Ein junger Berggorilla liegt auf dem Rücken und berührt die Stirn seiner Mutter, die sich über ihn beugt Sie verlieren ihre Heimat für Erdöl: die Bergorillas aus dem Virunga Nationalpark (Bild: Carine06/CC BY-SA 2.0)
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Erdöl aus dem Regenwald

An keinem Ort der Welt ist die Artenvielfalt so hoch wie in den Regenwäldern. Das macht sie so wertvoll für unsere Erde. Doch sie werden immer weiter zerstört. Auch für neue Erdöl-Quellen. Denn diesen nicht erneuerbare Rohstoff brauchen wir für unsere Kleidung aus Polyester, als Treibstoff für unsere Fahrzeuge und es steckt in Plastik, Farbe und sogar in Kosmetik und Medikamenten. 

Erdöl aus dem Virunga-Nationalpark

Der Virunga-Nationalpark liegt im Osten der Demokratischen Republik Kongo an der Grenze zu Uganda und Ruanda. Seine dichten Regenwälder sind Heimat der letzten Berggorillas der Erde. Der älteste Nationalpark Afrikas ist UNESCO Weltnaturerbe. 

Doch der Lebensraum der Berggorillas ist bedroht. Schon vor vielen Jahren wurde dort nach Erdöl gebohrt. Nun sollen neue Öl- und Gasfelder entstehen – das wäre eine Katastrophe für die seltenen Gorillas, die wie alle Menschenaffen-Arten vom Aussterben bedroht sind. 

Schätzungen zufolge gibt es noch etwa 1.000 Berggorillas, ein Drittel von ihnen lebt im Virunga-Park.

Erdöl aus dem Yasuní-Nationalpark

An keinem anderen Ort der Erde wurden mehr Arten an Tieren und Pflanzen nachgewiesen als in den Amazonas-Regenwäldern am und im Yasuní-Nationalpark in Ecuador. Zu diesem Schluss kommen internationale Wissenschaftler: „Dank seiner einmaligen Lage am Äquator im Nordwesten Amazoniens liegt Yasuní im Zentrum der reichsten biologischen Zone der westlichen Erdhalbkugel. Es ist die einzige Stelle, wo sich maximale Vielfalt der Amphibien, Vögel, Säugetiere und Pflanzen überschneiden“, erklärt der Biologe Matt Finer.

Faultiere, Brüll- und Wollaffen, Papageien und Tukane bewohnen die Baumriesen; Tapire, Jaguare, Pumas, Ameisenbären und Wasserschweine durchstreifen den dichten Dschungel. 

Im August 2023 gab es dann eine Volksabstimmung: Danach hat die Mehrheit der Menschen in Ecuador dafür gestimmt, dass im  Yasuní-Nationalpark kein Erdöl mehr gefördert wird. Dafür hatten Indigene zusammen mit Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen viele Jahre gekämpft.

Doch Yasuní ist nicht nur Heimat dieser Fülle von Tier- und Pflanzenarten, sondern auch Lebensraum indigener Völker. Einige von ihnen leben in freiwilliger Isolation. Sie alle sind auf den Regenwald und seine Früchte angewiesen. 

Dennoch wird im und um den Yasuní-Nationalpark Erdöl gefördert, seit nunmehr 50 Jahren. Seit den 1970er Jahren beuten internationale und heimische Konzerne den Amazonasregenwald aus – mit katastrophalen Folgen für die Menschen und ihre Natur. 

Ein Rohr auf Stützen verläuft quer über ein braunes Rinnsal, dazinter ist eine Grünfläche und Wald zu sehenDie Erdölpipline wurde mitten durch den Regenwald gelegt (Bild: Fährtenleser/CC BY-SA 4.0 ) Letzte Aktualisierung: 25. Oktober 2023
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