Mahagoni – so viel mehr als edles Holz

Junge Mahagonibäume im Kiang West Nationalpark in Gambia. Die langsam wachsenden Mahagonibäume erkennt man einfach an ihrem saftigen Grün inmitten der trockenen Landschaft. Selbst im Nationalpark werden die letzten verbleibenden Bäume gefällt. Obwohl die Bäume geschützt sind, erhält man für wenig Bestechungsgeld eine Lizenz zum Schlagen der Bäume. Mahagonibäume in Afrika (Bild 1) und Amerika (Bild 2) (Bild: wikimedia/Ikiwaner (CC BY-SA 3.0)) Amerikanischer Mahagoni mit Stamm und Blättern Mahagonibäume in Afrika (Bild 1) und Amerika (Bild 2) (Bild: jayeshpatil/CC BY 2.0)

Mahagoni. Denken wir da nicht zuerst an Luxusmöbel, Fensterrahmen oder wetterfeste Gartenmöbel? Wir kennen Mahagoni als tropisches Edelholz, rotbraun und schön gemasert. Doch woher kommt es überhaupt? Wie sieht der Baum aus, als er noch lebte? Und warum sollten wir ihn lieber dort, wo er herkommt, in Ruhe wachsen lassen?

Die Familie ist ziemlich verzweigt – aber alle mögen's heiß

Die Fachleute sprechen von Mahagoni-Gewächsen, denn nicht alle Mitglieder der großen Familie kann man als Baum bezeichnen – manche sind eher Sträucher. Insgesamt zählt die Familie 1.400 Arten, und sie wachsen überall dort, wo es warm ist: In den Tropen und Subtropen von Südamerika, Afrika und Asien.

Doch vor allem eine Art ist in der Holz- und Möbelindustrie weltweit begehrt, sie ist deshalb die bekannteste von allen: das Amerikanische Mahagoni. Diesem Baum widmen wir unser Porträt.

 

 

Mit der Krone in den Wolken

Der Amerikanische Mahagonibaum gehört zu den Urwaldriesen in seinen Heimatländern: Von Mexiko über Mittelamerika bis ins Amazonasgebiet von Brasilien und Bolivien überragt seine dichte Krone das Dach der Tropenwälder. Bis zu 60 Meter hoch kann er wachsen mit einen Stammdurchmesser von 3,50 Meter. Allerdings nur bei guten Bedingungen, wenn der Boden reich an Nährstoffen ist. Dort halten den Riesen kräftige Brettwurzeln fest.
Der Stamm wächst gerade empor, und die Äste beginnen erst ziemlich weit oben, manchmal erst nach 25 Metern. Und das macht den Mahagonibaum für die Holzindustrie so beliebt, denn Astlöcher stören bei der Verarbeitung für Luxusmöbel und Ähnliches.

Die Samen haben Flügel

Gelbe Blüten des Amerikanischen Mahagonibaumes. Er trägt erst ab dem 12. Jahr Früchte. Blüten des Amerikanischen Mahagonibaumes (Bild: Mauricio Mercadente (CC BY-NC-SA 2.0))

Am Ende der Trockenzeit beginnt der Mahagonibaum zu blühen. Insekten bestäuben die kleinen gelben Blüten, doch aus nur wenigen entwickelt sich während der Regenzeit eine längliche Frucht. Nach rund neun Monaten ist sie reif und entlässt ihre Samen. Weil sie Flügel besitzen, hat der Wind leichtes Spiel und trägt sie vom Mutterbaum fort – 30 Meter weit, manchmal auch mehrere hundert Meter. Mit Glück beginnt ein Samen im Boden zu keimen und zu einem neuen Urwaldriesen heranzuwachsen. Doch es wird gut zwölf Jahre dauern, bis der neue Mahagonibaum zum ersten Mal Früchte trägt.

Mahagoni – schon seit Kolumbus in Europa begehrt

Holz des Mahagonibaumes, typische Farbe: rötlich braun Holz des Afrikanischen Mahagonibaumes (Bild: istock/Simone Madeo)

Historiker berichten, dass spanische Schiffsbauer schon im 16. Jahrhundert das amerikanische Mahagoni verwendeten. Christoph Kolumbus soll um 1502 auf seiner vierten und letzten Reise in Mittelamerika bei den indigenen Maya ein Kanu aus Mahagoniholz bemerkt haben. Das berichtet die Umweltorganisation WWF. Danach wurde es nicht nur in Spanien, sondern auch in anderen europäischen Ländern genutzt – am Anfang im Bootsbau. Ende des 19. Jahrhunderts waren Mahagoni-Möbel im gehobenen Bürgertum ein Zeichen von Wohlstand.

Das Holz – nicht nur schön, sondern auch wetterfest

Wer etwas aus Mahagoniholz kauft, mag wohl vor allem den rötlichen Schimmer. Ob in kunstvoll verzierten Kommoden, in Geigen und Gitarren, im Inneren von Luxusyachten oder als Parkett-Fußboden – alles Mögliche wird aus Mahagoni gefertigt. Auch Frühstücksbretter und Klobrillen!
Neben seiner Schönheit hat Mahagoni noch eine andere wertvolle Eigenschaft: Es ist hart, wetterfest, lange haltbar, und Insekten können ihm wenig anhaben (Eigenschaften, die wir bei allen Tropenholzarten finden). Und deshalb stellt die Industrie auch Gartenmöbel, Tür- und Fensterrahmen aus Mahagoni her.

Die größte Gefahr

für das Überleben des Afrikanischen Mahagonibaumes ist die ungebremste Nachfrage aus aller Welt. Auf der Roten Liste der bedrohten Arten steht er als „gefährdet“. Und das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES führt ihn seit 2002 im Anhang II. Das bedeutet: Das Herkunftsland braucht eine Ausfuhrgenehmigung des Holzes, die belegt, dass es aus legaler Abholzung kommt. Und für die Einfuhr nach Deutschland braucht der Importeur eine Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz.
Doch trotz der Handelsbeschränkungen ist nicht sicher, dass der Amerikanische Mahagonibaum überlebt. Denn es gibt zu viele Haken:

  • Oft werden die Bäume illegal geschlagen, vor allem in Brasilien. Und es ist für die Prüfer nicht immer leicht, Mahagoni aus illegaler Rodung zu erkennen.
  • Der Mahagonibaum wächst sehr langsam und beginnt erst ab dem 12. Lebensjahr zu blühen, braucht also lange, um sich zu vermehren und ist entsprechend rar. Alle Versuche, Mahagoni auf Plantagen anzubauen, wie man es z.B. bei Teakbäumen macht, sind gescheitert.

 

Die majestätischen Magahonibäume wachsen oft weit von einander entfernt. Um sie zu erreichen, walzen schwere Geräte breite Schneisen in den Regenwald und zerstören weiträumig die Vegetation. Das bedeutet: Für einen Mahagonibaum sterben unzählige weitere Regenwaldbäume.

Was können wir tun?

Wir können auch ohne Tropenholz leben. Heimische Holzarten sind genauso schön, haltbar und wetterfest wie Tropenholz. Welche es sind, findet ihr auf unserer Seite über Tropenholz unter der Überschrift Welche Holzarten sind genauso lange haltbar wie Tropenholz

24. Januar 2019
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