Regenwaldrodung: McDonald’s, Nestlé & Co brechen ihre Versprechen – aber wir können handeln

Lieblingsspeise selber machen statt kaufen – eine gute Idee gegen Naturzerstörung

Tropische Regenwälder sind wichtig für die Artenvielfalt und das Klima der Erde. Ihre Zerstörung geht uns alle etwas an. Das haben Menschen in aller Welt längst erkannt. Damit wir weiterhin und mit gutem Gewissen einkaufen, haben viele große Konzerne verkündet: Wir lassen für unsere Produkte keine Regenwälder mehr roden.

Die meisten haben sich nicht daran gehalten. Das berichtet die britische Organisation Global Canopy. Aber WIR können etwas tun: Wir müssen vieles nicht kaufen. Wir können selbst kochen und backen.

Supermarktprodukte mit Palmöl, Massentierfutter aus Soja, Papier, Möbel, Biosprit – für diese Waren werden jedes jahr viele Tausend Quadratkilometer Regenwald vernichtet.
Um keine Kunden zu verlieren, und möglicherweise auch aus Verantwortung für die Bewahrung der Natur, haben sich große Unternehmen freiwillig zum Schutz der Regenwälder verpflichtet. Und das auch werbewirksam verkündet. Das bedeutet: Sie wollen keine Produkte mehr herstellen, vertreiben oder finanzieren, für die Tropenwälder gerodet werden. Das Ziel soll bis 2020 erreicht sein.

Dazu gehören Nahrungsmittelhersteller wie Unilever oder Nestlé, Fastfoodketten wie McDonald's und Burger King,  Modefabrikanten wie Nike oder Adidas. Und viele mehr.

Versprechen gebrochen

Die britische Organisation Global Canopy (was so viel heißt wie weltüberspannendes Dach) hat nun 500 Unternehmen und Finanzdienstleister gefragt, was aus ihren Versprechen geworden ist. Sie sind, so Global Canopy, überwiegend gescheitert:
„Viele der bekanntesten Marken der Welt sind an der Zerstörung tropischer Wälder beteiligt. Sie blenden die Entwaldung aus, die durch die Nachfrage nach ihren Waren verursacht wird. Und sie erkennen ihre Verantwortung für das Handeln nicht öffentlich an“, schreibt die Autorin des Berichts, Sarah Rogerson.

Die Ergebnisse im Einzelnen findet ihr ganz am Ende des Artikels.

Aber wir können etwas tun

Denn wir brauchen keine industriell hergestellten und verpackten Lebensmittel aus dem Supermarkt.
Hier ein paar Tipps:

Einige Ergebnisse im Einzelnen:

  • 75 der 500 untersuchten Firmen haben ihr Versprechen, keinen Regenwald mehr zu opfern, nur für eine der Waren aus ihrem Sortiment abgegeben. Und nicht für alle anderen. Dazu gehören zum Beispiel Starbucks und Adidas.
  • Von den 157 Unternehmen, die sich verpflichtet hatten, die Entwaldung bis 2020 oder früher zu stoppen, haben vier ihr Versprechen vollständig gebrochen, und 18 Firmen haben die Frist von 2020 aus ihren Verpflichtungen gestrichen. Dazu gehört auch der Nahrungsmittel-Gigant Nestlé.
  • 100 Firmen, die sich zum Regenwaldschutz verpflichtet haben, berichten überhaupt nicht, was sie dafür getan haben oder tun. Dazu gehören der Nahrungsmittelkonzern Unilever, McDonald's und Nike.
  • Außerdem: 140 der einflussreichsten Konzerne, in deren Lieferketten Regenwaldrodung stattfindet, haben sich überhaupt nicht dazu verpflichtet, Tropenwälder zu schützen. Dazu gehören die Supermarktkette Spar, Amazon und einige Luxus-Mode-Label wie Verscace, Jimmy Choo und Michael Kors.

Anmerkung: Global Canopy hat die Umfrage zwischen Juli und Oktober 2019 gemacht und vom 24. Februar bis 10. März aktualisiert.

Quellen: Global Canopy, Utopia

Letzte Aktualisierung: 8. April 2020
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