Rafflesien: Schöner Gestank!

blühende Rafflesie Foto: Mark Louis Benedict / marklouisbenedict.com

Mit Gestank fängt man Fliegen - und diesen Trick beherrscht die Rafflesie perfekt: Sie riecht nach verwesendem Fleisch, und genauso sieht ihre rot-gesprenkelte Blüte auch aus. Außerdem strahlt sie Wärme aus – wie ein gerade verendetes Tier. Und darauf fliegen nun mal Fliegen und gewisse Käfer. Warum der ganze Aufwand? Die Rafflesie braucht die Insekten zur Bestäubung.
Aber berühmt ist diese Pflanze nicht wegen ihrer faulen Tricks. Der Grund ist die Blüte der Rafflesie.

Die größte Blüte der Welt

Einen Meter Durchmesser erreicht die Blüte der Rafflesie, dann bringt sie fast elf Kilo auf die Waage. Damit ist sie Weltmeisterin im Blütenreich – allerdings nur vom Durchmesser her. Den Höhen-Rekord hält die Titanenwurz: Ihr Blütenstand ragt mehr als zwei Meter empor.
Bis zu einem Jahr braucht die Rafflesie, um ihre Blüte komplett auszubilden – doch ihre Schönheit strahlt nur für einen kurzen Augenblick. Nach 4 bis 7 Tagen zerfällt sie zu zähem schwarzem Schleim.

Leben als Schmarotzer

Rafflesien haben weder Blätter, Stiel noch Wurzeln und leben als Schmarotzerpflanzen. Das bedeutet: sie ankern an einer anderen Pflanze und ernähren sich über sie. Da Rafflesien keine Blätter haben, können sie keine Photosynthese betreiben. Deshalb saugen sie alle Nährstoffe von ihren Wirtspflanzen ab. So sind sie ein gutes Beispiel für die wechselseitigen Abhängigkeiten im Regenwald: Stirbt ihr Wirt, so stirbt auch die Rafflesie.

Verbreitung

Rafflesien wachsen ausschließlich in den Regenwäldern Südostasiens, und zwar in Thailand, Malaysia, Indonesien (Borneo und Sumatra) bis zu den Philippinen. Es gibt etwa 20 Arten, die sich in ihrer Größe, Farbe und Form unterscheiden. Die größte Blüte gehört der Rafflesia arnoldii.
Raffliesien sind auf ganz bestimmte Wirtspflanzen angewiesen (z.B. Lianen-Arten) und daher nur sehr selten zu finden. Sie brauchen ein intaktes Ökosystem, um wachsen zu können.

Namens-Ursprung

Die Rafflesie wurde nach ihrem Entdecker benannt: Sir Thomas Stamford Raffles' Expeditionsteam entdeckte die Riesenblüte 1818 auf Sumatra. Sir Raffles ist aber hauptsächlich berühmt geworden, weil er die Stadt Singapur gegründet hat.

„Das größte Wunder der Pflanzenwelt“

So nennt der US-Botaniker Charles Davis die Rafflesie. Sein Forscherteam von der Harvard University in Massachusetts fand heraus, dass die Pflanze sich im Laufe der Evolution ungewöhnlich schnell entwickelte: Ihre Blüte brauchte nur sechs Millionen Jahre, um auf das 79-fache ihrer ursprünglichen Größte anzuwachsen.

Datum: 28.8.2013



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