Der Tiger – die größte Raubkatze der Welt

Junger Tiger mit seiner Tiger-Mutter Ein Tigerjunges mit seiner Mutter. Foto: Keven Law

Tiger sind die Könige des Dschungels und die größten Raubkatzen der Welt. Aber nicht nur in den Wäldern gibt es Tiger, auch im Bergland Asiens und im kalten Sibirien sind sie zu Hause.
Durch die schwarzen Streifen im rötlich-braunen Fell sind die Tiere zwischen Bäumen und Sträuchern bestens getarnt – unbemerkt und lautlos gehen sie auf die Jagd. Allerdings sind Tiger stark bedroht, und von ursprünglich neun verschiedenen Unterarten sind drei bereits ausgestorben. Hier erfährst du mehr über das Leben der Tiger:

Steckbrief

Lebensraum:
Süd- und Ostasien
Größe:
1 – 2,8 Meter + 90cm Schwanz
Gewicht:
75 kg (w) bis 300 kg (m)
Lebenserwartung:
durchschnittlich 9 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 25 Jahre
Nahrung:
frisches Fleisch, zur Not Aas
Anzahl Junge:
zwei bis fünf
Tragezeit:
103 Tage
Tiger anhören:
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Verbreitung und Aussehen

Früher lebten Tiger von der Türkei bis an den äußersten Rand Südostasiens. Heute gibt es nur noch sehr wenige Tiger. Sie kommen nur noch in Süd- und Südostasien, China und im Osten Russlands vor (siehe Karte rechts).
Je nach Lebensraum unterscheiden sie sich in Aussehen und Größe. Die Tiger der nördlichen Gebiete wie z. B. der Sibirische Tiger sind größer und schwerer als ihre Artgenossen in den tropischen Regenwäldern. Am kleinsten und auch am dunkelsten ist der Sumatra-Tiger, der durch den dichten Dschungel der gleichnamigen Insel streift.

Übrigens: Die Streifen im Tigerfell sind wie die Linien beim menschlichen Fingerabdruck bei jedem Tiger unterschiedlich.

Ein Tiger auf Jagd

Tiger sind sehr starke Raubtiere, die meistens allein jagen. Und zwar nachts, denn sie können auch im Dunkeln gut sehen. Wenn ein Tiger seine Beute entdeckt, schleicht er sich lautlos heran, spring das Opfer an und reißt es mit seinen bis zu 300 kg Körpergewicht zu Boden. Tiger fressen vor allem Hirsche, Wildschweine oder Antilopen, die sie mit einem Biss in die Kehle töten.

So leben Tiger

Tiger sind Einzelgänger. Fast ihr ganzes Leben verbringen sie allein in weitläufigen Revieren, die sie durch Urin markieren und gegen eindringende Artgenossen verteidigen.
Die Tigerweibchen ziehen ihre Jungen ohne die Hilfe der Männchen auf. Mit sechs Monaten begleiten die kleinen Tiger bereits ihre Mutter auf der Jagd. Im Alter von zwei Jahren beginnen sie dann ein eigenständiges Leben.

In warmen Gebieten halten sich Tiger tagsüber hauptsächlich im Schatten auf oder kühlen sich im Wasser ab. Denn anders als die meisten anderen Katzenarten gehen Tiger gerne mal baden und sind sogar gute Schwimmer.

 

Tiger – vom Aussterben bedroht

Leider werden Tiger auch immer wieder vom Jäger zum Gejagten. Um 1900 gab es noch ca. 100.000 Tiger. Heute leben nur noch schätzungsweise 3.000–4.500 Tiger in der Wildnis (Quelle: IUCN Liste der vom Aussterben bedrohten Arten):

  • Sibirischer Tiger (auch Amur-Tiger genannt): 350–400
  • Indochinesischer Tiger: Weniger als 400
  • Malaysia-Tiger: ca. 250
  • Sumatra Tiger: ca. 400
  • Bengalischer Tiger (Königstiger): Weniger als 2.500
  • Südchinesischer Tiger: Wurde zuletzt 1970 gesehen, vermutlich ausgestorben
  • Bali-Tiger: Seit Anfang der 1940er Jahre ausgestorben
  • Java-Tiger: Ausgestorben
  • Kaspischer Tiger: Ausgestorben

Der Handel mit Tigerprodukten ist zwar strengstens verboten, aber trotzdem werden die Tiere illegal gejagt, zum Beispiel um ihr Fell auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Und in der chinesischen Medizin wird fast allen Körperteilen des Tigers eine besondere Heilkraft angedichtet.
Außerdem bleibt den Tigern durch die starke Abholzung der asiatischen Regenwälder immer weniger Platz zum Leben und Jagen.

Datum: 20.3.2013



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