Orchideen – Blumen so alt wie die Dinosaurier

zwei unterschiedliche Orchideen-Blüten Links: Die Blüte einer Wespen-Ragwurz (lateinischer Name: Ophrys tenthredinifera), sie wächst vor allem im Mittelmeerraum. Rechts: Paphiopedilum sukhakulii hat keinen deutschen Namen. Diese Orchidee wächst im Bergregenwald von Nordthailand.

Kannst du dir vorstellen, dass eine Blüte so aussieht wie eine Hummel? Es gibt eine Orchidee mit dem anschaulichen Namen Hummel-Ragwurz – weil sie die Form und die Farben eines Hummelweibchens besitzt und auch genauso riecht.
Diese Tarnung und Täuschung ist eine wunderbare Erfindung der Natur, damit die Hummel-Ragwurz überleben kann: Mit ihrem Aussehen und ihrem Duft einer paarungsbereiten Hummel-Königin lockt die Pflanze männliche Hummeln (Drohnen) an, die ihren Blütenstaub von einer Ragwurz zur anderen tragen. So sorgen die Insekten für die Verbreitung der Pflanzen.

Orchideen gibt es in den verschiedensten Farben, Formen und Größen auf der ganzen Welt. Forscher schätzen ihre Vielfalt auf bis zu 30.000 Arten. Damit gehören Orchideen zu den größten Familien der blühenden Pflanzen.

Wie wachsen Orchideen?

In den Regenwäldern der Erde gehören Orchideen zu den großen Überlebenskünstlern. Die meisten Orchideenarten wachsen nicht am Boden, sondern in den Baumkronen als sogenannte „Aufsitzerpflanzen“ (Epiphyten). Dort bekommen sie mehr Sonnenlicht. Die zum Wachstum benötigten Nährstoffe und Wasser nehmen sie mit ihren Luftwurzeln auf. Sie ernähren sich also praktisch aus der Luft. Andere Orchideenarten wachsen auf Felsen, Steinen oder „ganz normal“ am Boden.

Viele Arten sind sehr selten und nur an einem bestimmten Ort der Erde beheimatet. Um ihre Blüten zu bestäuben, haben sie ganz unterschiedliche Tricks: Einige Arten verbreiten wie die Hummel-Ragwurz einen starken Duft, die Insekten anziehen. Es gibt auch Arten, die sich selbst bestäuben können, aber das ist eher die Ausnahme.

Übrigens: Erst 2007 haben Forscher herausgefunden, seit wann es überhaupt Orchideen auf der Erde gibt. Sie haben ein Stück Bernstein untersucht, das ein Sammler sieben Jahre zuvor in der Dominikanischen Republik in der Karibik entdeckt hatte. In diesem Stein war eine Biene eingeschlossen, die Pollen einer Orchidee auf ihrem Rücken trug. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass die Geschichte der Orchideen vor etwa 80 Millionen Jahren begann – als noch Dinosaurier auf unserem Planeten lebten (Quelle: Das Fachmagazin „Nature“).

Fotos: wikipedia/orchi und Cs california/wikia

Datum: 20.3.2013