Frosch im Wasser, man sieht nur den Kopf, der sich im Wasser spiegelt Der Teichfrosch liebt vor allem das Wasser, macht aber auch Landausflüge. In Deutschland ist er besonders geschützt (Bild: Holger Gröschl/CC BY-SA 2.0)
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Frösche – Wunderwesen zweier Welten

Sie wagten sich als erste Wirbeltiere aus dem Wasser an Land und leben seitdem in beiden Welten: Frösche eroberten sich fast die ganze Erde. Sie kommen in Regenwäldern und sogar in Wüsten zurecht, können schwimmen, fliegen und auf Bäume klettern. Trotzdem sind Frösche nicht sehr beliebt. Das wollen wir ändern. 

Wichtigste Fakten
  • Was sind Amphibien?
  • Sind Frösche und Kröten dasselbe?
  • Wie viele Froscharten gibt es auf der Erde?
  • Wo leben die meisten Frösche?
  • Warum sind so viele Arten gefährdet?

Wasser und Land: das Doppelleben der Amphibien

Habt ihr das Wort Amphibien schon mal gehört? Es ist griechisch und bedeutet „doppel-lebig“ oder „auf beiden Seiten lebend“. Amphibien sind Wirbeltiere und im Wasser und an Land zu Hause: Ihre Eier legen die meisten Amphibien im Wasser ab, wo die Jungen schlüpfen und aufwachsen.
Sie haben zunächst Kiemen wie die Fische. Allmählich bildet sich dann eine Lunge, damit die Tiere atmen können, sobald sie an Land krabbeln.

Zu den Amphibien gehören zum Beispiel Frösche und Kröten – aber nicht nur...

Wie viele Amphibien-Arten gibt es - und wer gehört dazu?

Weltweit sind bis heute rund 7.600 Arten bekannt – sie teilen sich in drei Gruppen auf:

  1. Die Froschlurche sind mit 5.800 Arten die größte Gruppe. Alle Frösche, Kröten und Unken gehören dazu.
  2. Zu den Schwanzlurchen zählen alle Salamander-Arten und Molche.
  3. Die Schleichenlurche (auch Wühlen genannt) sind eher unbekannt. Sie haben weder Arme noch Beine, leben unterirdisch oder unter Wasser und sehen Regenwürmern ähnlich.

Hier soll es aber um die große Gruppe der Froschlurche gehen. 

Die Kröte ist kein Frosch – und wer ist überhaupt die Unke?

Sie gehören zwar alle zur großen Gruppe der Froschlurche – aber das ist auch die einzige Gemeinsamkeit der Drei. 

  • Frösche sind eher schlanke Wesen mit schmaler Schnauze. Auf langen Hinterbeinen können sie große Sprünge machen. Sie leben nah am Wasser, haben glatte, feuchte Haut und Schwimmhäute zwischen den Zehen.
  • Kröten sind meistens viel größer als Frösche. Sie leben an Land und gehen nur ins Wasser, um dort ihre Eier abzulegen. Ihre Haut ist trocken, voller Warzen und Falten. Und Zähne haben Kröten auch nicht.
  • Unken sehen aus wie kleinere dicke Kröten, die meiste Arten werden nur vier bis fünf Zentimeter lang. Ihr Rücken ist mit Warzen übersät, ihr Bauch leuchtend gelb oder rot – je nach Art. Bei Gefahr lässt sich die Unke auf den Rücken fallen und meldet dem Feind damit: Ich bin giftig! Ihr Hautgift können beim Menschen die Schleimhäute reizen.

In der ganzen Welt zu Hause

Fliegen, klettern, springen, schwimmen: Nichts ist unmöglich

Der größte Frosch ist so lang wie eine Katze – der kleinste passt auf einen Fingernagel. Es gibt knallbunte und durchsichtige Frösche, Flugfrösche und Baumkletterer. Zipfelkrötenfrösche tarnen sich als Blatt, Pfeilgiftfrösche schockieren Feinde mit schrillen Farben.

Nasenfrosch-Männchen brüten ihren Nachwuchs im Maul aus, Beutelfrosch-Weibchen auf dem Rücken. Und der Maki-Frosch produziert sogar seine eigene Sonnencreme, damit er in den tropsichen Regenwäldern Südamerikas nicht austrocknet.

Die Überlebenskünstler sind in Gefahr

Amphibien haben die Dinosaurer kommen und gehen sehen. Sie haben im Laufe von Millionen Jahren neue Lebensräume erobert und sich dort pefekt angepasst.
Und doch müssen viele von ihnen heute ums Überleben kämpfen.

41 Prozent aller Amphibienarten sind vom Aussterben bedroht. Das schreibt der Verein Frogs & Friends, der sich für die Rettung und den Schutz dieser Wunderwesen einsetzt.

Gründe dafür sind der Verlust ihrer Lebensräume an Land um im Wasser, die Erwärmung des Klimas, Krankheiten, die Jagd und der Fang für den Heimtierhandel. 
In Deutschland ist sogar die Hälfte aller 21 Amphibienarten gefährdet.

Aber Forscher entdecken auch immer wieder neue Arten – vor allem in den Tropen. Wie zum Beispiel diesen Glasfrosch, der aussieht wie Kermit aus der Muppet-Show. Oder seltsame Wesen wie den dicken Schaufelfußfrosch am Mekong in Südostasien. 


Rettung für den Goldenen Frosch aus Panama

(Bild: Dave Pape)

Er gehört zu den seltensten Fröschen der Erde: der Panama Stummelfußfrosch – auch Goldener Frosch genannt. Er konnte in der freien Natur nicht überleben. Durch einen tödlichen Pilz sind die kleinen Tiere fast vollständig verschwunden.

Zum Glück startete der Forscher Edgardo Griffith eine Rettungsaktion. Es gelang ihm mit seiner Frau, den Goldenen Frosch zu züchten. Später sollen die Tiere in die Freiheit entlassen werden. 

 

 

 

Die meisten Frösche und Kröten leben in den tropischen Regenwäldern. So wie dieser Maki-Frosch:

Der grüne Maki-Frosch klammert sich an einen waagerechten Ast und schaut in die KameraMaki-Frosch (Bild: Geoff Gallice /CC-BY 2.0)
Quellen: Frogs & Friends, Planet Wissen, Willi und die Wunderkröte

 

Letzte Aktualisierung: 21. September 2022
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