25. Februar 2014

Tapir – der Dino aus dem Regenwald

Flachlandtapier Flachlandtapir. Foto: Konrad Wothe (www.konrad-wothe.de) (Bild: Konrad Wothe)

Sie sehen aus wie hochbeinige Schweine, sind aber verwandt mit Nashorn und Pferd. Tapire gehören zu den überlebenden Urtieren unseres Planeten, denn ihre Vorfahren streiften schon vor rund 40 Millionen Jahren durch die Urwälder – und haben sich in all dieser Zeit kaum verändert.

Perfekt gebaut fürs Unterholz

Tapire sind Waldbewohner. Um möglichst mühelos durchs Dickicht zu kommen, ist ihr Körper stromlinienförmig, ihre Haut ist hart, das Fell borstig, und ihre Auge liegen tief. So sind die Säugetiere bestens geschützt vor Dornen und spitzem Gestrüpp.
Tapire gehören zu den sogenannten „Unpaarhufern“; ihre jeweils drei Zehen spreizen sich beim Laufen, damit sie auf dem weichen Waldboden nicht einsinken.

2 starke Sinne braucht der Tapir

Die lange Nase des Tapirs ist sein Markenzeichen – sie endet in einem kleinen, ausfahrbaren Rüssel, der gleichzeitig als Oberlippe dient. Die Nasenlöcher trägt der Tapir auf der Schnauzenspitze, und der gute Geruchssinn ist für ihn lebenswichtig. So spürt er seine Nahrung auf – Knospen, Blätter, Gräser, Zweige, Fallobst und auch Wasserpflanzen – dem Tapri schmeckt fast alles, was ihm vor den Rüssel kommt. Hauptsache vegetarisch.
Durch seine großen aufrechten Ohren kann der Tapir auch hervorragend hören.

Abtauchen, wenn’s heiß und brenzlig wird

Der Tapir badet und schwimmt für sein Leben gern, deshalb liegt sein Revier immer nah am Wasser. Dort kühlt er sich ab, und nur der Rüssel ragt wie ein Schnorchel empor. Mit einem Sprung ins Wasser versucht der Tapir aber auch, seinen Feinden zu entkommen – Puma, Jaguar oder Tiger. Vor Krokodilen und Riesenschlangen ist der Tapir im Fluss allerdings nicht sicher. Aber er kann sich mit seinen großen Eckzähnen ganz gut verteidigen.

Scheu und ungesellig

Tapire sind Einzelgänger, nur zur Paarungszeit kommen Weibchen und Männchen zusammen. Die scheuen Tiere gehen auch stets im Dunkeln auf Nahrungssuche – ganz früh am Morgen und nach Sonnenuntergang. Dann nehmen sie meistens dieselben ausgetrampelten Pfade – so kommt man müheloser durchs Unterholz.

Tapire sind Einzelkinder

Ein Tapir-Weibchen bringt jeweils nur ein Junges zur Welt – nach einer langen Tragzeit von 13 bis 14 Monaten. Das Neugeborene sieht aus wie ein Wildschwein-Frischling: dunkelbraun mit hellen Längsstreifen. Ein Jahr lang bleibt es bei der Mutter, dann entlässt sie den Nachwuchs in sein eigenes Leben.

Heimat Regenwald

Einst bewohnten viele Tapir-Arten die Urwälder der Erde; nur vier Arten haben bis heute überlebt: drei in Mittel- und Südamerika, eine in Südostasien.
Der asiatische Schabrackentapir ist der größte von allen. Er lebt auf der Malaiischen Halbinsel, auf der indonesischen Insel Sumatra und im Dschungel von Südthailand. Seinen Namen verdankt er seiner auffälligen Färbung: Er trägt eine silberne „Decke“ über dem schwarzen Fell. Schabracke kommt aus dem Türkischen und bedeutet Satteldecke.
Der Flachlandtapir streift durchs Amazonasbecken von Brasilien, Kolumbien und Venezuela. Er ist borstig behaart, hat eine kurze schmale Mähne und weiße Ohrspitzen.
Der Mittelamerikanische Tapir bewohnt die Wälder von Südmexiko bis zu den Küstengebieten Kolumbiens und Ecuadors.
Der Bergtapir lebt in den Anden von Kolumbien, Peru und Ecuador. Vor der Kälte in großer Höhe schützt ihn sein dickes dunkles Fell. Nur die Lippen und Ohrspitzen sind weiß.

Tapire pflanzen Bäume

Wie viele Urwaldtiere trägt der Tapir dazu bei, dass sich die Regenwälder erneuern: Sein Kot enthält viele intakte Samen, die auf seinen Streifzügen im Waldboden Wurzeln schlagen. Doch leider können die Tapire nicht verhindern, dass ihr Lebensraum durch die fortschreitenden Abholzungen immer kleiner wird. So ist sein größter Feind der Mensch – und alle vier Tapirarten sind heute bedroht.

Datum: 25.2.2014

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Steckbrief

Lebensraum
3 Arten in Mittel- und Südamerika, 1 Art in Südostasien
Größe
je nach Art 1,70 bis 2,50 Meter
Gewicht
zwischen 150 und 400 Kilo
Lebenserwartung
ca. 30 Jahre
Nahrung
Blätter, Knospen, Zweige, Früchte, Wasserpflanzen
Anzahl Junge
ein Junges
Tragezeit
13 bis 14 Monate

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