31. Mai 2013

Der Pfeilgiftfrosch: Schön & tödlich

Der balue Pfeilgiftfrosch Der Blaue Pfeilgiftfrosch ist nur schwach giftig. Aber seine Farbe sagt deutlich: Rühr mich nicht an! Foto: abdesign / Istockphoto

Sie sind klein, knallbunt – und könnten sogar einen Menschen töten: Pfeilgiftfrösche gehören mit Tricks und Täuschung zu den Überlebenskünstlern im Regenwald. Einer von ihnen gilt sogar als eines der giftigsten Tiere der Welt

Der Name ist Programm

Pfeilgiftfrösche verdanken ihren Namen den Jagdgewohnheiten der Chocó-Indianer in Kolumbien. Die Regenwaldbewohner tränken mit dem Gift, das die Frösche bei der Berührung absondern, ihre Pfeile. Allerdings sind nur drei der insgesamt rund 170 Pfeilgiftfrosch-Arten für Menschen lebensgefährlich. Und alle drei kommen ausschließlich in Kolumbien vor.

Der giftigste unter ihnen ist der Schreckliche Pfeilgiftfrosch (wissenschaftlicher Name: Phyllobates terribilis). Sein tödliches Sekret heißt „Batrachotoxin“ – es lähmt Muskeln und Atmung. Schon eine winzige Menge reicht aus, um einen Menschen zu töten, sobald er mit dem Gift in Berührung kommt. Die Indianer nehmen die Frösche deshalb mit Hilfe von Blättern auf, um ihre Pfeile in das Sekret zu tauchen. Der giftigste Frosch der Welt ist knallgelb und gehört mit 5 Zentimetern Länge zu den Größten in seiner Familie.

Die anderen Arten, die alle in Süd- und Mittelamerika leben, sind zumindest für uns weniger gefährlich. Sie verursachen „nur“ Fieber und Magen-Darm-Krämpfe.

Überleben durch Tricksen und Abschrecken:

Mit Gift

Warum sind diese Frösche so giftig? Ganz einfach: Sie machen sich dadurch ungenießbar. Ein super Trick für einen nur wenige Zentimeter kleinen Frosch, der im Regenwald von Feinden umzingelt ist. Das Gift bildet sich in den Eiweißen seiner Zellen, oder der Frosch verspeist giftige Insekten wie Ameisen und Käfer und scheidet das Gift durch die Haut wieder aus. So hält er sich nicht nur gierige Vögel, Schlangen oder andere Feinde vom Leib, sondern wehrt sich auch gegen lästige Pilze und Bakterien auf seiner Haut.

Mit Schockfarben

Die Giftspritze nützt natürlich nichts, wenn eine Schlange keine Ahnung hat, dass die begehrte Beute tödlich ist: Bevor sie stirbt, ist der Frosch schon verschlungen. Deshalb schreckt er Angreifer möglichst schon vorher mit grellen Farbtönen ab: Signalrot, gelb, orange, blau leuchten die Warnfarben der Giftfrösche – oft durch schwarze Umrandungen zu klaren Mustern zusammengefügt.

Mit Kletterkünsten

Eine andere Bezeichnung für die Familie der „Pfeilgiftfrösche“ ist „Baumsteigerfrösche“. Normalerweise leben diese Amphibien auf dem Waldboden und in der Nähe von Gewässern. Doch um die Kaulquappen nach dem Schlüpfen nicht in gefährlichen Flüssen oder Teichen den Fressfeinden auszuliefern, transportieren die Eltern ihren Nachwuchs auf dem Rücken in sichere Kleinstgewässer. Dafür erklimmen sie auch Pflanzen und sogar Bäume. So werden die vom Regen gefüllten Blatt-Ansätze oder die Trichter von Bromelienblättern hoch oben in den Baumkronen zum Mini-Aquarium. Die heranwachsenden Kaulquappen verzehren hineingefallene Insekten, oder sie werden von der Mutter mit Eiern gefüttert. Allmählich bildet sich der Schwanz zurück, die Lungen entstehen, und schließlich steigt aus er Bromelie ein fertiges Fröschchen – und macht sich auf den Weg zum Regenwaldboden.

Datum: 31.5.2013

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Steckbrief

Lebensraum
Mittel- und Südamerika
Größe
1,2 bis 6 cm
Gewicht
bis 7 Gramm
Befruchtete Eier
beim Blauen Pfeilgiftfrosch (Foto oben) z.B. 5 – 10. Die Kaulquappen schlüpfen nach 12 – 16 Tagen. Nach 80 bis 100 Tagen sind sie erwachsen.
Lebenserwartung
2 – 4 Jahre
Nahrung
Ameisen, Termiten, Käfer

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