Mit Schokolade gefüllte Bananen auf einem Grill
Alternative zum Grillen mit Alufolie gibt es viele: Mangold-, Kohlrabiblätter oder Bananenschale Bild: iStock/fetrinka

Grillen, aber nachhaltig: 5 Tipps, wie du Regenwald-freundlich grillen kannst

Die Grillsaison ist da und bringt leckere Gerichte mit sich. Aber auch wichtige Fragen: Was hat Alufolie mit dem Regenwald zu tun? Was kommt auf den Grill? Und woher kommt die Grillkohle? 

Wir haben Tipps gesammelt.

Wichtigste Fakten
  • Aluminium wird aus dem Erz Bauxit hergestellt - dafür wird Regenwald abgeholzt
  • Für eine Tonne Holzkohle benötigt man bis zu 12 Tonnen trockenes Holz
  • Noch immer wird Tropenholz zu Grillkohle verarbeitet
  • Auch für Grillfleisch wird Regenwald gerodet

Wir in Deutschland sind Grill-Europameister und werden uns den Spaß daran auch nicht nehmen lassen. Müssen wir auch nicht, denn mit ein paar kleinen Veränderungen können wir guten Gewissens mit Freund:innen und Familie grillen.

Was ist das Problem mit Alufolie und Einweggrills?

Ob im Garten, im Park oder auf dem Balkon: Für viele ist Sommerzeit = Grillzeit. Um Fisch, Feta oder Gemüse schonender zu garen, verwenden wir häufig ganz selbstverständlich Alufolie. Oder, wenn ganz spontan am See oder im Park gegrillt werden soll, wird schnell der Einweggrill im Supermarkt oder an der Tankstelle besorgt – und landet hinterher im Müll. Ob mit Alufolie oder Einweggrill – Spaß am Grillabend haben nur wir. Der Regenwald leidet.

Einweggrill aus Alufolie mit Feuer
Einmaliges Grillvergnügen - mit schweren Folgen für die Regenwälder: der Einweggrill Bild: Namiras1/ Wikipedia

Die Herstellung von Aluminium ist ein dreckiges Geschäft

Aluminium wird aus dem Erz Bauxit hergestellt. Das ist problematisch, denn 90 Prozent des weltweit vorkommenden Bauxits lagern im Tropengürtel um den Äquator. Weil Bauxit nur in einer recht dünnen Schicht im Boden lagert, werden für den Abbau tiefe Wunden in den Regenwald geschlagen.

Die Gewinnung von Aluminium aus Bauxit ist extrem belastend für die Umwelt. Als erstes muss der Regenwald auf dem bauxithaltigen Boden weichen, damit riesige Maschinen an das Gestein herankommen. Dann muss es in einem aufwändigen Verfahren aus dem Bauxit gewonnen werden, damit es anschließend weiterverarbeitet werden kann. Dabei entsteht als Abfallprodukt sogenannter Rotschlamm, das sind eisenreiche Rückstände. Dieser Schlamm ist sehr giftig: Er enthält unter anderem Quecksilber, Arsen und sogar radioaktives Uran.

Schlecht für deinen Körper

Vor allem Lebensmittel mit Salz oder Säure lösen das Aluminium aus der Folie und es lagert sich im Essen ab. Wenn unser Körper längerfristig zu viel Aluminium aufnimmt, können Nieren, Leber und Knochen geschädigt werden.

In Alufolie eingewickelte Fische auf dem Grill
Alufolie: Problematisch für Mensch und Umwelt Bild: Ansgar Koreng / wikipedia
Aluminium – allgegenwärtig, dreckig und energieintensiv Mehr lesen

Nachhaltiger grillen ohne Alufolie

Willst du beim Grillen auf Alufolie verzichten, dann gibt es verschiedene Alternativen

  • Am einfachsten ist es, wenn du das Grillgut direkt auf einen sauberen Grillrost legst. Achte darauf, dass er nicht zu dicht über dem Feuer hängt, damit deine Leckereien nicht so schnell verbrennen.
  • Es gibt Zubehör, dass es dir erlaubt, auf Alufolie oder Aluschalen zu verzichten: Grillspieße kannst du über den Rand des Grills legen. Sie eignen sich besonders gut für Gemüse. Sattt einer Aluschale kannst du eine Grillschale aus Edelstahl kaufen. Die kannst du nach dem Essen abwaschen und ganz einfach wiederverwenden.
  • Für Fisch, Grillkäse oder Feta eignen sich sehr gut Gemüseblätter. Kohlrabi-, Wein-, Mais- oder Mangold zum Beispiel sind voll Bio! Fülle sie mit deinen Leckerein und fixiere sie mit einem Zahnstocher, Rouladenspieß oder einem Faden. Wenn du sie vorher mit Öl einstreichst, sind sie noch besser vor Hitze geschützt.

Wird auch für Grillfleisch Regenwald gerodet?

Infografik: Wie viel Landfläche braucht der Anbau unserer Nahrung?

Unser Tipp: 

  • Statt Fleisch eignen sich natürlich auch Grillkäse, Maiskolben, gefüllte Champignons, grüner Spargel, Auberginen, Gemüse-Spieß (z.B. mit Paprika, Zwiebeln, Pilzen), Gemüse-Päckchen, Tofuwürstchen, unsere veganen Burger (siehe Rezept), Kartoffeln und viele andere Leckereien zum Grillen.
     
Was hat meine Bratwurst mit dem Regenwald zu tun?

Das beantworten wir euch auf unserer komplett neu gemachten, spannend gestalteten Seite. Dazu gibt es gibt es außerdem ein Video, ein Quiz und viele tolle Tipps. Für unsere Massentierhaltung wird in Südamerika die Natur zerstört – das können wir gemeinsam ändern.

Lasst euch überraschen

Vorsicht bei herkömmlicher Holzkohle!

Nicht jede Grillkohle ist empfehlenswert, denn noch immer gibt es Hersteller, die Kohle auf Kosten von tropischen und subtropischen Wäldern produziert. Bisher waren sie nicht verpflichtet, die Herkunft des Holzes auf die Verpackung zu schreiben. Das wird sich jetzt ändern: Ende 2025 ist die Verordnung über "entwaldungsfreie Lieferketten" in Kraft getreten. Diese Verordnung besagt, dass Rohstoffe wie Holz und aus Holz hergestellte Produkte wie Holzkohle nicht in die EU eingeführt werden dürfen, wenn sie mit Abholzung oder Brandrodung zu tun haben. Bisher gab es keine Zwangs-Kontrollen – das wird sich jetzt ändern. 

Sack Holzkohle mit Aufschrift Tropenglut und Banner Dein Klick für den Regenwald vor abgeholztem Wald
Bisher verschleierten Grillkohle-Hersteller, woher das Holz stammt. Das soll sich mit einem neuen EU-Gesetz ändern.

Immer noch Kahlschlag der Tropenwälder für Holzkohle

Dass noch immer Tropenholz auf unseren Grills verbrannt wird, haben Reporter des Norddeutschen Rundfunks im Januar 2025 bei ihren Recherchen in Deutschland und Nigeria herausgefunden. Mindestens einem deutschen Grillkohle-Anbieter konnten sie nachweisen, dass er Holzkohle aus Nigeria einführt. In dem westafrikanischen Land ist der Regenwald sehr stark durch illegale Holzfäller bedroht. 

Außerdem kaufte das Reporterteam Grillkohle im Baumarkt - das als "made in Germany" (hergestellt in Deutschland) gekennzeichnet war. Wissenschaftler des Thünen-Instituts für Holzforschung in Hamburg untersuchten die Kohle. Sie können selbst in verkohltem Zustand herausfinden, welche Holzarten verwendet wurde. Das Ergebnis war eindeutig: Es war Tropenholz aus Südamerika.

Unser Fazit:

  • Für Deutschland wie Europa gilt: Es muss wirklich nicht sein, dass in Afrika und Südamerika Holz geschlagen und aufwändig verköhlert wird, damit wir es hier verfeuern können. Daher sagen wir: Grill-Alternativen auf Basis von Kokosnussschalen und Olivenkernen sind eine echte Empfehlung!
  • Wenn es Holzkohle sein soll, dann nur aus heimischen Hölzern mit Naturland-Siegel. Denn auch zertifizierte Holzkohle mit dem Industrielabel FSC oder PEFC bietet keine Sicherheit. Bei Proben wurde in der Vergangenheit (sub)tropisches Holz mit einem hohen Risiko für illegalen Holzeinschlag und/oder Raubbau nachgewiesen.
Tropenholz zerstört Regenwald – erfahre, was Du tun kannst Mehr lesen

Nachhaltige Alternativen zur Grillkohle

Wir stellen euch hier ganz erstaunliche Produkte vor. Damit wollen wir einerseits das Vorurteil „Nur mit Holzkohle kann man richtig grillen“ ausräumen. Andererseits auch neugierig machen auf andere, bessere Brennstoffe. Denn wer kann sich schon vorstellen, dass sich auch Olivenkerne, Weinreben, Mais oder Kokosnussschalen bestens eignen als die Kohle aus Holz:

  • Grillkohle aus Olivenkernen, Bambus, Maisspindeln, Weinreben und Kokosnussschalen sind Abfallprodukte aus der Landwirtschaft, also ökologisch gut. Kokosnussschalen haben allerdings einen entscheidenden Nachteil: Sie müssen aus tropischen Ländern auf langen Transportwegen importiert werden. Die anderen Rohstoffe kommen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern.
  • Klimafreundlicher als Holzkohle ist Grillen mit Gas- oder einem Elektrogrill. Oft spielt hier eine Rolle, wie viel Platz man für einen Grill hat. Wer nur einen kleinen Balkon hat, muss oft Rücksicht auf die Nachbarn nehmen, und benutzt sowieso eher einen Gas- oder Elektrogrill. Bei einem großen Garten ist ein Holzkohlegrill meist kein Problem. Auch wenn Holzkohle-Grills weniger kosten, haben Gasgrills einen weiteren Vorteil: Sie werden schneller heiß und können natürlich auch länger heiß bleiben.

Welche Tipps helfen am meisten?

Mit ein paar kleinen Veränderungen können wir uns mit Familie und Freund:innen mit grünem Gewissen um den Grill scharen.

Kinder, die sich gegenseitig etwas über Fleisch und den Regenwald erzählen

Unsere 5 Tipps:

Um dir den Umstieg zu erleichtern, haben wir für dich fünf Tipps gesammelt. Vermutlich machst du einiges davon sowieso schon und bist dem nachhaltigen Grillen viel näher als du denkst:

  1. Sage Aluminium tschüß

    Zum Grillen werden oft Schalen oder Folie aus Aluminium benutzt. Danach landen sie im Müll. Doch die Produktion von Aluminium ist extrem umweltschädlich. Es wird aus Bauxit hergestellt, für das zum Beispiel in Afrika und Südamerika Regenwälder abgeholzt werden. Abbau und Herstellung kosten außerdem sehr viel Energie

    Inzwischen gibt es Grillschalen aus vielen anderen Materialien. Du kannst auch Edelstahl-Schalen oder Gemüseblätter verwenden.

  2. Verzichte auf Einweggrills 

    Einweggrills sind denkbar schlecht: Sie verschlingen kostbare Rohstoffe wie Aluminium und landen nach dem Essen im Müll. Leider sind sie trotzdem beliebt, weil sie nicht gereinigt werden müssen – wie alle Einwegprodukte. 

    Was vielleicht nicht jeder weiß: Fleisch, und alles, was auf den Einweggrill kommt, verbrennt oft schnell, weil es recht nah an der Kohle liegt. Dadurch können auch gefährliche, krebserregende Stoffe entstehen. 

    Und nicht nur das Fleisch verbrennt leicht – auch der Boden, auf dem der Einweggrill steht, leidet unter der Hitze. Es gibt inzwischen viele handliche mobile Grills, die du problemlos mit an den Baggersee nehmen kannst.

  3. Mehr Veggie & Bio auf den Grill

    Laut Umweltbundesamt verursacht allein das Grillgut etwa 95 Prozent der Klimagase, die beim Grillen entstehen. Denn bei Herstellung und Transport von Fleisch werden enorm viele Klimagase freigesetzt. Wer viel Fleisch grillt, trägt also leider zum Klimawandel bei. Die Lösung: weniger und besseres Fleisch. Bio-Fleisch aus der Region ist optimal. 

    Gemüsespieße, Salate und leckere Beilagen machen das Grillen erst abwechslungsreich und vielfältig. 

  4. Kaufe Grillkohle aus Olivenkernen oder Maiskolben

    Denn sie sind Abfallprodukte aus der Landwirtschaft und damit umweltfreundlich.
    Wenn es doch Grillkohle aus Holz sein soll, achte auf Naturland-Produkte. Wichtig ist, dass die Grillkohle kein Tropenholz enthält

  5. Erzähle anderen davon

    Erzählt euren Eltern, Freund:innen und allen anderen, welche tollen Alternativen es gibt: Dass man sogar Olivenkerne und Weinreben zum Grillen nehmen kann.

Niemand muss aufs Grillen verzichten, um nachhaltig zu sein

Jeder Schritt in die richtige Richtung ist ein Schritt für den Regenwald. Macht einfach das, was ihr könnt, damit bewegen wir schon viel. Ihr könnt unsere Tipps nach und nach in kleinen Schritten umsetzen. Und das macht sogar Spaß!

 

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Letzte Aktualisierung: 21. Mai 2026
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