Okapi – Die Waldgiraffe

Schwimmender Zwergelefant auf Borneo Zwei Okapis. Foto: flickr/Eric Kilby (CC BY-SA 2.0)

Steckbrief

Lebensraum:
Demokratische Republik Kongo (früher auch Uganda, dort allerdings schon ausgestorben)
Schulterhöhe:
1,5 bis 1,7 Meter. Länge: 2 bis 2,2 Meter
Gewicht:
200 bis 350 Kilo
Lebenserwartung:
bis zu 30 Jahre (in Gefangenschaft)
Nahrung:
Blätter, Gras, Zweige, Knospen, Früchte
Anzahl Junge:
eins
Tragezeit:
etwa 15 Monate

Es hat die Figur eines Pferdes, die gestreiften Beine eines Zebras und die lange, bläuliche Zunge der Giraffe – das Okapi ist offensichtlich ein vielseitiges Tier. Und es lebt so versteckt im afrikanischen Regenwald, dass Forscher das Okapi erst um 1900 überhaupt zu Gesicht bekamen. Später wurde es dann den „Giraffenartigen" zugeordnet.

Erstaunliche Verwandtschaft

Giraffen sind die einzigen Verwandten der Okapis – auch wenn man das erst auf den zweiten Blick merkt – es sei denn, das Okapi streckt sofort die Zunge raus. Die sieht der Giraffenzunge nämlich ziemlich ähnlich: bläulich, lang und sehr beweglich, also perfekt zum Blätterpflücken. Ansonsten erkennt man die Verwandtschaft an den stumpfen Hörnern bei den Bullen, an den Vorderbeinen, die länger sind als die Hinterbeine. Und auch der Hals ist etwas länger; mit dem Giraffenhals kann er allerdings nicht konkurrieren.
Außerdem gehören Okapis wie die Giraffen zu den Paarhufern, was bedeutet, dass sie einen Passgang haben: Linkes Vorder- und Hinterbein schreiten gleichzeitig aus. So als würdest du versuchen, die Schritte deines Vorgängers nachzumachen.

Drei Namen hat das Tier

Das Okapi wird auch „Waldgiraffe" genannt, da es anders als die (Steppen-)Giraffe nicht in afrikanischen Savannen, sondern in den tropischen Regenwäldern der Demokratischen Republik Kongo unterwegs ist. Auch den Namen „Kurzhalsgiraffe" muss sich dieses bemerkenswerte Säugetier gefallen lassen – da klingt Okapi doch viel schöner.

Sie schaut auf ihn herab...

Das Okapi-Weibchen überragt den männlichen Partner und ist auch 25 bis 30 Kilo schwerer als er. Das ist erstaunlich, denn bei der Giraffen-Verwandtschaft ist es genau umgekehrt: Der Größenunterschied beträgt gut 1,5 Meter – zugunsten der Bullen.
Auseinanderhalten kann man Männchen und Weibchen am besten an den etwa 15 Zentimeter langen Hörnern, die der Bulle trägt.
Okapis sind normalerweise Einzelgänger, daher nur selten außerhalb der Paarung in Gruppen zu betrachten. Glücklicher sind sie an ihrem eigenen Platz, in ihrem eigenen Territorium. Im dichten Dschungel verlassen sie sich auf ihr Gehör. Artgenossen werden mit einem Freudenlaut begrüßt, rivalisierende Männchen schwingen ihre Hälse gegeneinander.
Die Weibchen haben ein festgelegtes, eigenes Revier, das sie mit Duftmarken kennzeichnen. Bei den Männchen überschneidet sich das Revier häufiger.

Sofort auf den Beinen

Das frischgeborene Okapi-Jungtier kann schon eine halbe Stunde nach der Geburt stehen und folgt bereits wenige Stunden später seiner Mutter. Sie verteidigt ihren Nachwuchs gegen Feinde – vor allem gegen Leoparden.
Mit drei Jahren wird ein Okapi-Weibchen geschlechtsreif. Wegen der langen Tragzeit und weil sie nur ein Junges zur Welt bringen, vermehren sich Okapis nur langsam.
Das ist einer der Gründe, warum diese Tiere immer weniger werden. Ein anderer Grund ist der Mensch, der ihren Lebensraum immer weiter zerstört.

Datum: 14.03.2014 / Autorin: Isabel Glassner