Der Elefant –
Kraftkerl mit Superhirn

Ein afrikanischer Elefant stupst sein Kind mit dem Rüssel an Vier Jahre versorgt die Mutter ihr Junges. Auf die Beine kommt es schon 30 Minuten nach der Geburt

Elefanten sind die größten und stärksten Landlebewesen der Erde. Aber nicht nur körperlich überragen sie so ziemlich alles. Die grauen Riesen gehören neben Menschenaffen und Delfinen auch zu den Intelligentesten im Tierreich. Forscher entdecken sogar immer wieder neue erstaunliche Fähigkeiten. Zum Beispiel, dass Elefanten die besseren Spürhunde sind...

Steckbrief

Art:
Afrikanischer Elefant
Lebensraum:
Savanne in West-, Zentral-, Ost- Südafrika
Länge:
4 bis 7,5 m
Gewicht:
2.000 bis 7.000 Kilo
Lebenserwartung:
bis 60 Jahre
Nahrung:
Blätter, Zweige, Früchte
Anzahl Junge:
Eines, Geburtgsgewicht ca. 100 Kilo
Tragezeit:
22 Monate

Die Familie: überschaubar

Rüsseltiere bewohnten die Erde schon vor 60 Millionen Jahren – doch von ihnen hat nur die Familie der Elefanten mit drei Arten überlebt: Der größte ist der Afrikanische Elefant in den Savannen südlich der Sahara. Etwas kleiner der Asiatische Elefant in den Tropenwäldern und Buschlandschaften von Indien über Nepal bis Südostasien und China.
Und der Kleinste der Familie ist der Waldelefant, zu Hause in Afrikas Regenwäldern.

Dickhäuter? Die Fliege sieht das anders

Die Haut ist mit rund drei Zentimetern zwar ziemlich dick. Doch ihr dichtes Nervennetz macht sie so empfindlich, dass der Elefant jede Fliege spürt und verscheucht. Schweißdrüsen besitzt seine Haut übrigens nicht. Zum Schwitzen hat er schließlich große Ohren...

Die Ohren: Kühl- und Frühwarnsystem

Wird dem Elefanten zu heiß, pumpt er Blut vom Körper in die Ohren – und wedelt die Hitze dann kräftig weg. Weil Asiatische Elefanten eher in schattigen Waldregionen leben, kommen sie mit wesentlich kleineren Ohren aus. Was ihrem Gehör überhaupt nicht schadet:
2013 berichteten Forscher über Asiatische Elefanten, dass sie Raubkatzen an ihrem Brüllen erkennen: Beim Leopardenschrei reagieren sie mit Trompetenstößen, bei Tigergebrüll verschwinden sie lieber. Warum? Tiger reißen kleine Elefanten, Leoparden nicht.
Auch Menschenstimmen können Elefanten unterscheiden. Das fanden Wissenschaftler im kenianischen Amboseli-Nationalpark heraus: Die Stimmen männlicher Massai-Krieger, mit denen die Tiere häufig in Konflikte um Wasserstellen geraten, schüchtern sie ein. Bei Frauen- und Kinderstimmen bleiben sie entspannt. Sogar verschiedene Sprachen erkennen sie.

Der Rüssel – ein Alleskönner

Er ist die Verlängerung von Oberlippe und Nase, ein reines Muskelpaket – und zu allem fähig. Mit dem Rüssel können Elefanten tasten und greifen, Blätter, Äste, Früchte aus großer Höhe pflücken, ein Reiskorn aufnehmen und einen 700 Kilo schweren Baumstamm. Und natürlich ist er zum Trinken da, acht bis zehn Liter Wasser passen hinein. Das ist gut so, denn ein erwachsenes Tier braucht um die 200 Liter pro Tag.
Beim Riechen hat der Elefant sowieso die Nase vorn: Japanische Genforscher fanden Mitte 2014 heraus, dass Afrikanische Elefanten doppelt so viele Gene für den Geruchssinn haben wie Hunde - und fünfmal so viele wie Menschen. Bis in drei Kilometer Entfernung nimmt der Rüssel jeden Geruch wahr.

Fürsorge wird groß geschrieben

Elefanten mögen Gesellschaft und leben in Herden von zehn, manchmal auch hundert Tieren, die von einer erfahrenen Kuh geführt werden. Es sind meistens Familiengruppen aus Müttern mit ihren Kälbern und weiblichen Verwandten. Elefantenbullen schließen sich nur zur Paarung einer Herde an.
Innerhalb der Gruppe ist die Bindung sehr stark. Die Kleinen werden von allen behütet, kranke und verletzte Tiere gemeinsam betreut.
Auf der Suche nach Futter und Wasser wandern die Herden weit umher; erwachsene Tiere brauchen bis zu 200 Kilo Grünzeug am Tag.
Elefanten können sich übrigens über Dutzende Kilometer unterhalten: mit sehr tiefen Tönen, die wir Menschen nicht wahrnehmen.

Riesen-Genies: der Spiegel- und Rechentest

Im New Yorker Bronx-Zoo hielten Forscher Asiatischen Elefanten einen Spiegel vor – und stellten fest, das sie sich dort tatsächlich selbst erkennen, so wie es im Tierreich sonst nur Delfine und Affen können.
In einem anderen Test bewiesen Elefanten ihre Rechenkünste. Mit dieser Fähigkeit, so die Forscher, überprüfen sie wahrscheinlich, ob die Herde vollzählig ist.
Übrigens: Elefanten vergessen wirklich nie. Sie erinnern sich ihr Leben lang daran, wer ihnen Freude oder Leid gebracht hat. Elefanten werden 60 Jahre alt.

Feinde

Raubkatzen, Hyänen oder Wildhunde können Elefanten töten, allerdings vor allem junge oder kranke Tiere. Ihr größter Feind aber ist der Mensch.
In Afrika leben nach Schätzungen der Weltnaturschutzorganisation IUCN heute zwischen 434.000 und 660.000 wilde Elefanten in 37 Staaten. In 13 asiatischen Ländern rechnet man mit 35.000 bis 55.000 Tieren.
Alle Elefanten der Erde sind bedroht. Weil wir ihren Lebensraum zerstören und weil Wilderer es auf die Stoßzähne abgesehen haben. Der illegale Handel mit Elfenbein nimmt Jahr für Jahr zu.

Afrikanische Elefanten auf der roten Liste

Datum: 27.11.2014