Peruanische Kinder verklagen ihren Staat, weil er kaum etwas gegen die Abholzung der Amazonas-Regenwälder unternimmt. Plakataktion vor der Pressekonferenz Mit bunten Plakaten fordern die Kinder ihre Regierung auf, den Amazonas-Regenwald in Peru nicht zu zerstören (Bild: Kené)
29. Oktober 2020

„Mit meiner Zukunft spielt man nicht“: Kinder in Peru klagen Regierung an

Sieben Kinder und Jugendliche aus Peru klagen ihre Regierung an, weil sie kaum etwas gegen die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes unternimmt. Obwohl sie sich dazu verpflichet hat.

Wichtigste Fakten
  • Warum verklagen die Kinder in Peru ihren Staat?
  • Was hat die Zerstörung des Regenwaldes mit ihrer Zukunft zu tun?

Die Mädchen und Jungen haben sich einiges einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit der Erwachsenen auf sich zu ziehen. Kein Wunder: Es geht schließlich um ihre Zukunft. „Mit meiner Zukunft spielt man nicht“ steht auf einem bunt bemalten Plakat. „Hinterlasst und keine zerstörte Welt“ auf einem anderen. Oder: „Im Jahr 2025 null Entwaldung“ (das sind die Übersetzungen der Plakat-Texte auf dem oberen Foto, von links nach rechts).
Mit der Plakat-Aktion beginnen die Kinder ihre Pressekonferenz, die sie anlässlich ihrer Klage gegen den peruanischen Staat einberufen haben. Zwei Organisationen, die sich um Rechts- und Umweltfragen kümmern, haben die Kinder beraten und begleitet.

Peruanische Kinder verklagen ihren Staat, weil er kaum etwas gegen die Abholzung der Amazonas-Regenwälder unternimmt. Plakataktion vor der PressekonferenzAuf einer Pressekonferenz berichten die Kinder von ihrer Klage und den Gründen dafür (Bild: Kené)

Es geht um die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes

Und darum, dass die Regierung nichts oder nur wenig unternimmt, um sie zu beenden. Zwischen 2001 und 2018 sind dort 23.000 Quadratkilometer Urwald verloren gegangen. Das ist ungefähr die Fläche von Mecklenburg-Vorpommern.
Die Wälder werden vor allem gerodet, um riesigen Plantagen Platz zu machen, zum Beispiel aus Ölpalmen und Kakao. Und auch für oft illegalen Bergbau.
In Peru tragen die Abholzung und die Brandrodung von Wäldern entscheidend zur Erderwärmung bei. Denn durch die Feuer steigt extrem viel Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre. Außerdem gehen mit den Wäldern große CO2-Speicher verloren.

Null Entwaldung bis 2025!

Mit ihrer Klage fordern die Mädchen und Jungen ihre Regierung auf, den Amazonas zu schützen und die Naturzerstörung zu beenden. Denn sie hat es nicht geschafft, den schon beschlossenen Plan zum Schutz des Amazonaswaldes zu verwirklichen. Und damit erreicht sie auch nicht ihr selbst gestecktes Ziel: Null Entwaldung bis 2025!

„Kinder werden am stärksten von den bereits begonnenen Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein“, sagt Amaru Álvarez auf der Pressekonferenz. „Peru hat einen Umweltplan, der nicht eingehalten wird. Die Regierung stoppt die Abholzungen im peruanischen Amazonasgebiet nicht. Peru hat 2015 auf dem Pariser Klimagipfel eine Verpflichtung unterzeichnet, die es respektieren und umsetzen muss.“

 

Urwaldriese in einem Primärwald am peruanischen AmazonasSo soll er bleiben: ungestörter Regenwald am Amazonas (Bild: Stefanie Hess)

 

Die 12-jährige Emilia Becerra vertraut darauf, dass Präsident Martín Vizcarra die Forderung erfüllen wird, den Amazonas zu schützen.
„Der Präsident ist ja auch Peruaner“, sagt Emilia. „Wenn wir so weitermachen, werden auch seine Kinder und Enkelkinder in einer Zeit leben, in der alles zerstört ist.“
Deshalb heißt die Aktion der Kinder: Mit meiner Zukunft spielt man nicht! Und sie hoffen, dass Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Land mitmachen.

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