Bianca steht mit drei Kindern im dichten Dschungel Daniel, Daniele und Caîque besuchen mit Bianca zum erstem Mal den neuen Wald (Bild: Tobias Wenkemann)
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„Gerettet! Der Spendenwald gehört jetzt uns – und den Tieren.“

Sie waren unsere Regenwaldschützer des Monats Juli 21: Die Kinder der Grundschule Steinkirchen in Niedersachsen an der Elbe. Mit einem Spendenlauf haben sie mehr als 10.000 Euro gesammelt. Von diesem Geld konnten unsere Partner von der Fazenda Saúva in Brasilien nun ein fünf Hektar großes wunderschönes Waldgebiet kaufen und vor der Brandrodung retten.

Ein spannender Ausflug

Daniel, Daniele und Caîque sind aufgeregt. Zum ersten Mal dürfen sie den neuen Wald betreten. Es ist ein dichter Dschungel mit 40 Meter hohen Bäumen, großen Palmen und Farnen – und vielstimmigen Geräuschen. Gespannt suchen sie das dichte Laub nach Papageien und Tukanen ab. Vielleicht verbirgt sich irgendwo auch ein Faultier oder ein Äffchen? Oder sogar der geheimnisvolle Ozelot? Er war ein paar Wochen zuvor durch die aufgestellte Kamerafalle geschlichen, kaum zu erkennen. Doch die Ranger und Bianca waren sich sicher: Es war tatsächlich ein Ozelot. 

„Viele Jahre wurde hier bei uns im Atlantischen Küstenwald keine Raubkatze mehr gesehen“, sagt Bianca. „Und nun taucht sie in unserem neuen Wald auf, den wir erst jetzt ganz offiziell kaufen konnten. Es sind fünf Hektar gesunder Urwald.“

Ein Ozelot steht auf einem querliegenden Ast im RegenwaldDer Ozelot ist selten zu sehen, denn diese Raubkatze geht nachts auf die Jagd (Bild: Martha de Jong-Lantink/CC BY-NC-ND 2.0)

Waldkauf mit Hindernissen

Es war ein langer Weg bis zum Kauf, erzählt Bianca von der Fazenda Saúva. Denn plötzlich hatte es sich der ehemalige Besitzer anders überlegt und wollte das Waldstück behalten. Es gehörte zu seinem großen Waldgebiet. Das wollte der Besitzer nun komplett roden für eine Kakaoplantage. 

„Zum Glück hatten wir ja im letzten Sommer einen Vorvertrag mit ihm geschlossen“, erzählt Bianca. „Und jetzt konnten wir ihn davon überzeugen, dass der Wald für uns, die Tiere und Pflanzen unglaublich wichtig ist.“ 

Die Jussara-Palme wächst bis zu 12 Meter hoch (Bild: Scott Zona/CC BY-NC 2.0)

Dort wachsen zum Beispiel auch viele Jussara-Palmen. Von ihnen werden die Palmherzen gewonnen, die man im Glas kaufen kann. Durch die weltweite große Nachfrage ist die Palme heute bedroht. „Aber wir brauchen sie unbedingt“, sagt Daniel. „Sie ist nämlich das Lieblingsessen der Tukane.“

Ein grüner Korridor für die Tiere

Im März war es endlich so weit – der Wald wechselte seinen Besitzer. „Diese fünf Hektar Wald haben für die Tiere und Pflanzen eine große Bedeutung“ erzählt uns Bianca. „Denn er verbindet unseren schon früher gekauften Wald mit einem größeren Schutzgebiet. Er ist also ein grüner Korridor für die Wildtiere. Und allmählich kommen immer mehr Rehe und Wildschweine, Pacas, Ameisenbären und Nasenbären zurück. Sogar der Ozelot.“


Ein Wald für die Zukunft der Kinder
 

Ein großer Urwaldbaum steht im Vordergrund des DschungelsRund 15.000 Bäume wurden mit diesem Wald gerettet (Bild: Tobias Wenkemann)

Nach ihrem Ausflug in den neuen Wald haben Daniel, Daniele und Caîque schon große Pläne: „Wir können Besucher der Fazenda und andere Touristen eines Tages durch unseren Wald führen und ihnen die Bäume und Vögel erklären“, sagt Daniel begeistert. „Wir lernen auch schon die Namen der Tiere in Englisch.“

Und so haben die Kinder der Grundschule Steinkirchen dazu beigetragen, dass die Kinder im brasilianischen Küstenwald in Zukunft von ihrem geschützten Urwald leben können. 


 

Unten findet ihr alle Infos zu unserem Spendenprojekt in Brasilien

Letzte Aktualisierung: 21. September 2022
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