Tschüß Trinkhalm! Reicht das EU-Verbot? Was sagt ihr?

Trinkhalme Trinken mit Plastikhalm? Nur noch bis 2021 (Bild: Hans Braxmeier/Pixabay )

Mit großer Mehrheit haben die Parlamentarier der Europäischen Union im März 2019 beschlossen: Bestimmte Einweg-Produkte aus Kunststoff dürfen nicht mehr verkauft werden. Allerdings erst ab 2021. Es ist ein erster Schritt, um die Vermüllung der Natur und der Ozeane zu verringern. Aber hätten die Politiker nicht viel mehr Verbote beschließen müssen, und das ab sofort?

Schon wieder ist ein toter Wal gestrandet: Am 1. April fanden Umweltschützer an der Küste der italienischen Insel Sardinien eine tote Pottwalkuh. In ihrem Magen fand man 22 Kilo Plastik: Müllsäcke, Fischernetze, Waschmittelverpackung – auch Einwegteller und Wattestäbchen. Also Teile, die die EU in zwei Jahren verbieten will.
Zwei Wochen zuvor wurde auf den Philippinen ein toter Wal gefunden, mit 40 Kilo Plastikmüll im Magen.
„Gibt es immer noch Menschen, die sagen, dass dies keine wichtigen Probleme seien?“. Das fragte Italiens Umweltminister auf facebook nach der Tragödie vor Sardinien.

Und wir fragen: Warum unternehmen Politiker nicht sofort viel mehr, damit wir und die Meeresbewohner nicht weiter im Plastikmüll ersticken?
Jedes Jahr entsorgen die EU-Bürger gut 25 Millionen Tonnen Plastikmüll. Und Deutschland ist dabei Europameister – mit 200 Kilo pro Person. Im Jahr 2000 waren es nur halb so viel.

Alles in Plastik: Obst in einem Supermarkt Alles unter Plastik: Obst und Gemüse im Supermarkt (Bild: Steve Buissinne/Pixabay)

Muss eine Gurke in Plastik verpackt sein?

Es sind nicht nur die Einweg- und Wegwerfprodukte, mit denen wir unsere Umwelt zumüllen. Das große Problem sind Verpackungen. Zum Beispiel im Supermarkt: Umweltschützer schätzen, dass fast zwei Drittel des frischen Obstes und Gemüses in Plastik verpackt sind. Es gibt auch eingeschweißte Gurken und sogar geschälte Bananen und Coladosen!

Plastikflaschen für den Müll Wilde Müllkippe mit Plastikflaschen (Bild: Karl Allen Lugmayer/Pixabay)

Und dann die Flaschen:

In Deutschland werden laut Deutscher Umwelthilfe e.V. stündlich 1,8 Millionen Einweg-Plastikflaschen verbraucht, das sind 16 Milliarden pro Jahr. Aneinandergelegt würden sie 140 mal die Erde umrunden.
Das Problem: Nur aus einem Viertel der zurückgegebenen PET-Pfandflaschen entstehen neue Flaschen. Die anderen werden zu Fasern oder Folie, also zu minderwertigerem Plastik verarbeitet (45 Prozent), als Müll in andere Länder exportiert (20 Prozent) oder verbrannt (Quelle: NABU).

85 Prozent aller Abfälle an den Stränden der Meere ist Plastikmüll 85 Prozent aller Abfälle an den Stränden der Meere ist Plastikmüll (Bild: Gerald Simon/Pixabay)

Was hat mein Plastikverbrauch mit den Weltmeeren zu tun?

Zugegeben: An den insgesamt 140 Millionen Tonnen Plastikmüll, die in den Weltmeeren treiben, haben wir EU-Bürger eher einen kleineren Anteil. Auch wenn Europa nach China den meisten Plastikmüll produziert. Der Grund: Bei uns funktioniert die Abfallwirtschaft noch besser als auf anderen Kontinenten.
Aber mitverantwortlich für den gigantischen Plastikmüll in den Meeren sind wir trotzdem:
Europäische Staaten exportieren ihren Müll auch in Länder, deren Umgang mit dem Abfall nicht so gut überwacht wird – vor allem nach Asien.
China allerdings nimmt uns seit 2018 keinen Plastikmüll mehr ab.

Was kann ich selbst gegen den Plastikmüll tun?

Dazu fällt uns Einiges ein:

  • Leitungswasser trinken statt aus (Plastik-)Flaschen
  • Unverpacktes Obst und Gemüse kaufen, auch Käse und Wurst
  • Stoffbeutel statt Plastiktüten nehmen (auch für Tomaten oder Äpfel braucht man keine dünne Plastiktüte extra)
  • Kein Fastfood oder Getränke aus Wegwerfbehältern kaufen
  • Den Supermarktleiter auf das Problem ansprechen
  • In der Schule und mit Freunden und Familie darüber sprechen

Wir brauchen eure Ideen

Was kann man noch machen, damit der Plastikmüll weniger wird?
Was tut ihr zu Hause?
Fällt es euch schwer, auf Trinkhalme zu verzichten?

Bitte schreibt uns an christiane@abenteuer-regenwald.de

Wir wollen eure Anregungen veröffentlichen – und Plastikmüll zu einem unserer Schwerpunkt-Themen machen. Mit regelmäßigen Artikeln, Infos und Online-Petitionen.

 

4. April 2019
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