20. August 2018

Nachtaktive Pflanzen: Leuchten, duften, stinken – alles im Dunkeln

Nachtaktive Mondwinde Blüten bei Mondschein Die Mondwinde leuchtet mit dem Mond um die Wette (Ipomoea alba) (Bild: iStock/ricardoreitmeyer)

Wenn die Sonne geht, werden sie wach. Dann blühen sie auf und verströmen verschiedenste Gerüche. Ihr einziges Ziel: Insekten anzulocken, die nur nachts auf Nahrungssuche umherschwirren. Denn um sich zu vermehren, muss ihr Blütenstaub zur nächsten Pflanze weitergetragen werden. Und dafür sind Insekten zuständig. Als Gegenleistung liefern die Pflanzenblüten nahrhaften Nektar.

Wie verführt man Schmetterlinge, Falter und Motten zum nächtlichen Besuch, wenn alles dunkel ist und auch die Insekten nicht übermäßig viel sehen? Ganz einfach: mit einer hellen, meist weißen Blüte oder mit einem ganz speziellen Duft. Das kann auch schon mal ein fürchterlicher Gestank sein.
Wir stellen euch Pflanzen vor, die in den Regenwäldern nachts aktiv sind. Mit einer Ausnahme: An der „Königin der Nacht“ können wir nicht vorbeigehen.

Nachtaktiver Titanwurz Blüte Rekord im Pflanzenreich: Die Titanwurz hat die längste Blüte der Erde (Amorphophallus titanum) (Bild: iStock/Allison-Cherry)

Titanwurz

Sie glänzt mit der längsten Blüte der Erde – bis zu drei Meter wächst sie empor. Die Pflanze ist auf der indonesischen Insel Sumatra heimisch. Sie blüht nur zwei Nächte und das auch nur etwa alle 5 bis 10 Jahre. Wenn ihre Blüte langsam aufgeht, verströmt sie einen durchdringenden Gestank nach totem Tier. Mit ihrem Aasgeruch lockt die Titanwurz Käfer und Schmeißfliegen an, die für ihre Bestäubung sorgen.

Nachtkerze

Zur Familie gehören etwa 160 Arten, die ursprünglich aus den tropischen und auch gemäßigten Regionen Nord- und Südamerikas kommen. Einige Arten wurden aber schon vor etwa 400 Jahren nach Europa gebracht. Hier verwilderten sie, und es entwickelten sich auch neue Arten der europäischen Nachtkerze. Wenn sich ihre Blüte geöffnet hat, macht sich ein intensiver, süßlicher Geruch breit, der Insekten anlockt.

Tabak

Auch Tabakpflanzen sind nachtaktiv. Es gibt rund 70 verschiedene Arten, die in vielen verschiedenen Farben blühen. Sie gehören zu den Nachtschattengewächsen und stammen aus Mittel- und Südamerika.

 

Nachtaktive Pflanze Wunderblume Blüten Die Wunderblume lockt Insekten mit verschiedenen Farben (Mirabilis jalapa) (Bild: wikimedia/kenpei (CC BY-SA 3.0))

Wunderblume

Sie trägt Blüten in verschiedenen Farben an ein und derselben Pflanze, stammt ursprünglich aus Mittelamerika und wächst heute in vielen tropischen Regionen. In Europa ist sie als Zierpflanze beliebt.

Mondwinde

Diese Kletterplanze wächst in tropischen als auch subtropischen Gegenden - man sieht sie an Straßenrändern und Flussufern und auch im Dickicht. Ihre großen weißen Blüten duften stark und leuchten in der Nacht. Sie können einen Durchmesser von bis zu 12 Zentimeter erreichen.

Nachtaktive Pflanze Königin der Nacht Die Königin der Nacht blüht nur wenige Stunden (Selenicereus grandiflorus) (Bild: iStock/bellanatella)

Königin der Nacht

Die Königin der Nacht ist nach ihrem lateinischen Namen (Selenicereus grandiflorus) eigentlich die „Großblütige Mondgöttin“. Selene heißt die Mondgöttin in der griechischen Sagenwelt.  Die Pflanze ist ein Kaktus und blüht im Südosten der USA, in Mexiko und der Karibik. Nur nachts öffnet sie ihre großen Blüten, mit einem Durchmesser bis zu 30 cm. Mit ihrem Duft lockt die Pflanze Fledermäuse herbei. Das blühende Schauspiel dauert jedoch nur wenige Stunden einer Nacht.

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