Der Super-Wanderfisch aus dem Amazonas bekommt Hilfe
Er kennt (fast) jeden Stein im Amazonas: Der Dorado-Wels schwimmt in seinem Leben von der Quelle des Amazonas bis zu seiner Mündung in atlantischen Ozean - das sind bis zu 11.000 Kilometer! Weil in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr Staudämme und andere Hindernisse seinen Weg versperren, ist der Rekord-Wanderer bedroht. Mit einem internationalen Abkommen sollen Wander-Fischarten wir der Dorado-Wels jetzt geschützt werden.
Stell dir vor, du möchtest das südafrikanische Namibia besuchen und würdest dorthin schwimmen. Unvorstellbar? – Genau das macht der Dorado-Wels (Brachyplatystoma rousseauxii) im Amazonas! Dieser beeindruckende Fisch wird bis zu zwei Meter lang und legt in seinem Leben bis zu 11.000 Kilometer zurück. Manche Fische leben nicht nur in einem Gewässer, sondern schwimmen viele hundert Kilometer zu einem anderen Ort, um dort zu laichen, also ihre Eier abzulegen und zu befruchten. Diese Fische werden Wanderfische genannt. Der Dorado-Wels gehört mit seinen 11.000 Kilometern zu den größten Langstrecken-Wanderfischen unter den Süßwasserfischen der Welt.
Schon als Jungfisch macht sich der Dorado-Wels auf die Reise: Er schwimmt von seinem Geburtsort in den südamerikanischen Anden, wo der Amazonas entspringt, den ganzen mächtigen Fluß hinunter bis zu seine Mündung in den Atlantik. Dort wächst er im Brackwasser auf – das ist eine Mischung aus Süß- und Meerwasser – und wandert dann wieder ein Stück den Fluss hinauf. Mit knapp vier Jahren wartet er auf das Startsignal: Wenn nach der Regenzeit in den Bergen der Wasserstand des Amazonas steigt, weiß er: Jetzt geht es zur Paarung zurück in seinen Heimatbach. Der junge Dorado-Wels startet auf die wichtigste Reise seines Lebens.
Doch diese unglaubliche Wanderung wurde in den letzten Jahrzehnten immer schwieriger. Staudämme, Kanälen und Brücken blockierten den Weg der Fische. Sie leiden auch unter der Wasserverschmutzung und dem Austrocknen des Amazonas - als Folge des Klimawandels. In manchen Gegenden ging die Zahl der Dorado-Welse und ihrer Verwandten deshalb um bis zu 80 Prozent zurück.
Jetzt gibt es neue Hoffnung: Mehrere südamerikanische Staaten haben bei der Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten im März 2026, die von den Vereinten Nationen, UN, unterstützt wird, einen Rettungsplan beschlossen. Sie wollen die Flüsse für die Rekordschwimmer wieder frei räumen.
Das ist wichtig, denn der Dorado-Wels gehört zu den wichtigsten Tieren im Ökosystem des Amazonas. Außerdem steht er auf dem Speisezettel vieler indigener Bewohner:innen des Amazonas-Regenwaldes. Wenn die Welse verschwinden würden, hätte das Folgen für die Natur und für viele Menschen.
So könnte der Super-Wanderfisch aus dem Amazonas doch eine Zukunft haben!
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