Ein grünes Geweih für den Regenwaldriesen – Der Geweihfarn
In imposanter Höhe, bis zu 30 Meter über dem Boden, wächst eine Pflanze, die auf den ersten Blick aussieht wie... eine Ananas? Oder vielleicht doch eher wie ein riesiges Vogelnest?
Das ist der Geweihfarn (Platycerium) – und der Name passt perfekt! Denn seine grünen Blätter erinnern tatsächlich an ein Geweih, das in den Baumkronen tropischer Regenwaldriesen thront.
Aber wie kommt eine Pflanze so hoch in den Baum? Ganz einfach: Der Geweihfarn ist ein Epiphyt, eine sogenannte Aufsitzerpflanze. Das heißt, er wächst nicht auf dem Boden, sondern sitzt oben in den Astgabeln der Bäume – wie auch Orchideen oder Bromelien. Er holt sich alles, was er braucht, aus der Luft, dem Regen und den herabfallenden Blättern. Den Baum selbst lässt er dabei in Ruhe – ein perfekter Mitbewohner!
Zwei Blätter, zwei Aufgaben
Die Geweihfarne sind unter den Farnen etwas ganz Besonderes: Sie bilden nämlich nicht nur ein, sondern gleich zwei verschiedene Arten von Blättern aus - und beide haben wichtige Aufgaben.
Da gibt es einmal die Geweihblätter. Diese sehen, wie der Name schon sagt, aus wie ein grünes Hirschgeweih. Sie sind flach, samtig und verzweigt – und zuständig für die Photosynthese (also das Herstellen von Zucker und Sauerstoff aus Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid) und für die Vermehrung. Auf ihrer Unterseite tragen sie winzige Sporen, die vom Wind fortgetragen werden – so verbreitet sich der Geweihfarn.
Dann gibt es noch die Mantelblätter. Die haben einen Spezialauftrag: Sie sollen sterben. Klingt traurig? Ist aber ziemlich schlau!
Diese Blätter schmiegen sich ganz nah an den Baum und vertrocknen mit der Zeit – aber genau das ist der Trick: So entsteht eine Art natürliche Schale, in der Regenwasser und herunterfallende Nährstoffe gesammelt werden. Ein selbstgebauter Blumentopf, mitten im Regenwald!
Mit der Zeit bildet sich aus den abgestorbenen Blättern eine braune Kugel – und nun ähnelt der Geweihfarn wirklich einer überdimensionierten Ananas...
Alter Hase und doch ganz jung
Mit seinen rund 40 Millionen Jahren auf dem Buckel ist der Geweihfarn jedoch der junge Hüpfer unter den Farnen. Er entstand erst, nachdem die Dinosaurier bereits ausgestorben waren, vermutlich als sich sogenannte „wechselfeuchte Monsunwälder” bildeten. Wechselfeuchte Wälder sind der Übergang zwischen tropischen Regenwäldern und den Trockenwäldern bzw. Savannen.
Wo wächst der Geweihfarn heute?
Die meisten der 15 Geweihfarn-Arten wachsen in Südostasien, Indonesien, Malaysia und auf den Philippinen bis nach Neuguinea. Einige Arten sind auch in den Regenwäldern Afrikas, Madagaskars und auf den Komoren beheimatet. Nur eine einzige Art findet sich in Südamerika.
Aber du musst nicht bis in die Regenwälder reisen, um einen zu sehen! Eine der Geweihfarn-Arten fühlt sich auch bei uns zu Hause wohl – als Zimmerpflanze!
Mit ihren 50 bis 100 Zentimetern ist sie zwar viel kleiner als ihre wilden Verwandten, sieht aber genauso faszinierend aus. Vielleicht wächst ja sogar bei dir im Wohnzimmer ein kleiner Geweihfarn?
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