Baumriese der Art Entandrophragma excelsum am Kilimanjaro. Foto: (c) 
Entandrophragma excelsum ist Afrikas höchster einheimischer Baum im tropischen Ostafrika und kommt im Osten des Kongo, in Ruanda, Burundi, Uganda, Tansania, Malawi und Sambia vor. Diese Art ist in Gebieten mit halb-Laubwald im Hochland, in mittlerer Höhe und im montanen Regenwald in 1280 - 2150 Höhenlagen verstreut Dieser Urwaldriese wächst am Kilimanjaro, er gehört zu den höchsten Baumarten in Ostafrika (Bild: Andreas Hemp)

Afrikas Wälder sind Super-Klimaschützer

Tropische Regenwälder nehmen besonders viel schädliches Kohlendioxid (CO2) auf und speichern es als Kohlenstoff in Pflanzen und Böden. So tragen sie entscheidend zum Klimaschutz bei. Bisher galten die Amazonas-Regenwälder als die größten Kohlensstoffspeicher der Erde. Ein internationales Forscher-Team fand jetzt heraus, dass Afrikas Bergwälder sie darin weit übertreffen.

Andreas Hemp kennt sich am Kilimanjaro bestens aus: Seit mehr als 30 Jahren erforscht der Biologe von der Universität Bayreuth die Pflanzenwelt rund um Afrikas höchsten Berg in Kenia.

Jetzt fand Andreas Hemp zusammen mit einem internationalen Forschernetzwerk Erstaunliches heraus: Die tropischen Bergwälder Afrikas speichern in ihrer oberirdischen Biomasse, also in Stamm, Ästen und Blättern, mehr Kohlenstoff pro Hektar als alle anderen tropischen Wälder der Erde. Und damit auch erheblich mehr als die Amazonas-Regenwälder.

Die Forscher waren ziemlich überrascht

 

Baumriesen im Bergwald auf rund 1.600 Metern Höhe
Auch in afrikanischen Gebirgsregionen wachsen die Bäume hochBaumriesen im Bergwald auf 1.600 Meter Höhe (Bild: Andreas Hemp)

„Vor allem in Ostafrika wachsen die meisten Wälder in Gebirgsregionen“, sagt Andreas Hemp. Zum ersten Mal hat ein Forscherteam genau untersucht, wieviel Kohlenstoff diese Gebirgswälder wirklich speichern – und waren ziemlich überrascht: Es sind rund 150 Tonnen pro Hektar, 60 Tonnen mehr als zuvor vom Weltklimarat veranschlagt. Dort ging man davon aus, dass Bäume in höheren Regionen langsamer wachsen und nicht so groß werden wie Bäume in Tieflandwäldern. Das ergaben Messungen in Europa, wo es im Gebirge kälter und auch stürmischer ist.In den tropischen Bergwäldern Afrikas jedoch sind die Bedingungen so nahe am Äquator natürlich ganz anders: Dort wachsen ebenso große und dicke Bäume wie in den Tieflandregenwäldern. Außerdem sind auch zerstörerische Wirbelstürme in Afrika eher selten.

„Die höchsten Bäume Afrikas befinden sich am Kilimanjaro“, sagt Andreas Hemp. Solche Urwaldriesen speichern besonders viel Kohlenstoff. Und damit tragen sie ganz besonders zum Klimaschutz bei.

72.000 Bäume wurden vermessen

Das Expertenteam hat mehr als 72.000 Bäume vermessen und war in 44 Bergwäldern in zwölf afrikanischen Ländern unterwegs. „Durch frühere Forschungen wissen wir längst, dass die afrikanischen Bergwälder Hotspots der Artenvielfalt darstellen und eine große Zahl von Pflanzen- und Tierarten beherbergen, die es nirgendwo sonst auf der Erde gibt“, sagt Andreas Hemp. Auch deshalb, so der Biologe, müsse mehr dafür getan werden, um diese Naturschätze zu bewahren.

Tropische Wälder bedecken weniger als zehn Prozent der Landfläche, speichern in ihren Pflanzen jedoch 40 bis 50 Prozent des Kohlenstoffs, heißt es in der Studie. Wie der Amazonas-Regenwald sind aber auch die tropischen Wälder in Afrika bedroht. 8.000 Quadratkilometer Bergwälder seien in den letzten 20 Jahren abgeholzt worden. Vor allem in Uganda, Äthiopien und der Demokratischen Republik Kongo.

 

Blick auf den Kibo, den Hauptgipfel des Kilimanjaro, von der benachbarten Stadt Moshi ausDer Kilimanjaro ist mit 5895 Metern das höchste Bergmassiv Afrikas. Er liegt 350 Kilometer südlich des Äquators. Sogar in 3.500 Meter Höhe wachsen noch Bäume (Bild: Claudia Hemp)

Auch wir können die Tropenwälder schützen

Deshalb, so Biologe Andreas Hemp, müsse mehr dafür getan werden, um diese Naturschätze zu bewahren.
Wir alle können uns für den Schutz der tropischen Wälder einsetzen. Indem wir zum Beispiel keine Produkte kaufen, für die Regenwald abgeholzt wurde. Viele Anregungen dazu findet ihr in unseren Alltags-Tipps. Und auch auf unseren Wissensseiten zu Papier, Fleisch, Palmöl oder Rohstoffen im Smartphone.

Quelle: Universität Bayreuth, Spiegel

Letzte Aktualisierung: 16. September 2021
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