Bromelien – Schwebende Teiche in den Baumkronen des Urwalds

Bromelien im Regenwald Foto: flickr/dejeuxx (CC BY 2.0)

Sie benutzen andere Pflanzen zum Überleben und schaffen gleichzeitig Lebensraum für andere: Die Bromelien haben sich mit genialen „Einfällen“ Süd- und Mittelamerika bis nach Florida erobert. Von den rund 3000 Arten leben mehr als die Hälfte auf Bäumen oder anderen Pflanzen. Die bekannteste Bromelienart ist übrigens die Ananas

Nahrung in luftiger Höhe

Da Bromelien viel Licht brauchen, siedeln viele Arten in den Kronen der Urwaldbäume. Doch auch wenn sie die Bäume als Träger benutzen, leben sie nicht auf deren Kosten. Denn die Bromelie kann sich auch ohne Nahrung aus dem Urwaldboden ausgezeichnet selbst versorgen: Ihre Blätter formen einen Trichter, in dem sich Regenwasser und Humusreste sammeln. So entsteht ein kleiner Teich, in dem die Pflanze ihre feinen Wurzeln (Trichome) wachsen lassen kann, die sie ernähren. Eine große Bromelie speichert sogar bis zu zehn Liter Wasser.

Ein Paradies für viele

Wusstest du, dass sich bis zu 250 verschiedene Tierarten in einer Bromelie aufhalten? Der Bromelienteich ist ein Biotop für eine ganze Reihe von Lebewesen, die eine Nahrungskette formen: Am Anfang stehen pflanzenzersetzende Bakterien, Einzeller und Würmer, die von Mückenlarven und anderen Kleinstlebewesen gefressen werden – und diese wiederum sind die Beute von Wasserinsekten, Kaulquappen, Pfeilgiftfröschen und sogar Krabben:

Krabben im Urwald?

Genau! Auf Jamaika leben kleine Krabben hoch oben in den Blatttrichtern der Bromelie. Diese sogenannten Bromelienkrabben, werden etwa 1 bis 3 Zentimeter groß und haben ein für Krabben außergewöhlich ausgeprägtes Familienverhalten. So umsorgt die Krabbenmutter fürsorglich ihren Nachwuchs, beschützt die Jungen vor räuberischen Tausendfüßlern, säubert das Wasser und sammelt kalkhaltige Schneckenhäuser, um das saure Wasser zu neutralisieren. Jede Krabbenkolonie beansprucht eine eigene Bromelie, die dann gegen Krabben außerhalb der Kolonie verteidigt wird.

Datum: 25.8.2014, Autorin: Leonie Meier



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