Weissrüsselnasebär
Ein Weissrüssel-Nasenbär lässt es sich schmecken Bild: S. Bülow

Nasenbären - die lustigen Gesellen des Regenwalds

Neugierig, geschickt und anpassungsfähig, das sind Nasenbären. Doch wer sind sie eigentlich?

Wichtigste Fakten
  • Sind es überhaupt Bären, und warum „Nasen“-bär?
  • Wie leben Nasenbären?
  • Steckbrief

Sind es überhaupt Bären, 

und warum „Nasen“-bär?

Die Nasenbären gehören zur Gruppe der so genannten Kleinbären (Procyonidae), damit sind sie enge Verwandte des Waschbären und zwei weiterer Dschungeltiere: der Kinkajous und der Olingos. Sie sind aber wie alle Kleinbären am nächsten mit Mardern und anderen kleineren Raubtieren verwandt, nur entfernter mit Bären.

Nasenbären sehen aus wie Waschbären mit längeren Beinen und einer verlängerten, beweglichen Rüssel-ähnlichen Schnauze, daher der Name „Nasenbär“. Die Einheimischen nennen sie übrigens Coatimundis  (eine Kombination aus Ureinwohner-Begriffen für Nase und Gürtel)!

Weissrüsselnassenbär
Ein Weissrüssel-Nasenbär zeigt seine lange sehr bewegliche Schnauze Bild: S. Bülow
Olingo
Ein Olingo holt sich an der Ranger-Station geschickt Zuckerwasser, das eigentlich für Kolibris gedacht ist Bild: S. Bülow

Wie leben Nasenbären?

Die Nasenbären streifen von älteren Weibchen geführt in Gruppen von bis zu 20 Tieren (Weibchen, junge Männchen und Jungtiere) durch den Wald, meist am Waldboden entlang. Die erwachsenen Männchen sind als Einzelgänger unterwegs und stoßen nur zur Paarungszeit kurz zu den Gruppen.

Die Nasenbären-Herden machen dabei den ganzen Regenwald unsicher. Sie graben mit den langeren Krallen ihrer Vorderpfoten nach Maden und anderen Insektenlarven in alten Baumstämmen und im Boden, sammeln und knacken Früchte und Nüssen und suchen und finden auch als Leckerbissen vergrabene Leguan- oder Schildkröteneiernester. Sie haben dabei selbst vor niemand Angst. Bei Angriff durch einen Hund beispielsweise schmeißen sie sich hin, als ob sie verletzt wären, warten auf den naiven Angreifer und beißen ihm dann überraschend und schmerzhaft in die Schnauze. Das reicht meist, um den Angreifer zu verschrecken.

Saftige Früchte holen sie sich auch hoch aus den Bäumen, denn sie sind exzellente Kletterer. Und nachts schlafen sie oben im Geäst der Bäume. Wird dort ein Nasenbär aus der Gruppe angegriffen, lassen sich alle plötzlich aus dem Baum fallen und verwirren so das Raubtier. Werden sie als Haustiere gehalten, lassen sie sich immer neue Wege einfallen, um an Nahrung zu kommen, die nicht für sie gedacht ist und schaffen es dabei fast immer, die Leckereien zu bekommen, stellen dabei aber jede Menge Unfug an.

Steckbrief

  • Drei Arten:
  • Weißrüssel-Nasenbär, mit weißer Schnauze und schwarzer Maske, von den südwestlichen USA bis nach Südamerika verbreitet
  • Südamerika-Nasenbär: grau- bis braune Schnauze, nur in Südamerika, vor allem im Regenwald
  • Berg-Nasenbär: lebt nur in den Anden.
  • Größe und Gewicht: bis 140 cm Gesamtlänge, die Hälfte davon der Schwanz; bis zu 7 kg schwer (Angaben für den Weißrüssel-Nasenbären)
  • Nahrung: Nüsse, Früchte, Insekten und andere Kleintiere wie Echsen und Vögel, Eier und Aas
  • Lebenserwartung: etwa 15 Jahre in der Wildnis, in Gefangenschaft länger
  • Nachwuchs: Weibchen bringen in ihrem Baumnest einmal im Jahr zwei bis vier Junge nach 70 – 77 Tagen Schwangerschaft zur Welt
  • Gefährdungsstatus: nicht gefährdet, weil sehr anpassungsfähig
Letzte Aktualisierung: 14. September 2026
0 Kommentare

Diesen Artikel kommentieren

Wenn Du Fragen zu dieser Seite hast, schreib uns an info@abenteuer-regenwald.de.

Formular wird geladen

Hilf dem Regenwald

Deine Unterstützung zählt! Junge Menschen sind die Entscheider:innen von morgen. Nur wenn wir sie mit Optimismus für den Erhalt der Natur stärken, können wir etwas bewegen. Werde Unterstützer:in unserer Arbeit.
Jeder Beitrag macht einen Unterschied!

Jetzt spenden

Unser Newsletter

Jetzt kostenlos anmelden: Unser Newsletter informiert Dich monatlich über neue Schulaktionen und spannende Mitmach-Angebote für Unterricht und Zuhause.