Was passiert, wenn so viel Palmöl angebaut wird?
Um in den Regenwald-Ländern so viel Palmöl anzubauen, zerstören Menschen die Regenwälder. Wenn die Regenwälder kleiner werden, leben dort weniger Arten. Das ist schlecht für die Menschen, die dort leben, für das Klima und die Natur.
Find heraus, was passiert, wenn so viel Palmöl angebaut wird:
Artenvielfalt: Was passiert mit den Tieren und Pflanzen?
Die tropischen Regenwälder liegen rund um den Äquator. Sie sind wie ein großer Schatz der Erde, denn dort leben sehr viele verschiedene Tiere und Pflanzen. Viele davon gibt es nur dort auf der Welt.
Wenn Regenwald zerstört wird, zum Beispiel um große Plantagen für Palmöl anzulegen, verändert sich dieser Lebensraum stark. Bäume werden gefällt und der Wald verschwindet. Für viele Tiere und Pflanzen bedeutet das, dass sie ihr Zuhause verlieren.
Besonders viele Arten leben in den Regenwäldern in Indonesien. Dort sind Orang-Utans, Tiger und Nashörner zu Hause. Wenn der Wald fehlt, finden diese Tiere nicht mehr genug Nahrung oder Schutz. Manche Arten werden dadurch immer seltener.
Nicht nur große Tiere sind betroffen. Auch Insekten, Vögel, Frösche und Fische brauchen den Regenwald zum Leben. Wenn ihr Lebensraum zerstört wird, können viele von ihnen nicht mehr überleben. Geht ein Lebensraum verloren, ist das für die Natur ein großer Schaden.
- Orang-Utan: Über 3000 Orang-Utans sterben jedes Jahr durch die Zerstörung ihres Lebensraums.
- Sumatra-Tiger: Von den majestätischen Wildkatzen existieren weniger als 400 Tiere.
- Java-Nashorn: Weniger als 60 Java-Nashörner leben in den verbleibenden Regenwäldern. Um sie vor dem Aussterben zu bewahren, bräuchte es vier Mal so viele.
- Borneo-Zwergelefant: Wie der Sumatra-Tiger ist auch dieser kleine Waldelefant vom Aussterben bedroht.
- Afrikanischer Waldelefant: Auch im Kongobecken verschwindet zunehmend Regenwald für Palmölplantagen. Mit ihm sterben seltene Tierarten wie der Waldelefant.
- Flachlandgorilla: Dieser Menschenaffe in afrikanischen Regenwäldern ist ebenfalls bedroht.
- Okapi: Die sogenannte Waldgiraffe steht auch auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.
- Liszt-Affe: In Kolumbien gefährden Palmölplantagen die kleinen Krallenaffen und andere Arten.
Menschenrechte: Was passiert mit den Menschen?
Die große Nachfrage nach Palmöl hat auch schlimme Folgen für Menschen im Regenwald:
Im Regenwald leben indigene Gemeinschaften. Das sind Menschen, die schon seit vielen hundert Jahren dort zu Hause sind. Sie leben vom Wald und schützen viele Tiere und Pflanzen. So bewahren sie die Artenvielfalt. Doch für neue Palmölplantagen werden Wälder abgeholzt. Mit Baggern, Kettensägen und Feuer werden die Menschen aus ihrem Zuhause vertrieben.
Auch viele Kleinbauern leben am Rand des Regenwaldes. Sie bauen auf einem kleinen Stück Land Nahrung für sich und ihre Familien an. Doch große Palmöl-Firmen nehmen ihnen oft das Land weg. Wenn sich die Menschen dagegen wehren, werden sie bedroht oder sogar geschlagen und verhaftet. Damit werden ihre Menschenrechte verletzt. In Indonesien gibt es tausende solcher Fälle.
Um Platz für Plantagen zu schaffen, werden Wälder oft angezündet. Dabei entstehen riesige Brände. Der giftige Rauch macht viele Menschen krank. Bei großen Bränden im Jahr 2015 mussten hunderttausende Menschen medizinisch behandelt werden. Manche starben sogar an den Folgen.
Auf vielen Palmölplantagen müssen Menschen unter sehr schlechten Bedingungen arbeiten. Sie werden zum Arbeiten gezwungen, schlecht bezahlt und manchmal müssen sogar Kinder arbeiten.
Palmöl schadet also nicht nur der Natur, sondern auch vielen Menschen.
Plantagen verdrängen Regenwald
Auf Palmöl-Plantagen wachsen sehr viele Ölpalmen dicht nebeneinander. Man nennt das Monokultur. Das bedeutet: Auf einer großen Fläche wächst nur eine einzige Pflanzenart.
Damit die Ölpalmen gut wachsen und viele Früchte tragen, werden die Plantagen oft mit Düngemitteln und Spritzmitteln behandelt. Diese Mittel sollen Schädlinge und Unkraut fernhalten. Dabei können sie aber auch anderen Pflanzen und Tieren schaden, denn sie sind oftmals giftig. Außerdem gelangen sie in den Boden und ins Wasser und verschmutzen dieses.
Von oben sehen Plantagen oft grün und dicht aus, fast wie ein Wald. Doch ein echter Wald besteht aus vielen verschiedenen Bäumen, Sträuchern und Pflanzen. Dort finden Tiere Nahrung und Verstecke.
In einer Monokultur gibt es dagegen kaum Platz für andere Pflanzen und Tiere. Deshalb können viele Lebewesen dort nicht leben. Auch wenn Plantagen grün aussehen, sind sie kein richtiger Wald.
Regenwälder schützen das Klima
Regenwälder sind sehr wichtig für unser Klima. Sie wirken wie ein großer Speicher: In den Bäumen und im Boden wird ein Stoff festgehalten, der Kohlenstoff heißt. So hilft der Wald dabei, dass sich die Erde nicht zu stark erwärmt.
Wenn Regenwald abgeholzt oder verbrannt wird, gelangt dieser Kohlenstoff in die Luft. Dort wird er zu einem Gas, das Kohlendioxid (CO₂) heißt. Dieses Gas sorgt dafür, dass sich die Erde weiter aufheizt.
In Ländern wie Indonesien wachsen viele Regenwälder auf ganz besonderen, feuchten Böden. Diese Böden nennt man Torfböden. Sie speichern besonders viel Kohlenstoff. Wenn sie für Plantagen trockengelegt werden, entweicht sehr viel CO₂ in die Luft. Das schadet dem Klima besonders stark.
Auch große Waldbrände setzen viel CO₂ frei. Obwohl Indonesien nicht so viele Fabriken hat wie andere Länder, gelangt dort viel CO₂ in die Luft, weil große Flächen Regenwald zerstört werden.
Darum sind Regenwälder wichtig: Sie schützen das Klima und unsere Erde.
Ist Palmöl gesund?
So lange Palmöl nicht weiterverarbeitet wurde, schadet es der Gesundheit nicht. Es besitzt sogar einen hohen Anteil an positiven Wirkstoffen, die Krankheiten vorbeugen können. Problematisch wird Palmöl erst, wenn es erhitzt wird. Bei hohen Temperaturen gehen die wertvollen Inhaltsstoffe verloren. Dafür entstehen schädliche Stoffe, die unter anderem Krebs oder Diabetes verursachen können. Vor allem Kinder sollten nicht zu viel raffiniertes Palmöl zu sich nehmen.
Gibt es auch gute Nachrichten zu Palmöl?
Der Palmölverbrauch geht in Deutschland seit einigen Jahren zurück, weil immer mehr Menschen den Einsatz von Palmöl kritisieren. Sie kennen die Nachteile, kaufen bewusst ein und fordern palmölfreie Produkte. Auf diese Forderungen reagiert auch die Regierung: Seit 2014 müssen die Hersteller von Lebensmitteln auf den Verpackungen kennzeichnen, dass Palmöl enthalten ist.
Seit 2023 fördert der Staat keinen Biodiesel mehr aus Palmöl. Das soll ab 2030 in der gesamten EU gelten. Dadurch sinkt der Verbrauch von Palmöl bei uns enorm. Außerdem fordern viele Menschen, dass Palmöl auch auf den Verpackungen von Tierfutter, Kosmetik- und Reinigungsmitteln und chemischen Produkten gekennzeichnet werden muss.
Es lohnt sich also, zu protestieren und den eigenen Einkauf zu verändern.
Wie erkenne ich Palmöl in einem Produkt?
In Deutschland muss Palmöl in Lebensmitteln gekennzeichnet werden. Dazu musst du das Kleingedruckte auf der Verpackung lesen. Bei Kosmetik, Kerzen oder Putzmittel wird es schwieriger. Hier versteckt sich Palmöl meist in chemischen Verbindungen. Deshalb findest du auch nicht das Wort „Palmöl“ auf der Verpackung, sondern Bezeichnungen wie „Sodium Lauryl Sulfoacetate“, „Cetyl Palmitate“ oder „Pflanzenöl“. Diese Zutaten werden in der Regel aus Palmöl hergestellt, können aber auch andere Fette beinhalten.
Milch, Fleisch, Käse- oder Wurstwaren können indirekt Palmöl enthalten, wenn Palmöl im Tierfutter steckt. Hier gibt es bisher keine Kennzeichnungspflicht wie bei den Lebensmitteln.
Wenn du Produkte mit Palmöl meiden willst, scanne sie mit der App Codecheck und finde die Produkte heraus, die du mit gutem Gewissen kaufen kannst.
Augen auf beim Einkauf – aufpassen lohnt sich!
Folgende Produkte enthalten besonders oft Palmöl:
Hinter diesen Namen verbirgt sich Palmöl:
Gibt es gutes Palmöl?
Das beste Palmöl ist kein Palmöl! Bei uns wachsen genug heimische Ölpflanzen wie Raps, Sonnenblumen, Hanf, Leinsamen, Trauben oder Oliven. Daher sind wir nicht auf Pflanzenöle aus den Tropen angewiesen. Heimischer Anbau erspart uns nicht nur die Regenwaldzerstörung mit allen negativen Folgen, sondern auch lange Transportwege, die wiederum dem Klima schaden. Selbst zertifiziertes Bio-Palmöl wird meist in Monokulturen auf ehemaligem Regenwaldgebiet angebaut und berücksichtigt nicht unbedingt faire Arbeitsbedingungen.
Gibt es nachhaltiges Palmöl?
Immer mehr Firmen werben damit, Palmöl aus nachhaltigem Anbau zu verwenden. Dafür gibt es eine Reihe von Nachhaltigkeitssiegeln. Das bekannteste ist das RSPO-Siegel (Round Table on Sustainable Palm Oil). Angeblich soll es Mensch, Natur und Artenvielfalt durch zertifizierte Palmölproduktion schützen. Tatsächlich sind die Maßnahmen aber völlig unzureichend. Zum Beispiel dürfen Düngemittel und Unkrautvernichter eingesetzt werden, die erwiesenermaßen krank machen. Außerdem sind die Maßnahmen freiwillig und ihre Kontrolle funktioniert nicht. Trotz Siegel brennen artenreiche Regenwälder. Tiere sterben, Kinder erkranken, Menschen werden vertreiben und verfolgt. Die Temperaturen steigen. Deshalb sagen wir: Es gibt kein nachhaltiges Palmöl!
Was kann ich tun?
Diese einfachen Tipps machen Spaß und helfen, den Palmölverbrauch zu reduzieren. Damit schützt du die Artenvielfalt, den Regenwald, die Menschen und das Klima.
-
Teile dein Wissen
über Palmöl mit anderen. Je mehr Menschen darüber Bescheid wissen, desto höher sind die Chancen, dass sich etwas ändert.
-
Kauf bewusst ein!
Versuche, Produkte mit Palmöl zu vermeiden. Dabei kann dir die App Codecheck helfen.
-
Koche mit frischen Zutaten,
am besten saisonal, regional und Bio vom Wochenmarkt. Leckere, von uns erprobte Rezepte findest du auf unseren Rezepte-Seiten.
-
Verzichte auf tierische Produkte aus der Massentierhaltung –
rund acht Prozent des nach Deutschland importierten Palmöls fließen in Futtermittel für Rinder, Geflügel und Schweine in industrieller Zucht.
-
Verschenke
dein selbstgemachtes Lieblings-Müsli, leckere Schokocreme oder Kekse. Darüber freuen sich auch deine Eltern, Omas, Opas oder Tanten!
-
Nutze europäische Öle
aus Sonnenblumen, Raps, Leinsamen oder Oliven.
-
Lade zu einer Pizzaparty
mit selbstgemachtem Teig ein. Alle können ihre Pizza selbst belegen – dann könnt ihr gegenseitig probieren.
-
Mach' mit bei unserer Challenge
Poste ein Zeichen gegen die weltweite Zerstörung tropischer Regenwälder und starte gemeinsam mit Abenteuer Regenwald die Social-Media-Challenge #RegenwaldStattPalmöl. Unter diesem Hashtag kannst du dein Foto mit unserem Orang-Utan auf Instagram posten.
Mehr dazu findest du auf unserer Challenge-Seite.
-
Schreibe den Herstellern,
warum du ihre Produkte mit Palmöl nicht mehr kaufst.
-
Sammle Unterschriften,
in denen du die Regierung aufforderst, die Regenwaldvernichtung für Palmöl zu stoppen.
-
Fahre möglichst viel Fahrrad, Bus oder Bahn.
Jede Art von Energieeinsparung reduziert Treibhausgasemissionen und den möglichen Einsatz von Palmöl als Treibstoff.
-
Bestelle eine palmölfreie Frühstücksbox für deine Klasse.
Bereitet euch ein leckeres und palmölfreies Frühstück zu!
Hier kann eure Lehrer*in die Frühstücksbox bestellen.
Leckere Rezepte für ein palmölfreies Frühstück mit deiner Klasse findest du hier.
Weiterlesen
Das Palmölquiz - hast du den Durchblick?
Wird für Kokosöl auch Regenwald zerstört?
Palmöl kann krank machen
Dschungel-Frühstück für Ihren Unterricht – jetzt Unterrichtsbox zu Palmöl & Regenwald anfordern
„Der Wald gibt Leben – uns allen!“
Brasilien: „Eukalyptus können wir nicht essen“
Der Regenwald bei dir zu Hause
Abholzung des Regenwaldes
Was passiert, wenn der Regenwald abgeholzt wird?
Mach’ mit bei unserer #RegenwaldStattPalmöl-Challenge!
Palmöl-freie Schokocreme: Der Check 2024
Tropische Regenwälder:
Schatzkammern des Lebens
Hilf dem Regenwald
Unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende.
Jeder Beitrag macht einen Unterschied!
Unser Newsletter
Jetzt kostenlos anmelden: Unser Newsletter informiert Dich monatlich über neue Schulaktionen und spannende Mitmach-Angebote für Unterricht und Zuhause.
Diesen Artikel kommentieren
Wenn Du Fragen zu dieser Seite hast, schreib uns an info@abenteuer-regenwald.de.