Gute Nachrichten für Elefanten, Giraffen und Nashörner

Massai-Giraffen in Tansania Giraffen sollen nun besser geschützt werden (Bild: Gary M. Stolz)

Die Giganten unter den Säugetieren kennt jeder. Aber habt ihr schon mal von einem Makohai oder einem Gitarrenrochen gehört? Oder von der Seegurke und der Hornagame? Die rücken nämlich jetzt ins Rampenlicht. Denn sie stehen zusammen mit vielen anderen Arten auf der Liste der Tiere und Pflanzen, die künftig besser geschützt werden sollen. Darauf haben sich 183 Länder Ende August auf der Artenschutzkonferenz in Genf geeinigt.

Was ist und macht die Artenschutzkonferenz?

Das sogenannte Washingtoner Artenschutzabkommen trat am 1. Juli 1975 in Kraft und wurde von 183 Ländern unterschrieben. Oft wird es auch nur CITES genannt, das ist die Abkürzung für den englischen Namen: Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (Übereinkommen zum internationalen Handel bedrohter wildlebener Tier- und Pflanzenarten).
Das Abkommen regelt also den Handel mit gefährdeten Arten. Und auch mit den Produkten, die aus den Tieren und Pflanzen hergestellt werden: zum Beispiel Elfenbein aus Elefanten-Stoßzähnen, Pulver aus Nashorn, Pangolin-Schuppen, Tigerfelle, Haiflossen oder Möbel aus Rosenholz.

Warum ist die Konferenz so wichtig?

Weil immer mehr Tier- und Pflanzenarten dringend geschütz werden müssen, damit sie nicht entgültig von der Erde verschwinden. Denn eine Million Arten sind heute vom Aussterben bedroht. Das berichteten die Vereinten Nationen im Frühjahr 2019.
Die Gründe dafür sind schon lange bekannt: Lebensräume wie z.B. die Regenwälder verschwinden. Andere Tiere werden gejagt oder gewildert, weil ihr Fleisch oder ihr Fell begehrt sind oder weil Exoten als Haustiere teuer verkauft werden.
Deshalb kommen alle drei Jahre die Staaten zusammen, um darüber zu beraten, welche Arten neu auf die Liste kommen müssen oder ob andere sich so weit erholt haben, dass sie wieder frei gehandelt werden dürfen. Das kommt allerdings sehr selten vor.

Mehr Schutz für bedrohte Tiere und Pflanzen:

Mehr als 150 Tier- und Pflanzenarten werden künftig besser geschützt. Wir können hier nicht alle aufzählen, deshalb haben wir ein paar für euch ausgewählt:

 

 

Elefanten

Der Handel mit Elfenbein bleibt verboten. Einige Länder im südlichen Afrika wollten ihn nach fast 30 Jahren wieder erlauben, scheiterten aber mit ihrem Antrag.
Außerdem dürfen wildlebende afrikanische Elefanten nicht mehr an Zirkusse und Zoos verkauft werden.

Nashörner

Der Handel mit dem Horn von Breitmaulnashörnern ist seit 40 Jahren verboten. Das wird so bleiben, entschied die Mehrheit der Länder.

Giraffen

Sie stehen zum ersten Mal auf der Artenschutzliste. Denn Experten schätzen, dass nur noch rund 100.000 Tiere in Afrikas Wildnis leben. Das heißt: In den letzten 30 Jahren ist ihr Bestand um 40 Prozent geschrumpft. Jetzt ist der Handel mit Giraffenfleisch, Leder oder anderen Trophäen beschränkt. Das gilt auch für den Verkauf der Tiere an Zoos und Zirkusse.

 

 

Haie, Rochen und Seegurken

18 weitere Hai- und Rochenarten werden geschützt – 20 stehen schon auf der Liste. Die neuen Schützlinge gehören zu den Makohaien und Gittarrenrochen, die laut Naturschutzunion IUCN stark gefährdet sind. Vor allem, weil Chinesen ihre Flossen als Delikatessen begehren.
Auch Seegurken sind vielen Asiaten lieb – und teuer. Doch nach Meinung der Artenschützer gehören diese Tiere nicht auf den Teller, sondern in den Ozean. Dort reinigen die den Sand und helfen, die Versauerung der Meere aufzuhalten.

 

 

Geckos, Agamen, Spinnen und Korallenfische

Immer mehr Leute wollen offenbar einen Exoten als Haustier. Beliebt sind zum Beispiel Reptilien: Geckos oder Agamen, das sind kleine, zum Teil bunte Schuppenechsen. Auch Vogelspinnen oder Schlangen werden gern eingesperrt. Bestimmte Arten werden nun besser geschützt.
Auch der Handel mit Zierfischen für Aquarien soll besser überwacht werden. Besonders Fische, die aus tropischen Gewässern kommen, und die an Korallenriffen leben. 150 Millionen Meereszierfische werden jedes Jahr verkauft. Viele verenden dabei schon auf dem Transportweg.

„Viele Tier- und Pflanzenarten sind stark gefährdet und brauchen unseren Schutz – von den Elefanten über Haie und Rochen bis zu den Tropenhölzern. Eine Ursache dafür ist der internationale Handel. Die Beschlüsse von Genf sind gute und wichtige Schritte für den Artenschutz.“ Das sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze am Ende der Weltartenschutz-Konferenz in Genf.

Insgesamt reguliert Cites derzeit den Handel von etwa 5.800 Tier- und 30.000 Pflanzenarten.

 

2. September 2019
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