20. September 2013

Der Jaguar

Junger Tiger mit seiner Tiger-Mutter Ein Jaguar im Dickicht im Amazonasbecken in Südamerika. (Bild: Angelika Hofer)

Jaguare sind sind zwar „nur” die drittgrößten Raubkatzen der Welt, nach Tiger und Löwe. Aber ihre Beute muss sich dennoch gehörig in Acht nehmen: Der Name „Jaguar" kommt nicht ohne Grund von dem indianischen Begriff „yaguar” – der bedeutet etwa „Räuber, der seine Beute mit einem einzigen Sprung erlegt“.

Lebensräume

Der Jaguar durchstreift heute fast nur noch die Regenwälder in Mittel- und Südamerika – vor allem das Amazonasbecken ist die Heimat der größten Katze Amerikas. Früher bewohnten die Jaguare auch die südlichen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten. Doch in Kalifornien, New Mexico, Arizona und Texas sind sie immer mehr von den Menschen verdrängt worden. Aber zum Glück ist das Überleben dieser schönen Raubtiere nicht gefährdet.

Der Jaguar sieht dem Leoparden sehr ähnlich. Kein Wunder, denn die beiden Großkatzen sind miteinander verwandt. Allerdings besitzen Jaguare einen deutlich kürzeren Schwanz. Begegnen werden sich diese Verwandten übrigens niemals: Leoparden sind in Afrika und Asien zu Hause.

Lautloser Jäger

Der Jaguar ist ein Einzelgänger, der am liebsten zurückgezogen im dichten Wald in der Nähe einer Wasserquelle wohnt. Jaguare stehen an der Spitze der Nahrungskette im Tierreich. Das bedeutet: Fürchten müssen sie nur die Menschen und den Verlust ihres Lebensraumes. Gut versteckt lauern sie ihrer Beute auf. Am liebsten fressen sie das größte aller Nagetiere, das Capybara, aber auch Hirsche, Tapire oder Gürteltiere, manchmal Affen oder Fische – insgesamt über 85 Arten.
Wusstest du, dass der Jaguar das stärkste Gebiss hat? Es ist sogar doppelt so stark wie das eines Löwen. Daher ist er auch die einzige Großkatze, die ihre Beute mit einem Biss in den Schädelknochen töten kann.

Um satt zu werden, braucht der Jaguar ein riesiges, intaktes Regenwald-Revier. Es kann bis zu 500 Quadratkilometer umfassen, das ist fast so groß wie der Bodensee. Wie alle Großkatzen markiert er sein Reich durch Urin oder Kratzspuren an den Bäumen.

Besonderes Fell

Jaguare haben ein gelbbraunes Fell, das mit Ringflecken übersät ist. Jeder Jaguar hat ein eigenes Fell-Muster, das keinem anderen gleicht.

Besonders ist auch, dass es Jaguare mit fast schwarzem Fell gibt – auf ihm sind gerade noch die Flecken zu erkennen (siehe Bildergalerie). Diese Fellfärbung nennt man Melanismus, das beudetet, dass jedes Fellhaar pigmentiert, also gefärbt ist. Du kennst vielleicht das umgekehrte Phänomen: Dann besitzt kein einziges Haar eine Farbe, das nennt man Albinismus. Das Wort Albino hast du bestimmt schon gehört – und vielleicht auch schon Bilder von weißen Mäusen und Ratten mit roten Augen gesehen. Das sind Albinos.

1248 Bewertungen

Diesen Artikel kommentieren

Wenn Du Fragen zu diesem Artikel hast, schreib uns an info@abenteuer-regenwald.de.

Steckbrief

Lebensraum
Mittel- und Südamerika
Größe
112–185 cm + 45–75 cm Schwanz
Gewicht
60–100 kg
Lebenserwartung
10–12 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 22 Jahre
Nahrung
größere und Mittelgroße Säugetiere, manchmal Fische
Anzahl Junge
1 bis 4
Tragezeit
100 Tage

Download

Malvorlage: Jaguar im Regenwald ausmalen

PDF, 300KB

Lexikon

Alle Tiersteckbriefe im Regenwald von A–Z

Jetzt lesen