu verzichten. Das ist uns nicht immer leicht gefallen – weil wir ja schon wissen, welcher Käse uns am besten schmeckt, wieviel Sahne wir in die Soße machen, und so weiter – und wir das jetzt alles neu entdecken mussten. Oder: Durften! Denn wir sind ein großer Fan davon, Neues auszuprobieren, zu experimentieren und neue Geschmäcker zu finden.

Wir sind superstolz, dass wir 30 Tage vegan gelebt haben – ein Schritt, der auch Mut gekostet hat! Jetzt können wir sagen: Wir haben viele leckere neue Rezepte ausprobiert – und wir haben nachhaltig unsere Ernährung geändert. Auf dem Frühstückstisch stehen weiterhin Soja-Joghurt und Soja-Milch und keine Tierprodukte. Avocados und der "Samt"-Aufstrich (siehe oben „Woche 2“) sind fester Bestandteil und somit tierfreier Ersatz auf dem Brot geworden.

Mach' deine Geschichte zu einer großen

Wir leben (bisher) nicht dauerhaft und ganz vegan, aber ein ganzes Stück mehr als vorher. Und jetzt wollen wir von euch wissen: Habt ihr schon mal ausprobiert, vegan zu leben? Findet ihr so etwas auszuprobieren cool, oder worauf achtet ihr bei eurer Ernährung? Schreibt uns, denn wir möchten über EURE Geschichte berichten! Schicke uns jetzt deine Story an info@abenteuer-regenwald.de.

Datum: 09.02.2016